Gebelsches Prinzip*

*Dies ist der erste Text in einer Reihe, die ich hier gerne beginnen möchte:  „Fremdtexte“. Um zu kennzeichnen, dass die Inhalte nicht von mir sind, verwende ich die gleichnamige Kategorie und gebe natürlich den Verfasser an, mit dem ich die Veröffentlichung abgesprochen habe.

Gebelsches Prinzip

Wenn das Leben Mathematik wäre
würde ich deinen Namen aufschreiben,
würde dich umarmen statt dich fortgehen zu lassen
und dir sagen dass du fehlst,
denn es gäbe nur true und false.

Wenn das Leben Mathematik wäre
würde ich nicht mit einem Fremden an die Bar gehen
um zu hoffen dass du der Typ bist der da sitzt
ihn genau zu mustern, zu ihm zu laufen
und in ein fremdes Gesicht zu blicken.

Wenn das Leben Mathematik wäre
würde ich mich nicht einsperren lassen
sondern den nächsten Zug nehmen
oder ans andere Ende der Welt tanzen
um dich wieder zu sehen.

Wenn das Leben Mathematik wäre
würde ich nicht weinend durch Parks laufen
sondern nach logischen Prinzipien Entscheidungen fällen
und sie als richtig akzeptieren
weil es nur schwarz und weiß gäbe.

Aber das Leben ist nicht logisch
das Gebelsche Prinzip gilt nur in der Algebra
das Wünschen funktioniert nicht immer
dich sehr zu mögen reicht nicht
ich schweige und du fehlst.

(c) Virus 4. März 2011

Virus ist eine liebe Freundin von mir, deren Blog leider ziemlich brach liegt. Als ich jedoch dieses Gedicht von ihr entdeckte, musste ich sie sofort fragen, ob ich es weiter publizieren darf. Danke, Virus!

2 Gedanken zu „Gebelsches Prinzip*

  1. Bei dem Gedicht musste ich stark an eine Szene aus dem Film „A serious man“ denken :-) http://youtu.be/6HJqPZ-KmZs

    BTW sehr schönes Gedicht :-) Wenn ich so überlege, dass die Partnerwahl nur aus ‚true and false‘ bestehen würde, muss ich an einen sehr leblosen oder auch langweiligen Prozess der Partnerwahl denken, den es zum Glück nicht gibt. LG

    • Vielen Dank für deinen Kommentar! Sobald ich wieder eine schnellere Internetverbindung habe und nicht mehr mit dem Surfstick unterwegs bin, werde ich mir auch die von dir verlinkte Filmszene anschauen!
      Deine Anmerkung zur Partnerwahl aus ‚true and false‘ finde ich sehr interessant. Ich finde an dem Gedicht besonders spannend, wie der rationale Teil einerseits das ganze Leben und Denken durchzieht, sich diesem jedoch nie vollständig bemächtigen kann, trotzdem aber das „Ich“ anspornt und in den eigenen Wünschen unterstützt. Und sich zu fragen: Wie rational ist dieser rationale Teil tatsächlich? ;-) Der innere Widerstreit, das Ping-Pong-Spiel zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Vernunft und Emotion, ist meiner Meinung nach sehr eindrücklich dargestellt! Liebe Grüße!

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