Zwei Leben

Wie wäre das, zwei Leben zu leben? Sich einfach an einer Stelle des Lebens aufzuspalten in zwei Personen, zweimal ein Ich. Und jedes geht einen anderen Weg und am Ende treffe ich mich wieder und frage: „Wie wars bei dir?“

Ich weiß, dass man diesen Gedanken ins Endlose denken kann, in drei, in vier, in hundert Leben und am Ende wird man wohl immer dabei landen, dass es gerade das Reizvolle und Besondere ist, eben nur ein einziges Leben führen zu können. Dass genau das die Individualität eines jeden Lebens ausmacht: Dein Leben als die Summe deiner Entscheidungen zwischen einer Vielzahl von möglichen Wegen: Dein Wohnort, deine Arbeit, deine Freunde, die Bücher, die du liest, die Gedanken, die du dir machst. Das alles so ist und nicht anders und in der Summe eben absolut einmalig und so bist du es.

Könnte jeder endlos viele Leben leben, wären wir wohl nicht mehr voneinander zu unterscheiden. Abgesehen davon, dass wir uns dauerhaft auf die Füße trampeln würden, weil wir die doppelte oder gar dreifache Überbevölkerung auf dieser Welt hätten. So unglaublich viele Menschen, jeder in ein Normalo- und ein Nerd-Ich aufgeteilt, wie auch immer diese beiden sich dann jeweils ausgestalten.

Ja, und darum kann ich da natürlich feststellen, wie irrsinnig dieser Gedanke ist und wie wenig wünschenswert seine Realisierung.

Und dennoch muss ich zugeben, dass mich diese Vorstellung für mein eigenes kleines Leben auch anzieht. Und dass ich an der letzten Weggabelung, an der ich stand, nur zu gerne Weg a und Weg b gleichzeitig weitergegangen wäre.

2 Gedanken zu „Zwei Leben

  1. Ich bin ja überzeugt, dass das so ist. Und dass wir irgendwann wieder „eins“ werden und verstehen werden. Nur, wie du richtig erkannt hast, geht immer nur eins aufs Mal. Beziehungsweise nicht. Uns fehlt einfach eine Dimension, deswegen gibt es für uns überhaupt so etwas wie hier und jetzt und „Male“. Eigentlich sind wir ja immer alle dauernd alles überall, aber wir sind ja hier und jetzt, um „ICH“ zu sein.

    Das tröstet vielleicht nur bedingt, wenn wir mit gewissen Entscheidungen und Geschehnissen leben müssen. Aber ein bisschen doch. Danke fürs dran Erinnern.

    N.

  2. Pingback: 1 Jahr “Preach it, Baby” (mit Verlosung) | Preach it, Baby!

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