Musikalische Schätze: Archive

[Fuck U]

Es ist Frühsommer und Abreisetag. Einmal mehr flüchte ich mich in die Küche des Tagungshauses wie in einen Kokon. Der lange Enno steht da und trocknet Geschirr ab. Er spricht nicht, nimmt einen Teller, eine Tasse nach der anderen, trocknet sie sorgfältig ab und stapelt sie aufeinander. Ich nehme seine Bewegungen nur aus dem Augenwinkel wahr, stehe da und schaue. Nach innen. Aus den Lautsprechern dröhnt Archive mit „Fuck U“. Es dauert einige Augenblicke bis ich ebenfalls nach einem Geschirrtuch greife. Ich stelle mich neben ihn, nehme einen Teller, eine Tasse nach der anderen, trockne sie sorgfältig ab und staple sie aufeinander. Ich betäube meine Emotion. Ennos Anwesenheit ist tröstlich. Ebenso das zu trocknende Geschirr, das Tuch in meiner Hand, die gleichmäßigen Bewegungen. Und natürlich die Musik.

[Noise]

6 Gedanken zu „Musikalische Schätze: Archive

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