„Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind eine Schlange geben würde, wenn es um einen Fisch bittet?“ (Lk 11,11)

Gott ist so gut und er beschenkt mich über die Maßen!
Ich möchte euch etwas davon erzählen.

Jeder Mensch hat persönliche Wünsche und Sehnsüchte. Und immer wieder gibt es Dinge im Leben, die nicht so rund laufen. Wo liegt dein persönlicher Stolperstein? Ich habe in meinem Leben schon einige Erfahrungen mit dem Thema Einsamkeit machen dürfen. Ich bin sehr oft umgezogen und habe Freundschaften und Kontakte über ganz Deutschland geknüpft. Dennoch gibt es immer wieder Momente oder Zeiten, in denen ich mich furchtbar allein fühle. Da beneide ich Freunde, die in ihrem Dorf geblieben sind und ihr festes soziales Netz um sich herum haben.

Andere Menschen wünschen sich vielleicht einen Partner oder eine Partnerin. Du bist Single und hast Liebeskummer oder vielleicht auch Kummer, dass du keinen Liebeskummer hast ;-) Nein, im Ernst, der Wunsch nach Beziehung und Zweisamkeit kann einen ganz schön belasten und vermutlich viele Abende kosten. Vor allem, wenn die Jahre ins Land gehen und immer noch niemand in Sichtweite ist.

Oder aber du investierst dich in eine Sache, hast ein Projekt, ein Engament, für das du echt alles gibst! Du setzt dich dafür ein, aber keiner scheint es zu sehen. Du erzählst anderen davon, findest aber keine Unterstützung dafür. Du wünscht dir Anerkennung für das, was du tust, möchtest einfach gesehen werden.

Viele dieser Wünsche und Bedürfnisse richten sich auf das Handeln von Menschen oder könnten (zumindest in der Theorie) durch Menschen leicht erfüllt werden. Es könnten ja Freunde da sein oder ein Partner oder jemand, der dir ein Lob ausspricht. Ach wie schön wäre es, wenn jetzt jemand da wäre! So geht der Stoßseufzer in den Himmel.

In diesen Situationen erlebe ich die Liebe Gottes auf zwei verschiedene Arten.

Die eine ist sehr direkt und persönlich. Ich habe erlebt, dass ich Gott meine Wünsche, Sehnsüchte und „Leerstellen“ im Leben hinhalten kann, dass ich auch klagen kann und bestimmt auch mal jammern. Neulich sagte mir ein Freund: „Wir müssen lernen, nicht die Nähe der Menschen zu suchen, die wir eigentlich so schmerzlich vermissen, sondern müssen die Nähe Gottes suchen.“ Das ist in der Tat wahr. Die göttliche Nähe ist anders als ein körperliches Schulterklopfen. Da ist kein Mensch aus Fleisch und Blut, der dich umarmt, sondern du erlebst Gott auf einer geistlichen Ebene. Dabei ist der Weg manchmal hart und steinig und vielleicht hast du das Gefühl, du redest mit einer Wand. Aber Gott ist tatsächlich da! Und er will und wird auf deine Fragen antworten! Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich einmal allein in einem neuen Zimmer an einem neuen Wohnort saß. Ich saß einfach in meinem Sessel und auf einmal hatte ich den festen Gedanken im Kopf: Gott ist da und er liebt mich noch immer! Das berührte mich so sehr und intensiv wie einen keine menschliche Umarmung berühren kann. Die Liebe Gottes flog mir dabei nur so zu. Aber ich denke, selbst wenn diese Erfahrung nicht jedesmal so plötzlich kommt, will Gott uns in dieser geistlichen Ebene anrühren. Manchmal erfordert es Geduld und ein waches Ohr, um Gottes Antwort zu hören. Aber: „Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind eine Schlange geben würde, wenn es um einen Fisch bittet?“ :-) Gott antwortet – davon bin ich fest überzeugt. Und diese Antworten halten vor, sie tragen uns durch das ganze Leben.

Der andere Weg ist der deutlich angenehmere, allerdings auch kurzlebigere ;-) Gott antwortet nicht nur, sondern er beschenkt uns auch mit anderen Menschen. „Das passiert aber nicht immer so, wie wir es uns vorstellen“, meinte eine liebe Freundin zu mir, als ich ihr davon erzählte. Und damit hat sie sicher recht. Gott ist ja kein Wunsch-erfüll-Automat, wo man oben den Wunsch reinwirft und unten kommt er dann genau so raus, wie man sich das ausgemalt hat. Aber Gott weiß genau, was wir brauchen und sieht, was wir tragen können und was nicht. Hier möchte ich auch ein Beispiel erzählen: Neulich besuchte ich das Educamp der Jesus Freaks, um dort an einem weiteren Teil der Leiterschulung teilzunehmen (wenn ihr auf den Link klickt, könnt ihr euch u.a. ein Video davon anschauen*). Ich war für das Wochenende mittelmäßig motiviert und trug einen Berg an Sorgen hinsichtlich meiner Gemeindesituation mit mir herum. Im Lauf des Wochenendes erlebte ich jedoch so viel Zuspruch und Ermutigung, dass ich es kaum fassen konnte. Menschen, die ich kaum kannte, verabschiedeten mich am Ende mit Umarmung und der Aussage: „Wir sind für dich da.“ oder „Wenn du mal Sorgen hast, ruf an.“ und ich spürte, wie ehrlich und ernst das gemeint war. Ich war ehrlich gesagt perplex, dass manche der Altrocker mich kleine Spießerin so schnell in ihr Herz geschlossen hatten ;o) Wie an diesem einzelnen Wochenende erlebe ich immer wieder Zeiten, in denen ich Menschen um mich habe, die mir Mut zusprechen, nachfragen, wie es mir geht, und einfach für mich da sind. Dadurch fühle ich mich sehr geliebt und behütet und das ist für mich auch eine Art, wie Gott mir seine Liebe zeigen kann: durch Menschen, die er mir an die Seite stellt. Diese Menschen sind nicht immer da: Das Wochenende ging vorüber und die Zeit mit den Jugendfreunden oder der alten WG ist vielleicht auch schon vorbei. Dennoch gab es Momente, in denen Menschen für dich da waren und damit Gottes Liebe herunter auf die Erde geholt haben. Sie waren und sind ein Spiegel für das, was Gott dir schenken will: das Wissen, angenommen und geliebt zu sein. (Zu diesem Thema werde ich vermutlich noch sehr viel schreiben ;-)) Obgleich man diese Momente nicht festhalten kann, muss die Erfahrung, die ich damit mache, nicht kurzlebig bleiben. Im Gegenteil: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass mir geholfen wurde, dass ich anerkannt wurde oder dass ich versorgt wurde. Es ist sehr wichtig, diese Erfahrung in sich aufzunehmen und ihr einen guten Nährboden zu geben. So ensteht und wächst Vertrauen. Und auch wenn mir jetzt in meiner konkreten Situation die Hilfe, die Anerkennung und die Versorgung fehlen, wird mein Vertrauen in Gott davon nicht erschüttert. Er wird mir zur rechten Zeit wieder Menschen zur Seite stellen: vielleicht nicht die, von denen ich es erwarte, aber es werden Menschen da sein. Und bis dahin bleibe ich beim ersten Weg, denn Gott selbst beschenkt mich überreich und wird mich nie verlassen.

Liebe Leserin, lieber Leser da draußen. Ich habe versucht, in diesen Beitrag ein wenig von meinem persönlichen Glauben zu packen und zu erzählen. Für mich ist es ein ziemliches Wagnis, da dieser Post somit persönlicher wurde als es die übrigen Posts vermutlich sind. In der Bibel heißt es „Prüfet alles und das Gute behaltet.“ – In diesem Sinne: Wenn du nichts mit diesem Beitrag anfangen kannst, warte einfach auf den nächsten Post. Wenn doch, dann freue ich mich natürlich umso mehr.

Liebe Grüße! Mathilda

*PS. Ein Wort in Sachen „Jesus Freaks“. Es ist meine Gemeinde und ich werde immer wieder zu Jesus Freaks-Seiten verlinken. Das heißt aber nicht, dass ich konkret für diese Gemeinde werben möchte. Ich habe neulich auf einem anderen Blog erlebt, wie der Eindruck entstehen kann, ein Blogger wolle seine Leserschaft für eine bestimmte Gruppierung gewinnen. Daher schreibe ich das jetzt gleich von Anfang an: Ich finde die Jesus Freaks klasse, darum gehe ich auch hin, aber ich war auch schon in sehr vielen anderen Gemeinden und möchte ganz bestimmt keinen „zu den Jesus Freaks bekehren“. Im Gegenteil: Entweder man passt dazu oder man passt nicht dazu und wenn man nicht dazu passt, passt man sicher wo anders rein :-) Hehe, war das jetzt verständlich?

4 Gedanken zu „„Ist unter euch ein Vater, der seinem Kind eine Schlange geben würde, wenn es um einen Fisch bittet?“ (Lk 11,11)

  1. Huhu Mathilda intressanter Name
    auf dem Video hab ich schon vor einigen Tagen dich gesehen und an dich gedacht und mir gedacht, wie mag es dir wohl gehen?
    Du weißt auch mein Postfach, telefon ach du weißt schon so wie du mich erreichen kannst so erreiche mich ruhig wenn dir mal mein Ohr gut tuen sollte :)
    Ich finde es schön das du dich traust von dir selbst zu schreiben und von dem Glauben, ist es doch das was uns verbindet :)
    Wir sind ja Schwestern im herrn :)
    also du kleine Rockende :D
    be blessed und bis hoffentlich bald mal wieder :)

  2. Pingback: Danke, Tobi | Preach it, Baby!

Platz für deinen Kommentar:

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s