Happy People – ein Jahr in der Taiga

Ich möchte euch heute auf einen Film aufmerksam machen, der mich sehr beeindruckt hat:
„Happy People – ein Jahr in der Taiga“.

Der Film ist ein Porträt des Lebens in der sibirischen Taiga und begleitet die Bewohner des Dorfes Bakhta durch ihren Alltag. Besonders im Blick steht dabei das Leben der Trapper bzw. Jäger. Ein einzelner Jäger wird durch alle vier Jahreszeiten begleitet, die Vorbereitungen für die Jagdsaison im Frühling und Sommer, die Ernte im Herbst und schließlich die Jagd im Winter, bei der er alleine auf einem Gebiet von 1500 Quadratkilometer mit seinem Hund unterwegs ist.

Das Material des Films stammt von Dmitry Vasyukov und wurde vom deutschen Regisseur Werner Herzog für diesen Film weiterverwendet. Herzog persönlich kommentiert die Bilder aus dem Off, hält sich aber auch über weite Strecken zurück, sodass man die Bilder ganz auf sich wirken lassen kann. Die Schönheit, Weite, aber auch Härte der Natur sind überwältigend. Ziemlich zu Beginn des Films sagt der Trapper:

Man sagt, man kann einem Mann alles nehmen, seinen Reichtum, seine Gesundheit und all das. Nur sein Handwerk, das kann man ihm nicht nehmen. Hat man ein Handwerk erlernt, dann beherrscht man es für den Rest seines Lebens.

Um in der rauen und ursprünglichen Natur überleben zu können, sind diese handwerklichen Fertigkeiten mehr als nötig. Die rund 300 Menschen aus Bakhta leben in völliger Abgeschiedenheit – ohne Telefon, fließendes Wasser oder medizinische Versorgung. Sie ernähren sich hauptsächlich vom Fisch, den sie im Fluss Yenisei fangen können. Die Trapper stellen ihre Fallen vor allem, um Zobel (eine Art Marder) zu fangen, die sie dann verkaufen können.

Den englischen Trailer zum Film findet ihr hier. Leider ist der Film online nicht auf deutsch verfügbar. Auf Englisch kann durch sich durch die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter schauen – vielleicht seid ihr aber auch Mitglied bei Lovefilm, maxdome,… und findet den Film da in euren Paketen oder könnt ihn für 3 Euro leihen.

Ich persönlich liebe solche Dokumentationen über andere Länder und Kulturen. Gerade Sibiren hat es mir in letzter Zeit sehr angetan. Ich bewundere die Menschen, die dort leben. Sie können es nur, indem sie jeden Tag harte körperliche Arbeit verrichten und sich ganz auf den Rhythmus der Natur einlassen. Wenn ich einen Einblick in ein solches Leben bekomme, betrachte ich mein eigenes westliches Leben aus einem anderen Blickwinkel. Da ist die übliche Frage, ob wir wirklich für ein Leben mit so vielen technischen Erleichterungen und so viel Freizeit gemacht sind. Wie wir es verantwortungsvoll gestalten können. Und wo und wie und mit wem ich persönlich überhaupt leben möchte.
Wer zu diesem Thema noch weitere Gedankenanstöße wünscht, kann gern bei Frau Haessy reinschauen, die letzten Monat einen nachdenkenswerten Beirag über „Irgendwas mit Mammuts“ schrieb.

Ansonsten lasst euch einfach gefangen nehmen von der sibirischen Wildnis, von Naturgewalten und einer fremden Kultur! Ich wünsche euch viel Freude beim Schauen!

2 Gedanken zu „Happy People – ein Jahr in der Taiga

  1. Ich schaue gerne und oft Dokumentationen über andere Länder. Es erinnert mich an eine Doku über die Besatzung der Station am Nordpool, wie sie dort in Abgeschiedenheit überwintert. Aber auch über einen Dorf in Nordkanada in Yukon, das im Winter ebenfalls völlig abgeschnitten vom Rest der Bevölkerung lebt. 3sat bring die Berichte immer wieder.Taiga ist genauso weitläufig und diese Doku erinnert mich so in etwa an das, was ich gesehen habe. Mein Onkel war öfters als Wissenschaftler in Taiga unterwegs und hat schon BBC und andere Produktione bei ihren Drehs begleitet. Ich hatte die Bilder oft bewundert. Maxdome habe ich, müsste ich schauen, ob ich die Doku finde. Sie kommt sicherlich auch im TV.

    • Oh, eine Sendung über Forscher in der Antarktis habe ich auch auf meiner Liste.. Vermutlich ist es eine ähnliche oder sogar die gleiche. Diese Art von Dokus ist wirklich großartig, da lohnt sich die Fernsehzeit! Was mir auch gefallen hat, ist „Babys“, über Geburt und Babyzeit in verschiedenen Ländern. Man sieht parallel die Babys in ihren ersten Monaten, die Kontraste der Kulturen sind faszinierend!

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