In eigener Sache: Zur Bedeutung eines Alter Ego

Dieser Beitrag richtet sich an all diejenigen Leser, die mich persönlich kennen.

Man is least himself when he talks in his own person. Give him a mask, and he will tell you the truth.
(Oscar Wilde)

Liebe Freunde & Bekannte, liebe Familie,
ich freue mich sehr darüber, dass ihr mein Blog so aufmerksam lest und damit Anteil an meinem Leben und meinen Gedanken nehmt. Aufgrund sich häufender Missverständnisse möchte ich euch heute jedoch darauf hinweisen, dass „Mathilda“ ein Alter Ego ist und nicht vollkommen identisch mit meiner Person. Nicht alle Beiträge hier sind wie #11 Riesenrad fahren und lassen sich Eins zu Eins und tagesaktuell auf mein Leben übertragen.

Nachdem ich im letzten Jahr auf meinen Musikpost zu Patti Smith, in dem ich beschreibe, wie ich vor einigen Jahren in Berlin zum ersten Mal die CD „Land“ hörte, mehrere SMS bekam, was ich denn gerade in Berlin machen würde, wurde mir das Potential zu Missverständnissen deutlich. Vorgestern veröffentlichte ich versehentlich „Schlaflos“ (eigentlich sollte der Beitrag erst in 3 Wochen erscheinen, damit ich diese Ansage hier zuvor und in anderer Form hätte schreiben können) und spürte erneut die Aufmerksamkeit und Besorgtheit in meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Ich finde es einerseits enorm aufmerksam, hilfsbereit und wirklich wunderbar, dass ihr genau lest und wenn ihr besorgt seid, direkt nachfragt. Das ist mir sehr viel lieber als ein missinterpretierter Beitrag, der dazu führt, dass ihr mich in Watte packt, weil mein letztes veröffentlichtes Gedicht ja so traurig war. Andererseits will ich euer Mitgefühl auch nicht überstrapazieren, vor allem, wenn die Sorge so unbegründet ist und meist auf einem Missverständnis beruht.

Daher hier nun explizit der Hinweis, dass meine Texte nur selten tagesaktuell sind. Gerade Gedichte und kurze Fragmente liegen bei mir meist wochen- und monatelang in der Schublade, bis ich sie irgendwann herausziehe, vielleicht noch ein wenig überarbeite und dann hochlade. Ich habe nicht vor, mit diesem Blog mein persönliches Leben zu dokumentieren, sondern ich wähle aus, verändere und stelle neu zusammen. Immer mal wieder ergänze ich um eine Prise Fiktionalität oder wage mich in Gedankenwelten vor, die ich sonst nicht thematisieren würde. Widersprüche sind dabei nicht ausgeschlossen. Genau das ist für mich der Sinn eines Alter Ego.

Diese Info soll euch jedoch nicht davon abhalten, mich auf meine Beiträge anzusprechen und mit mir zu diskutieren! Die Inhalte müssen nicht auf diesem Blog und im Internet bleiben, sondern ich bin für ein persönliches Gespräch immer zu haben und beantworte auch fleißig Emails. Ich freue mich jedes Mal, wenn mir jemand seine Gedanken zu meinen Beiträgen mitteilt!

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag ein paar Punkte klar stellen konnte.

Liebe Grüße und danke fürs Lesen!

6 Gedanken zu „In eigener Sache: Zur Bedeutung eines Alter Ego

  1. Ich denke, egal wann du den Beitrag veröffentlichst, es wird die gleichen Reaktionen auslösen. Es ist doch schön, wenn die Menschen sich Gedanken um dich machen. Aber auch ich bin schon darauf reingefallen – wie z. B., was du gerade in Berlin machst :D
    LG, Emma

    • Ah, warst du da auch dabei! Ich weiß es schon gar nicht mehr, denn du warst nicht die Einzige!
      Ich dachte mir, ich veröffentliche nun diesen Beitrag hier und dann habe ich meine Schuldigkeit getan und alle einmal darauf hingewiesen. (Werde den Text evtl. noch unter „Willkommen“ posten.) Wer sich trotzdem sorgen will, ist selbst schuld ;)
      Liebe Grüße! Mathilda

  2. Facebook ist für Freunde und Familie. Ein Blog ist für die Welt. Vielleicht ist völlige Anonymität wirklich hilfreicher bei einem Blog. Ich stecke noch voll im Anfang und mache mir da so meine Gedanken wie ich das ganze angehen soll; natürlich hängt das auch vom Inhalt eines Blogs ab. Einerseits sind vielleicht gerade die Reaktionen des bekannten Umfelds interessant, andererseits führt das zu diesen und jenen Nebenwirlungen :-)

    • Mal wieder danke für deinen Kommentar! Ich habe anfangs nur wenigen Freunden von diesem Blog erzählt. Nachdem ich hier meinen Stil zu einem guten Teil gefunden habe, bin ich mittlerweile recht offen, sodass nun einige Freunde & Bekannte mitlesen. Diese müssen einfach lernen, mit diesem Teil von mir umzugehen. Vielleicht hilft dieser Beitrag ja dabei :)

  3. so toll das web 2.0 ist birgt es auch platz für viele missverständnisse. ich hatte das thema öfter mit meinem papa auf facebook. aber immerhin weiß man: die menschen sind interessiert!

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