Auszeit, ungeplant

Wie ich gerade erst so richtig feststelle, habe ich mir eine Auszeit vom Bloggen genommen. Der letzte Beitrag schon gut zwei Wochen her und der vorletzte dann nochmal zwei Wochen. Samantha von Defeating the Dragons, deren Blog ich sehr gern lese, schrieb erst vorgestern darüber, wie es für sie ist, einen Tag lang nicht zu bloggen. Sie veröffentlich tatsächlich nahezu jeden Tag einen Beitrag – ein Ziel, das ich mir niemals setzen würde. Sie schreibt, es packe sie schnell das schlechte Gewissen, wenn sie nicht produktiv wäre, und findet die Erklärung dafür in ihrem Lebensweg.

Ich stelle fest: Das schlechte Gewissen packt mich nicht. Ich schreibe in den letzten Wochen sehr viel, nur leider (?) wenig Publizierbares. Fragmente über Fragmente. Halbe Sätze, anderthalbe Sätze und Worte, aneinandergereiht. Als ich Ben davon erzählte, dass mich das Unfertige manchmal echt störe und sich die Textfetzen so nicht publizieren lassen, meinte er, Publizieren sei nicht so wichtig und Fragmente seien auch ganz interessant, wenn man sich überlegen könne, wie es weitergehe. Damit hat er nicht ganz unrecht, würde ich sagen.

Gleichzeitig habe ich aber auch immer Lust, Dinge rauszuhauen! Aber mit einem Drittel Gedicht und fünf Schlusssätzen wird das wohl nichts. Immerhin entlockte ich ihm ein Lachen mit den Worten: „Ich könnte grad einen Text über unfertige Texte schreiben, allerdings würde der dann sicher auch nicht fertig.“

An dieser Stelle würde mich mal bei den anderen Bloggern interessieren, ob ihr euch euren Lesern irgendwie verpflichtet fühlt? Ich selbst verfasse ja hiermit schon eine Art Erklärung für die Flaute hier, obwohl ich weit weg von dem Gefühl bin, mich rechtfertigen zu müssen (wo kämen wir denn dann hin??). Für mich ist klar, dass ich in dem Rhythmus publiziere, in dem es für mich selbst angenehm ist. Und gleichzeitig entwickelt sich eben doch ein bestimmter Leserkreis und auch ich selbst warte bei anderen Blogs oft auf Nachschub… Was meint ihr dazu?

Die besten Grüße aus der Auszeit… Bis bald!

18 Gedanken zu „Auszeit, ungeplant

  1. Ich finde, man ist keinem etwas schuldig. Klar wäre es toll, wenn dir täglich etwas Phänomenales einfallen würde, was du dann auch noch veröffentlichen willst, aber manchmal ists eben nicht so.
    Zwar veröffentliche ich jeden Tag, aber ich plane oft mehrere Einträge im Voraus und entnehme die dem zahlreich Geschriebenen von mir. Also täglich gelingt mir auch nicht wirklich etwas Blogwürdiges. :)

  2. Ich stelle mir immer vor, wie meine Leser den ganzen Tag auf WordPress verbringen und verzweifelt auf meinen Eintrag warten.

    Nein, ehrlich. Ich schreibe größtenteils für mich, habe mir aber vorgenommen täglich zu schreiben und da ich weiß, dass Leute das lesen, hilft das meinen Vorsatz einzuhalten. Manchmal fehlt es an Ideen und ich muss mich zwingen, aber meist kommt was ganz anständiges dabei raus.

    Und übrigens: Ich würde gern deine Drittel Gedichte und fünf Schlusssätze lesen. Stelle ich mir interessant vor und kann auch inspirierend für andere sein :)

    • Dankeschön! Ich werde mir das mit den Fragmenten mal überlegen ;-) Allerdings fällt mir zum Thema „täglich Bloggen“, was du und stefanini ja beide tun, gerade ein, dass ich das oft gar nicht so grandios finde. Das kommt jetzt vermutlich sehr als Kritik rüber, ist aber gar nicht so gemeint, denn es gibt ja sehr unterschiedliche Menschen. Aber ich als Leser komme gar nicht dazu, alles zu lesen, wenn jemand jeden Tag bloggt. Und oft warte ich auch lieber ein paar Tage auf einen Beitrag, der dann wirklich durchdacht und gelungen ist. Wenn jemand das jeden Tag schafft – Respekt. Aber manche Texte brauchen einfach ihre Zeit und ich finde, die darf man sich als Autor dann auch nehmen :-)

      • Ja, es stimmt, dass meine Einträge nicht immer gleich gut sind, aber Tage sitze ich nie an einem. Wenn die Inspiration kommt, dann schreibe ich ihn einfach runter und auch wenn ich ihn dann stehen lasse und mir vornehme, daran zu arbeiten, verbessere ich im Nachhinein höchstens ein Komma.

        Und ich verstehe es, dass es manchmal zu viel wird, wenn alle jeden Tag posten. Andererseits kommt das auch drauf an, wie viel Zeit du auf WP verbringst. Es gibt Leute, die eben mehrmals am Tag gucken, ob es da was neues gibt und es gibt Leute, die nur einmal die Woche reinschauen. Hängt wohl davon ab :)

  3. Ich habe im September einen privaten Blog erstellt, völlig spontan in einer schlaflosen Nacht. Es soll mein Online-Tagebuch sein, mit einem nicht allzu persönlichen Inhalt, da mein Blog nicht völlig anonym ist und so könnte mancher sich auf den Schlips getreten fühlen oder etwas falsches interpretieren.

    Ich habe vor über das zu schreiben, was mich an dem Tag beschäftigt hat, was mich freut, was mich ärgert oder was ich gemacht habe. Ich folge vielen unterschiedlichen Blogs und mir gefallen am besten welche mit einem gemischten Inhalt, die eine Lockerheit ausstrahlen. Da halte ich mich am meisten auf.

    Bisher habe ich noch gar nicht geplant, was ich schreiben will und schreibe auch nichts vor. Getippt wird aus dem Bauch heraus und nie länger als 1 Stunde – es ergibt sich spontan.

    Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, wenn ich ein paar Tage nicht gebloggt habe, denn nach einem langen Arbeitstag gibt es noch andere Dinge als die Onlinewelt. Bloggen soll Spaß machen und kein Stressfaktor sein.

    Ich würde mir da nicht so den Kopf machen.

    LG

    • Hey, danke für deinen Kommentar und deine Meinung. Ich finde auch, deine „Tagesausflüge“ gelingen dir sehr gut und sind schön zu lesen! Mich hat der Beitrag von Samantha wirklich ins Nachdenken gebracht, ob sich da ein Pflichtgefühl einstellt, zu bloggen. Auch Ellen von „Kleine Wunder überall“ schrieb schon mal darüber. Wie ich selbst auch schon im Beitrag oben schrieb, sehe ich dieses Blog als meinen eigenen kreativen Raum an und manchmal kommen in einer Woche 2-3 Posts und manchmal eine ganze Weile eben gar nichts. Wenn ich aber eine sehr produktive Zeit habe, dann plane ich auch Beiträge, d.h. ich veröffentliche sie erst später. Liebe Grüße!

  4. Mein Blog war eine spontane Idee. Ich kannte WordPress, las dort den ein oder anderen Blog. Selbst bloggen? Wollte ich nie. Dann kam dieser Tag im Mai und ich fing an. Spontan. Anfangs zögernd. Seit September mehr. Nun täglich. Aber alltäglich wird das nicht werden. Zur Zeit schwebe ich einfach, getragen von der Lust am Wort, an anderen Worten. Ich lese, schaue … und habe eine Idee!

    Druck? Nein, den habe ich nicht. Es gibt bein bloggen für mich kein Ziel. Nur den Weg. Und ich freue mich über jede Begleitung :-)
    LG

  5. Ein schlechtes Gewissen habe ich nicht, wenn ich länger nicht blogge. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht dass Gefühl habe, jemand würde sehnsüchtig auf einen neuen Post warten ;) Aber auch einfach, weil ich nach wie vor der Ansicht bin, dass ich bestimme wo’s lang geht – wenigstens bei meinem Blog.

    Allerdings hatte ich ein bisschen Sorge, dass mir meine sowieso schon an einer Hand abzählbaren treuen Leser (ich meine jetzt mal nur die, die ich nicht persönlich kenne) wieder einer nach dem anderen verloren gehen würden, als ich mal eine ganze Weile nicht gebloggt habe. Weil, es ist ja schon nett, wenn dann auch jemand liest, was man schreibt. Und vielleicht sogar drauf antwortet.

    Und nicht zuletzt hab ich meinen Blog geschaffen, um regelmäßig zu schreiben, weil ich das lange nicht getan habe, obwohl es mir so wahnsinnig gut tut. In meiner Liste mit Dingen für das nächste Lebensjahr hab ich mir deshalb vorgenommen, alle drei Wochen zu bloggen. Und liege seither sogar fast bei einmal die Woche. Solange das geht ohne viel Stress und mit Freude, bleib ich dabei.

    Besonders die Schlusssätze würden mich übrigens interessieren – ich find Fragmente, zumindest die literarischer Art, wirklich lesenswert!

    • Ach, ich wusste, du würdest wieder mal schöne Worte finden, Anne! Alle drei Wochen bloggen, finde ich übrigens einen guten Vorsatz. Mich selbst als Leser verliert man nicht so schnell – ich abonniere meist via RSS und dann ploppt ein neuer Post einfach wieder in meinem Ticker auf :-) Liebe Grüße!

  6. mmmh, also, wo fange ich an? Ich schreibe ja auf meinem Blog und da kann ich entscheiden, wie oft und worüber ich schreibe. Und meine Leser können entdcheiden, ob sie es mögen und wiederkommen wollen. Ich schreibe, wann immer mir etwas einfällt, habe aber gar nicht den Anspruch, dass es immer perfekt und zu Ende gedacht sein muss, geht ja auch gar nicht, denn oft sind es bei mir ja eben Gedankenanstöße, die dazu einladen sollen, sich eigene, weitere Gedanken zu machen und die zum Austausch einladen sollen.
    Liebe Grüße, Sonja

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