Herzenstausch und Tagelied II

Wie versprochen, stelle ich heute das „Moderne Tagelied“ ein. Ich habe mich dabei an der Form und Metrik des Tagelieds Ulrichs von Winterstetten orientiert und auch das Motiv des „Herzenstauschs“ aufgenommen.

Modernes Tagelied

Die junge Maid   schlägt auf die Augen friedlich.
Es ist noch vor der Zeit.
In Seligkeit   berührt ihr Prinz sie lieblich.
Das macht ihr Herz ganz weit.
Sie flüstert ihm: „Noch bist du hier,
geh nicht mehr fort, bleib doch bei mir!“
‚Ach liebste Maid, mein Augenstern‘,
so sprach der Prinz gar sehr betrübt,
‚Wär’s möglich, blieb ich mehr als gern.‘

Ergriffen hält   die Maid ihn an den Händen.
Die Decke wie ein Zelt.
Ein Tränenfeld,   da bald die Küsse enden,
denn nun erwacht die Welt.
Der Prinz tritt gleich die Reise an.
Kein Werk ist von allein getan.
Sie tröstend, spricht er: ‚Weine nicht.‘
und hält sie sacht in seinem Arm.
Sein Atem trocknet ihr Gesicht.

Ein zartes Band   verbindet ihre Herzen,
die sie als Unterpfand
in fremdem Land   beließen ohne Schmerzen,
da sie sich längst erkannt.
Der Prinz küsst seiner Maid das Haar.
„Die Zeit mit dir war wunderbar!“
Der Abschied schmerzt manchmal noch sehr,
doch wissen beide, irgendwann
da trennt uns auch die Pflicht nicht mehr.

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