Die Biokiste

Wie der geneigte Leser schon bemerkt hat, ist Essen gerade ein ganz großes und wunderbares Thema. Nicht, dass das etwas Neues wäre – ich koche und backe sehr gern, esse noch viel lieber und schätze dabei qualitativ hochwertige Lebensmittel. Trotzdem kommt es nicht von ungefähr, dass ich gerade in diesem Monat meine Rezeptrubrik hier weiter ausbauen und um das Gemüse-Allerlei und die Kokos-Lauch-Suppe ergänzen konnte. Seit ein paar Wochen haben wir nämlich ein Biokisten-Abo beim Obstbaubetrieb unseres Vertrauens. Davon möchte ich euch heute berichten.

Biokiste1

Die Biokiste wird einmal wöchentlich direkt an die Haustür geliefert. Auf Wunsch kann man sie auch 14-tägig haben oder einzelne Wochen (z.B. wenn man in den Urlaub fährt) aussetzen. Der Kostenpunkt bei unserer Kiste (Obst und Gemüse für 2-3 Personen) liegt bei 20 Euro.

Man kann aus unterschiedlichen Kisten auswählen: Single, 2-3 Personen oder eine große Kiste für 3-4 Personen.
Auch der Inhalt ist variabel: von Still- und Schonkost über reine Obst- bzw. Gemüsekisten bis hin zu einer bunten Mischung Obst und Gemüse. Dazu gibt es die Möglichkeit, kleinere und größere Päckchen an verschiedenen Käsesorten dazuzubuchen. Netterweise werden jede Woche zwei Rezeptvorschläge mitgeliefert, die einem vor allem die Verarbeitung von „ungewohnterem“ Gemüse erleichtern.

Hier ein Bild der Kiste, die mich zur Kokos-Lauch-Suppe motiviert hat:

Biokiste2Kokos-Lauch-Suppe

Normalerweise enthält die Kiste 1 Salatkopf, etwas „Standard-Gemüse“ wie Paprika/Tomate/Karotte/Kartoffel, zwei besondere Gemüsesorten wie Spinat, Kürbis, Rettich, Lauch, Fenchel, Mangold,… und an Obst die Klassiker Äpfel, Birne und Trauben sowie eine kleine Besonderheit wie Zwetschgen, Himbeeren oder Mango.

Ich halte das für eine schöne und abwechslungsreiche Zusammenstellung und bin damit sehr zufrieden!

Die Biokiste hat für uns folgende Vorteile:

  1. Die Lebensmittel haben allesamt eine sehr gute Qualität und stammen direkt aus der Region. Sie sind entweder aus eigenem Anbau oder wurden saisonal nach Bioland- oder Demeterkriterien zugekauft.
  2. Die Kiste wird geliefert und wir sparen uns somit das Einkaufen.
  3. À propos Sparen: Wir geben nun mehr Geld für Gemüse aus als vorher, allerdings sparen wir insgesamt beim Lebensmitteleinkauf. Das liegt daran, dass wir neben dem regelmäßigen Einkauf beim Metzger/Bäcker nicht mehr so oft Einkaufen gehen. Es reicht im Prinzip ein Großeinkauf, bei dem wir länger haltbare Produkte wie Mehl, Reis, Nudeln,… kaufen. Das Obst ersetzt uns einiges an Süßigkeiten und die Kiste an sich bewahrt vor der Leere im Kühlschrank, die in der Vergangenheit öfter zu spontanen Pizzabestellungen u.Ä. geführt hat.
  4. Wir kochen und essen abwechslungsreich und lernen neue Rezepte und Gemüsesorten kennen. Ohne die Kiste hätte ich weder frischen Blattspinat gekauft noch eine Kürbis-Lauch-Suppe ausprobiert. Obwohl ich durch diverse Blogs immer wieder mit neuen Rezeptideen konfrontiert bin, führt das bei mir nur ab und an dazu, diese auch selbst nachzukochen und davor natürlich dafür einzukaufen. Jetzt habe ich die Herausforderung sozusagen im eigenen Kühlschrank und kann mich kulinarisch voll austoben.
  5. Obst und Gemüse sind im Gegensatz zum Supermarkt nicht in Plastik eingepackt und kommen auch nicht in einer Plastiktüte an. Gut, die Kiste ist aus Kunststoff, aber da drücke ich angesichts der Dauernutzung ein Auge zu. Wenig Verständnis habe ich hingegen für die unnötigen Verpackungen im Supermarkt – hier ist die Biokiste die optimale Alternative.
  6. Mit unserem Abo unterstützen wir einen Traditions- und Familienbetrieb direkt vor Ort, der sich bereits in Zeiten vor EG-Bio-Öko-usw.-Verordnungen dem Thema regionale und ökologische Landwirtschaft gewidmet hat.

Wie ihr seht, gibt es sowohl ideelle als auch ökonomische Gründe, die bei uns für die Biokiste sprechen. Am wichtigsten ist jedoch, dass es mir persönlich jeden Tag große Freude bereitet, etwas aus der Kiste zuzubreiten.
Obwohl ich dachte, dass ich bisher auch sehr gut und gesund esse, habe ich hier eine wirkliche Veränderung festgestellt: Ich ernähre mich gesünder, habe mehr Lust am Essen und Freude am Kochen und bin selbst ganz erstaunt und glücklich über diese Steigerung der Lebensqualität!

Wer jetzt mit dem Gedanken spielt, auch ein Biokisten-Abo anzufangen, der kann sich einfach unter dem Stichwort „Biokiste“ oder auch „Ökokiste“ informieren. Schaut einfach mal, was es bei euch in der Gegend so gibt!
Außerdem würde ich mich sehr über Erfahrungsberichte von anderen freuen – Was ist in eurer Kiste so drin? Seid ihr zufrieden damit? Wo seht ihr Vor- oder auch Nachteile?

Ich bin gepannt!
Mathilda

10 Gedanken zu „Die Biokiste

  1. Von den Kisten habe ich schon öfters gehört. Womit ich ein Problem hätte ist, dass ich vorgegebene Sets kaufen muss. Ich suche mir ein Rezept aus und besorge passend die Lebensmittel, esse ungern etwas nur weil es dabei war – ich muss schon Appetit darauf haben, sonst verdirbt es und landet doch im Müll. Bei uns in der Gegend gibt es ein paar Bioläden auf den Bauernhöfen oder den Gemüsemarkt 2x die Woche. Dort kauft man die Sachen ohne Plastik, bringt eigene Taschen oder Körbe mit. Der Vorteil ist, man sucht sich die Sachen selbst aus.
    Wer keine Zeit hat, weil er arbeiten muss, kann bei einer Gemüse- und Obsthändlerin die Einkaufsliste abgeben und holt die Sachen nach der Arbeit einfach in ihrem Laden abholbereit in einer Holzkiste ab. Die Preise sind nicht wesentlich höher als im Laden, dafür spart man die Zeit und hat bessere Qualität. Die Ware kommt frisch vom Großmarkt, wo alle ihre Waren beziehen. So erzählt das Obst und Gemüse noch eher Vitamine, weil sie noch nicht so viel hinter sich hat.
    Wie wird das eigentlich geliefert und was passiert, wenn man nicht zu Hause ist?
    LG, Emma

    • Hallo Emma! Danke für deinen Kommentar. Ich glaube, du isst unter der Woche auch auswärts und kochst nicht jeden Tag, oder? Ich bin ja schon seit Monaten dauerhaft zuhause und mache mir da immer ein warmes Mittagessen. Ich habe eine Woche Zeit, die verschiedenen Gemüsesorten zu verbrauchen – wenn ich am einen Tag keine Lust auf etwas Bestimmtes (oder auf ein aufwändigeres Rezept) habe, mache ich es eben ein paar Tage später. Bisher hatte ich noch nichts dabei, das ich nicht mochte oder nicht im Lauf der Woche irgendwie verarbeiten konnte. Einmal waren Zwetschgen drin, da habe ich dann schnell 2 Gläser Marmelade eingekocht, weil es in den Tagen davor schon Unmengen an Zwetschgenkuchen gab. Und einmal haben wir einen Salat nicht gegessen, weil wir doch mehr unterwegs waren als gedacht – da ist es dann schade, den wegzuwerfen. Aber bisher ist es die absolute Ausnahme. Meist bin ich froh, nicht groß überlegen zu müssen, was es diese Woche geben soll… :-)
      Die Kiste wird von einem Mitarbeiter gebracht, der immer eine bestimmte Tour fährt durch die entsprechenden Stadtteile. Wenn man nicht da ist, stellt er sie uns an einen verabredeten Platz am Haus. Da muss man nur daran denken, die alte Kiste rauszustellen, damit er sie wieder mitnehmen kann ;-)
      Liebe Grüße! Mathilda

      • Wenn man täglich kocht, macht das eher Sinn. In der Woche gehen wir täglich Mittagessen, weil wir sonst erst spät am Abend essen würden, was nicht wirklich gesund ist. Immer zu schauen, dass man alles aufbraucht wäre mir dann zu stressig und mal gerade Marmelade zu kochen, dazu fehlt dann nach einem langen Arbeitstag die Zeit. Wäre ich zu Hause, würde ich einiges anders machen.
        LG, Emma

      • Ja, ich glaube, dadurch, dass ich zuhause bin, passt es gerade sehr gut. Ich weiß auch nicht, wie es wäre, wenn ich die ganze Woche auswärts essen würde. Dann wäre die Kiste wohl zu viel für uns.

  2. Meine Eltern haben schon jahrelang so eine Kiste, früher habe ich das noch nicht so bewusst geschätzt, mittlerweile hätte ich so was auch ganz gerne. Stelle ich mir hier nur etwas schwierig vor, ich weiß nicht, wie lange eine Kiste voll frischem Obst und Gemüse im Hausflur stehen bleiben würde ;)

    • Ja, bei dir bliebe die vermutlich wirklich nicht lang unversehrt ;-) Das ist der Nachteil an der Großstadt bzw. hängt natürlich auch stark davon ab, wo & wie man wohnt. Wo gehst du denn einkaufen, Anne?

      • Aus Faulheits- und Bequemlichkeitsgründen dann doch meistens bei Penny. Auch wenn ich mir ständig wieder vornehme, Gemüse mal bei einem der zahlreichen türkischen Läden in der Nachbarschaft zu kaufen oder einen Markt in der Nähe ausfindig zu machen. Es wäre ja so einfach!

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