One Night Stands oder der Dispo der totalen Liebe

Man beachte die Diskussion im Kommentarbereich – hilfreiche Gedanken! Danke an alle, die sich beteiligt haben!

Was für eine Art von Sex hat man bei einem One Night Stand?

Nein, ich schreibe diesen Beitrag nicht, um meine Anzahl der Klicks zu erhöhen – auch wenn ich neulich auf die Frage einer Freundin, wodurch ich mehr Leser bekommen könnte, antwortete: Ich müsste mehr über Sex schreiben, mehr über mich persönlich oder mich auf ein bestimmtes Thema spezialisieren – ich versichere euch, so wenig dieses Blog ein rein missionarisches Christending werden wird, so wenig wird es ein Erotik- und Sexblog werden.

Möglicherweise runzeln die meisten Leser sowieso schon mit der Stirn und fragen sich, wie man so eine selten dämliche Frage stellen kann. „Bei einem One Night Stand hat man natürlich ganz normalen Sex, was denn auch sonst.“ Doch mir geht es da wie Dexter, der vor einigen Monaten seinem Unverständnis gegenüber offenen Beziehungen Luft machen musste… ich sehe immer noch ein großes Fragezeichen vor mir.

Was für eine Art von Sex hat man mit einer Person, die man erst sehr kurz kennt? Auch wenn sich ein Mindestmaß an Vertrauen irgendwie aufbauen lässt, wie kann Sex da tatsächlich zu einer tiefen, berührenden Erfahrung werden? Wie kann es etwas anderes sein als bloß oberflächlich ausgetauschte Zärtlichkeiten, bei denen man aufpassen muss, nur so viel Emotion zu entwickeln, wie sich danach auch wieder gut wegpacken lässt?

Ich saß lange Zeit der irrigen Gleichung auf, die Anzahl der Menschen, mit denen man Sex hatte, würde die Menge an Erfahrung ausmachen. Wie unsinnig diese Überlegung war, wurde mir erst dann bewusst, als ich über genau diesen Erfahrungsbegriff nachzudenken begann. Und mich zu fragen begann, wie diese schnelle Art von Sex, egal mit wieviel Partnern, jemals mehr als ein, zwei Arten der Erfahrung ausmachen konnte.

Vielleicht denke ich Sex aber auch zu sehr von einer Beziehung her. Von tiefem Vertrauen zwischen zwei Menschen, welches erst den Boden für Zärtlichkeit, Härte, Spiel, Lust bieten kann. Ich schreibe das nicht als hoffnungslose Romantikerin, die sich keinen Sex ohne Liebe vorstellen kann. So naiv und einfältig sind meine Gedanken dann auch wieder nicht. Aber wie befriedigend ist die reine Befriedigung? Bleibt Sex mit verschiedenen fremden Personen am Ende Sex mit einer einzigen Unbekannten? Ist Erfahrung möglich ohne Hingabe? Hingabe ohne Vertrauen?

Ich kann mir eine große Anzahl an Gründen für One Night Stands vorstellen. Ich frage mich allerdings, ob One Night Stands einem wirklich neue Erfahrungen bringen. Oder ob meine Prämisse komplett falsch ist, und es gar nicht um Erfahrung und Erleben, um Tiefe und Leidenschaft geht. Möglicherweise ist die Oberfläche sehr viel angenehmer, seichter, einfacher. Und der am Erleben orientierte Rest kann sich dann via Onlineplatform geplanten Sexdates zuwenden, um sicherzugehen, dass er seine Fantasie auch tatsächlich ausleben kann.

Für einen Blogbeitrag sind diese Überlegungen fast zu rudimentär. Ich will es dennoch wagen, auf „Publizieren“ zu klicken und meine Gedanken mit euch zu teilen. Bitte versucht wirklich, meine Fragen zu verstehen, bevor ihr eine Antwort in die Kommentarsektion tippt. Noch dankbarer als für Antworten bin ich im Übrigen für ein Umformulieren und auf den Punkt bringen meiner Fragen…

PS. Zur Überschrift: Die Wendung „Dispo der totalen Liebe“ stammt aus dem Lied „Begrabt mein IPhone an der Biegung des Flusses“ von PeterLicht, wird dort jedoch in einem anderen Zusammenhang gebraucht.

17 Gedanken zu „One Night Stands oder der Dispo der totalen Liebe

  1. Sex ist Sex ist Sex …

    Wir sehen einen Menschen und wir wollen „ihn.“ Mit Logik hat das nicht viel zu tun. Lediglich mit (kochenden) Hormonen. Was er uns bringt? Entspannung. Und die wieder führt zu Zufriedenheit und einem Glücksgefühl. Alles rein biochemische Prozesse. Mal „logisch“ betrachtet.

    Eine Freundin hat das mal so formuliert: Sex mit möglichst vielen (Frauen) zu haben füllt dieses riesige Schwarze Loch in mir. Dann fühle ich mich lebendig.

    Wenn wir jünger sind steht oft der reine Trieb im Vordergrund. Wir verwechseln ihn mit Liebe und werden natürlich enttäuscht. Also suchen wir weiter. Neue Lippen, neue Hände, neues weiches Haar. Aber Sex ist nicht schlecht. Zumindest wenn wir wissen wer wir sind. Was wir wollen, was wir fühlen. Also warum keinen ONS haben, wenn es uns dadurch besser geht?

    Ich muss aber sagen, dass Sex zwischen Frauen völlig anders ist, als der zwischen Frau und Mann. Da kann ich nicht mitreden. Aber allein von der Sache her wird es dir mit einer Frau nie passieren, dass du „auf der Strecke“ bleibst.

    Auf den Punkt gebracht: Erfahrung, Hingabe ist möglich. Es liegt an „dir“, ob du es zulassen kannst. Bist du aber ein Kopfmensch, wo wird dir das nicht gelingen.

    • „Sich lebendig fühlen“, „das schwarze Loch in mir füllen“, „Entspannung“, „Glücksgefühle“ – das sind wohl deine verschiedenen Antworten auf die Frage, wozu ein ONS. Entspannung, Triebbefriedigung, Glücksgefühle – das kann ich noch verstehen. Doch was die Aussage deiner Freundin angeht, finde ich es befremdlich, gerade so eine tiefe Bedürftigkeit („schwarzes Loch“) durch Sex mit einer fast Unbekannten stillen zu wollen. Ich frage mich da grundsätzlich, ob es überhaupt Sex ist, was man in dieser Situation braucht. Die eigene Bedürftigkeit zu kennen ist gut, aber ist das wirklich ein „wissen, wer man ist und was man will“?

      • Ich persönlich, ja. Doch darum sollte es in meinem Text nicht gehen. Ich habe gerade bei dir über ONS gelesen und unsere Texte sind aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln geschrieben. Meine Fragen und Gedanken sind ganz anders als die deiner drei Protagonistinnen. Darum denke ich, wir reden hier vermutlich aneinander vorbei.

  2. Die Frage ist, was bei einem ONS erste Priorität ist. Eine Tiefe, berührende Erfahrung gehört wohl nicht dazu. Dafür aber Abenteuerlust, Neugier, Spieltrieb. Jeder neue Partner ist anders, reagiert anders, riecht anders, hört sich anders an, möchte andere Dinge etc
    Auch kommt es darauf an wie Du den Begriff “Erfahrung” definierst.
    Wenn Du mich fragst, hast Du in Deinen Fragen schon Antworten vorgegeben und das lässt keinen Raum. “Wie kann Sex da tatsächlich zu einer tiefen, berührenden Erfahrung werden?”. Meine Antwort: Muss es nicht, bei einem ONS. Die Frage sollte vielleicht besser lauten: Was beabsichtigt ein ONS; wofür ist er da und wofür nicht :-)

    • Danke für deinen Kommentar! Es ist eine gute und kluge Antwort. Ich habe beim zweiten Lesen auch gemerkt, dass die Frage schon eine Antwort oder zumindest einen Gedanken im Sinn hat… Wobei ich auch schrieb, dass ich keine Schwierigkeiten habe, Gründe für einen ONS zu verstehen. Vielleicht geht es auch darum, dass ich beim Erfahrungsbegriff zwar immer die Dimension der Breite im Sinn hatte (die bei einem ONS z.B. durch verschiedene Partner und Erlebnisse erfüllt wird), aber gemerkt habe, dass die Dimension der Tiefe – die ich persönlich bei der Sexualität für enorm wichtig halte – zu kurz kommt. Klar will ein ONS nicht eine tief berührende Erfahrung sein (was ich aber auch nicht ausschließen will), aber wenn ich von diesen Überlegungen aus wieder auf Sex als Ganzes schaue, merke ich, wie der Begriff der Erfahrung/Erfahrungen sammeln in Bezug auf ONS m.E. tendenziell überschätzt/überbewertet wird. Was natürlich wieder auf deine Schlussfrage führt :-) Liebe Grüße!

  3. Lass mich mal zur Veranschaulichung einen Vergleich ziehen.

    Was ist der Unterschied zwischen dem Ort,an dem man wohnt, und einer dreitägigen Städtereise?

    Du wirst in drei Tagen eine Stadt niemals wirklich kennen lernen. Vermutlich auch in drei Monaten nicht, oder in drei Jahren. Die geheimen Winkel, die besonders guten Restaurant, diese besondere Bank, auf die am späten Nachmittag so schön zwischen den Häusern hinaufscheint. Aber auch nicht die sozialen Probleme, die politischen Grabenkämpfe, die Müllhalde, die Schlachthäuser und die Kanalisation. Du kannst dir etwas an Geschichte anlesen, aber du wirst ne Teil davon sein. Du wirst keine liebgewonnenen Rituale formen – du wirst jedoch auch nicht an schlechte Erlebnisse erinnert, wenn du an bestimmten Ecken vorbeikommst, die du nicht meiden kannst, weil sie auf deinem Arbeitsweg lieben…

    Was bringt Dir also eine Städtereise? Neue Erfahrungen, neue Einrücke, neue Gesichter, neue Bilder. Neue Gerüche, neue Geräusche. Die Aufregung, die dem ganzen Vorausgeht, die tollen Erinnerungen, von denen man zehren kann. Mit jeder Stadt, die Du besuchst, weisst du besser, was es heisst, Tourist zu sein, wie Du Dich vorbereitest, wie du in Stressituationen reagierst. Du verirrst dich weniger schnell – nicht zuletzt, weil du begreifst, dass es gar nicht darauf ankommt, irgendwohin zu kommen oder ein Programm abzuspulen, sondern die Stadt zu erleben, das, was sie bieten kann, was sonst keine andere Stadt bieten kann. Das sind wertvolle Skills – zum Beispiel, wenn du gezwungen bist, umzuziehen. Aber wenn man dauernd nur von Stadt zu Stadt hoppt, und nie länger als drei Tage an einem Ort bleibt, dann fehlt einem auch viel, und bestimmte Fähigkeiten wird man auch nie entwickeln können.

    Ich werde den Vergleich jetzt nicht bis ins Detail fortziehen, da er natürlich irgendwann anfängt zu wackeln. Aber vielleicht hilft das ist auch ein bisschen der Unterschied zwischen Sex in einer Beziehung und Sex in einem ONS. Man lernt andere Dinge dadurch. Die man durchaus wertfrei nebeneinander stellen kann. Manche reisen eben gerne, manche nicht. Jetzt könnte man das ganze vielleicht noch ein bisschen so drehen, dass Sex nicht so im Zentrum steht – man kann auch tiefe Bindungen ohne (klassische, monogame) Beziehung haben, man kann auch neues kennen lernen, ohne Sex mit anderen zu haben. Ich persönlich finde, für das Reifen der Persönlichkeit sind tiefe, langanhaltende Beziehungen schon unumgänglich – aber umgekehrt kann ich es, sowohl bildlich als auch wörtlich gesprochen, nur schwer nachvollziehen, wie man sein Leben lang im selben Dorf verbringen kann, in dem schon Eltern und Grosseltern aufgewachsen sind*, und nicht einmal daran denkt, auf die andere Seite des Berges zu gehen,um zu schauen, wie die Menschen dort so ticken. Es hilft im Endeffekt auch, sich selber und andere besser zu verstehen, wenn man mehr als einen Spiegel hat, in dem man sich anschauen kann…

    • Ach du, da hast du es jetzt geschafft, mich mit dem Thema und den Fragen etwas zu versöhnen… Dein Vergleich ist so gut und gerade sehr hilfreich für mich. Ein ewiger Tourist zu sein, nirgendwo zuhause erscheint mir unbefriedigend, doch gänzlich ohne neue Erfahrungen undr kurze inspirierende Eindrücke ebenso. Dein Vergleich hebt das Thema auf die Ebene, die ich gebraucht habe, um es neu zu denken. Danke :)

  4. Sex mit Liebe und nur purer Sex – beides geht und beides kann schön sein. Es ist immer ein Rausch der Sinne. Etwas Neues ist immer aufregend, man kann Dinge ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Der Sex mit dem festen Partner ist anders, er ist vertraut, eingespielt, irgendwann jedoch routiniert. Es ist trotzdem schön, man genießt das Gefühl der Geborgenheit, mit der Zeit versucht man jedoch neuen Schwung rein zu bekommen um es wieder aufregend zu machen. Ein solches Bedürfnis hat man bei ONS oder einer Affäre nicht, genießt jedoch nicht die Geborgenheit.
    broadensharpenuse hat das schon perfekt erläutert, so sehe ich das auch. Wer sagt aber, dass man ein ewiger „Tourist“ bleiben muss. Man sollte reisen, bevor man sich festlegt – so hat man weniger das Gefühl etwas verpasst zu haben.
    LG, Emma

    • Danke, Emma, für deinen Kommentar.
      Es fällt mir auf, dass -wie so oft- die Wendung „Erfahrungen sammeln“ in Zusammenhang mit One Night Stands steht. Oder auch „Dinge ausprobieren“. Es irritiert mich zunehmend, dass das sprachlich so stark verbunden ist. Bleibt man in Nimues Beispiel, können Erkundungen in der eigenen Stadt doch ebenso neue Erfahrungen sein wie der Besuch in einer anderen. Und nein, natürlich muss man kein „ewiger Tourist“ bleiben, ich brauchte in meinem Kommentar nur ein Beispiel zur Gegenüberstellung… Letzten Endes habe ich jedoch in der ganzen Debatte das Gefühl, dass Sex in der Partnerschaft zwar als schön angesehen wird, aber auch schnell als eintönig, langweilig, bekannt. Als ein „ich möchte doch nicht immer nur im gleichen Dorf bleiben“ / „zumindest mal was ausprobieren, bevor man was verpasst“. Ich lese viel mehr Beiträge, in denen die Sorge besteht, ohne das Bereisen von neuen Städten etwas zu verpassen, als dass Menschen sehen, was in einer Partnerschaft vielleicht sogar mehr und intensiver zu finden ist als in ONS. Nicht nur hinsichtlich Geborgenheit und Vertrauen, sondern ebenso hinsichtlich Erfahrungen und Neues ausprobieren. Ja, ich glaube ich breche hier mal eine Lanze für das Dorfleben ;-)
      Einen unfertigen Beitrag wie diesen hochzustellen ist viel anstrengender als in sich geschlossene Beiträge… Aber wenn dann hilfreiche Kommentare kommen, macht das Bloggen wieder Freude :-)
      Liebe Grüße! Mathilda

      • Die ONS und Affären schließen keine feste Partnerschaft aus – es kann eine Phase sein, in der man sich eben fallen lässt, Erfahrungen sammelt, sich und die eigene Sexualität kennenlernt, herausfindet was man mag. Am besten eben bevor man sich für den festen Lebenspartner entscheidet. Ich finde diese Erfahrung eben wichtig, denn es kann sein, dass man in einer Partnerschaft sexuell langfristig doch nicht auf dem selben Nenner ist, was eben sehr wichtig ist. Stimmt diese Basis nicht, kommt häufig vor, dass einer der beiden außerhalb der Beziehung einen Ausgleich sucht. Wer will das schon? Manche versuchen dann später diese Erfahrung nachzuholen und gehen fremd. Der Sex kann unheimlich abwechslungsreich sein, das ist er aber nur, wenn beide Partner dazu bereit sind über den 0815-Blümchensex herumzuexperimentieren, dann ist er innerhalb einer langjährigen Partnerschaft nicht langweilig und eintönig. Die Schmetterlinge im Bauch tauchen aber nicht so schnell auf, weil die „Handgriffe“ eben vertraut und eben nicht überraschend sind.
        Im Alltagstrott nehmen sich viele Partner weniger Zeit für die Zweisamkeit, weil das Familienleben mit Kindern das nicht mehr so ermöglichen. Man ist selten ungestört usw.
        Zum Glück leben wir heute in einer modernen Welt. Wenn noch vor 15 Jahren 4-5 Sexualpartner im Schnitt pro Lebenszeit nicht verwerflich waren, haben heute oft Menschen mit 25 Jahren diese Zahl längst erreicht.
        LG, Emma

  5. ich finde das mutig, dazu einen beitrag zu verfassen. und ich denke, viele leute machen das, weil sie kurzfristig und unverbindliche nähe wollen, gepaart mit triebbefriedigung. und ein bisschen ego-pushing.

  6. “wie kann Sex da tatsächlich zu einer tiefen, berührenden Erfahrung werden?” …”aufpassen muss, nur so viel Emotion zu entwickeln, wie sich danach auch wieder gut wegpacken lässt?”
    ich spreche jezt blöderweise aus einer richtung die deiner nicht unähnlich ist, und somit hilft mein kommentar kaum irgendwelche antworten zu finden. ich kann eben auch nur aus der eigenen erfahrung sprechen. diese enthält ONS aber nict viele, da auch ich dem nicht allzuviel abgewinnen kann. wenn es passierte, dann aus akuter überhormonung aufgrund von langer langer abstinenz, und beim einen mal zählte eine kleine schwärmerei mit hinein. so dieses übliche kindliche verknalltsein.
    um die zitierten stellen oben geht es aber glaube eben nicht. man muss nichts wegpacken und auch auf nichts aufpassen, da sich in so wenig zeit für gewöhnlich außer physischer anziehung nict vel entwickeln kann. also ich glaube bei niemandem, und wenn doch halte ich das für höchst seltsam. da es meiner meinung nach also in den meisten fällen um eine physische begegnung geht, spielt wohl auch die tiefe, berührende erfahrung weniger eine rolle. sowas hatte ich zb auch nur in beziehungen. es ist einfach rudiment unseres tierdaseins. prä-bewusst schätze ich xD
    ich glaube befriedigung is drin, jedoch auf ganz anderer ebene (wobei ebendies sicher typ- und geschmacksache ist!) und ich glaube außerdem, dass technik, größe etc (alles das was wir verständnisvollen weibchen gerne etwas runterreden) im falle eines ONS deutlich wichtiger sind als in beziehungssex. eben weil sonst ja nix da ist und es somit nur gut werden kann, wenn es gut gemacht ist.
    sicherlich keine so spirituelle erfahrung wie beziehungssex (wobei mir alt-hippies da jetzt wahrscheins was erzählen würden), aber dafür kann ch mir vorstellen dass es dennoch extatisch werden kann, wenngleich so auch noch nicht erlebt.
    um das hier aber anzubringen ost ja auch nicht jedes mal sex mit dem/der liebsten ein spirituelles feuerwerk. oft genug ist es sex weil grad hormon, und einfach nur sex. (ich bin mir der grammatik des letzten sazes bewusst, das war absicht, für alle die mich nicht kennen.) möglich sind diese perlen der grenz (oder entgrenzungs-?) erfahrungen aber -schätze ich- eben nur bei beziehungssex. gefühle als würden sich seelen berühren. als würden die geister deckungsgleich…. das is halt einfach nicht im rahmen des möglichen. aber für das allseits bekannte -wennauch nicht beliebte, weil man ja eben seinen eigenen animalismus sieht- “I NEED A SHAG”, sind ONS sicherlich ganz wunderbar. wenn der andere weiß, was er tut :3
    “was in einer Partnerschaft vielleicht sogar mehr und intensiver zu finden ist… ebenso hinsichtlich Erfahrungen und Neues ausprobieren.”
    hierzu weiß ich abslut was du meinst. aber es sind eben 2 verschiedene hmmmm bedürfnisse. es gibt dinge die ich mag, die ich 1. niemand dahergelaufenem sagen würde, und die ich 2. uch nicht bei jedem mögen würde. nur bei läeuten die mir eben so nahe stehen, einem festen partner (und auch nur manchen davon!). das zum thema erfahrungen sammeln in der partnerschaft. eben diese dinge schaffen dann aber natürlich eine noch engere bindung zum partner. noch dazu ist in meinem falle eine partnerschaft zur übung eigentlich immer von nöten gewesen und je enger die bindung desto besser “übts sich”. da ich diese nagenden komplexe habe. ich freue mich für jede frau der das anders geht, aber mit so viel gesellschaftlichem druck auf unser äußeres glaube ich dass VIELE frauen das nachfühlen können. so brauchte ich locker 8 jahre um mich ans oben sein mit einem mann zu gewöhnen, weil ich meinem eigenen körper und dessen präsentation (hingegen dem was ihr alle über mich denkt mit meinen tiefen ausschnitten :P) eben sehr ablehnend gegenüberstehe. an cunnilingus konnte ich mich erst gewöhnen als ich mit einer frau zusammen war. das liegt zum einen daran, dass die herren der schöpfung oftmals keine ahnung haben was sie da eigenlich tun, zum anderen aber auch daran dass ich als eine von einigen frauen so ein “männliches” bild auf mich selbst habe, und mir alles wie ich da aussehe, wie ich rieche, schmecke, echt alles lange peinlich und unangenehm war. bzw eigentlich habe ich mich zb noch ne gerochen, hatte aber angst davor dass ich riechen könnte oder weißdergeier. dadurch kam mir fellatio viel natürlicher und normaler vor als cunnilingus. obwohl der auch nicht gerade nach vanilleeis schmeckt.
    auf der anderen seite kann man auch nicht sagen dass die leute die was anner klatsche haben (wie ich) sich wohl besser an beziehungsssex halten sollten, denn auch die aussage “schwarzes loch” innen klingt nicht sehr gesund. ich denke also es ist tatsächlich einfach typsache wie man seine probleme löst/betäubt. und ich finde es lustig das sex auf verschiedene weisen dafür benutzt werden kann. das ist schon fast einen neuen post wert: “sind wir alle bonobo affen?” (die soziale spannungen mit vögeln lösen)


    HAHAHA VON TEXT ERSCHLAGEN!

    • Oha, das war wirklich eine Textwand. Aber schön, mal wieder von dir zu lesen. Zum Thema „Emotion entwickeln und wegpacken“ hab ich auch ein paar Mal sinniert, wie passend ich diese Aussage finde. Aber ich sehe um mich herum durchaus Menschen, auf die es zutrifft. Die Zärtlichkeit irgendwie nur mit Gefühl ausleben können, die Affären beginnen und sich emotional hineinsteigern bevor sie sich wieder krampfhaft herausholen. Gut, eine Affäre ist natürlich etwas anderes als ein ONS, wobei sie ja auch irgendwo ihren Anfang hat. Vielleicht passt der Gedanke auch zum Thema „Schwarzes Loch“. Es ist der Wunsch, sich an einem Abend, in einer Nacht eine kleine, heile Beziehungssexwelt zu erschaffen, mit einer fremden Person. Von außen kann man sich da auch nur denken: Das muss ja scheitern. Aber trotzdem beobachte ich zaghafte Versuche und da spielt eben das Thema Emotion dann doch eine Rolle. Und ja, was die Althippies angeht, deren Sicht würde mich da tatsächlich interessieren: Ein ONS als „spirituelle“ Erfahrung…. vielleicht auch nur unter entsprechendem Drogeneinfluss :-D Ach, ich weiß es nicht. Liebe Grüße!

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