Mein Wort für 2015: Hingabe

Seid ihr alle gut ins neue Jahr gekommen? Ich musste mich ja wirklich zurückhalten, an Neujahr nicht gleich den nächsten Beitrag zu schreiben und euch da schon von meinem Wort für 2015 zu erzählen. Der Vorteil, erst jetzt darüber zu schreiben, liegt jedoch klar auf der Hand: Mein Wort für 2015 ist ganze 8 Tage erprobter und fühlt sich immer noch genauso perfekt an.

Aber von vorne: Wie ich schon hier und da berichtete, reflektiere ich Ende Dezember gern das alte Jahr mit dem Workbook von Susannah Conway. Fast noch wichtiger als der Rückblick ist jedoch der Ausblick auf das neue Jahr. Welche Pläne und Ziele habe ich? Was liegt an? An welchen Stellen will ich investieren, an welchen mich zurücknehmen? Susannahs Fragen für das neue Jahr machen Mut, groß zu träumen und dann aber nicht bei einer schillernden Vision stehen zu bleiben, sondern ganz konkret Schritte zu wagen.

Ein wichtiger Baustein dabei ist das Wort für das neue Jahr. Es handelt sich dabei um ein Wort, das einen im jeweiligen Jahr begleitet. Es kann ein persönliches Ziel verdeutlichen, einen Wunsch, ein Bedürfnis und einfach etwas, das man im Blick behalten möchte. Im Dezember war ich zunächst noch völlig ohne Plan, was mein Wort für 2015 sein sollte. Ich nahm mir ein paar Tage Zeit, immer wieder darüber nachzudenken, wohin ich mit 2015 will und wovon ich mehr in meinem Leben brauche. Es ist mir wichtig, dass mein Wort etwas Ermutigendes und Beflügelndes hat, dass ich gern daran denke und mich dadurch beschwingt fühle, die Dinge auch anzupacken.

Nun ist mein Wort für 2015 Hingabe. Auf einem kleinen Umweg habe ich es gefunden, denn zunächst hatte ich das Wort Stärke im Sinn. Da ich ein paar wirklich große Brocken vor mir habe, dachte ich, dass es für dieses Jahr sehr passend sein konnte. In meinem Versuch, Stärke näher zu beschreiben, entdeckte ich schließlich den Begriff der Hingabe, der noch so viel besser passt. Stärke bedeutet für mich gesammelt und aktiv zu sein, mein Leben bewusst zu leben, entsprechend aufzutreten und dabei die Zeit auszukaufen.

Hingabe beschreibt diesen Zustand mit noch mehr Liebe und Herzblut. Dazu passt für mich auch gut der Spruch, den ich zum Jahreswechsel auf Twitter las:

2015
1. Identify the essential
2. Eliminate the rest

Das trifft es so gut. Man kann nicht an alles und jeden hingegeben sein, sondern bei Hingabe geht es um die Dinge und Menschen, die mir wirklich wichtig sind. Mit wem möchte ich dieses Jahr Zeit verbringen? (Nicht nur sagen, ach, wäre das schön, sich mal wiederzusehen, sondern auch tatsächlich was ausmachen!) Welche Projekte will ich vorantreiben? Welchen Traum endlich verwirklichen?

Als unterstützende Wörter habe ich mir – neben dem schon gefundenen Begriff der Stärke – noch drei weitere ausgesucht:

1. Vertrauen
Vertrauen war mein Wort in einem sehr gelungenen Jahr 2013, ich habe es auf verschiedene Bereiche bezogen – Vertrauen in Menschen, in Gott und in mich selbst – und es war mir ein guter Wegbegleiter. Die Erfahrung, vertrauen zu können, war etwas, was ich sehr nötig hatte und an vielen Stellen wurde ich nicht enttäuscht. Ende 2013 konnte ich notieren, dass ich ein tiefes Vertrauen in das Leben selbst und den Lebensweg als Grundgefühl empfinde. Diese Vertrauensbeziehungen sollen mich auch 2015 begleiten, ich will nicht vergessen, welch gute Menschen mir zur Seite gestellt sind und was ich schon an Erfahrungen machen konnte.

2. Gebet
Gebet, tatsächlich. Ich und Beten, das ist ja nicht immer so die beste Paarung. Mit meinem früheren freikirchlichen Gebetsgeplappere kann ich nicht mehr viel anfangen und außer manchen kontemplativen Zeiten habe ich auch noch keine richtige Alternative für mich gefunden. Stattdessen beschwert mich mein Kopf so oft mit Gedanken, ob ein Gebet nun angemessen und gut und richtig sei, dass ich am Ende oft eher schweige oder ganz auf das Gebet verzichte. Dabei ist das Gebet eine Quelle der Kraft! (Ja, ist es wirklich.) Und weil mein erster Punkt ja „Vertrauen“ ist, will ich es wagen und mit bewussten Gebetszeiten die Hingabe auch in und aus dem geistlichen Bereich leben.

3. Disziplin
In Sachen Disziplin ist ein Umdenken angesagt: Disziplin ist FÜR mich, hilft mir und macht mich stärker. Disziplin hilft mir, mit Hingabe die Dinge zu tun, die mir wirklich wichtig sind. Es wird mir besser gehen, wenn ich früher ins Bett gehe und früher aufstehe. Ich werde mehr vom Tag haben. Disziplin zu halten ist keine Aufgabe für sich selbst, sondern Disziplin ist immer eine Unterstützung von etwas Größerem. Dieses Denken hämmere ich nun seit einigen Tagen in meinen Kopf und kann bisher nur feststellen: Es bewahrheitet sich.

Ja, das sind große Worte und wieder einmal geht es um eine Lebenseinstellung und nicht um eine Handvoll guter Vorsätze, von denen schon im Februar kaum mehr was übrig sein wird. Wie ich schon einmal schrieb: Ich lebe mein Leben am liebsten von innen nach außen. Wovon ich innerlich überzeugt bin, das wird auch nach außen hin – über kurz oder lang – sichtbar werden. Scheitern gehört zum Leben dazu, es soll einen nur nicht davon abhalten, den gewählten und für gut & richtig befundenen Weg weiterzugehen.

Habt ihr auch ein Wort für 2015? Ein Motto oder ein ganz bestimmtes Ziel? Wer und wie wollt ihr 2015 sein?

11 Gedanken zu „Mein Wort für 2015: Hingabe

  1. Ich will der Biber sein. Klingt erst mal kryptisch. Hintergrund: Ich beschäftige mich nebenher immer wieder mal ein bisschen mit Esoterik (so halb erst). Schon vor Jahren (oder gar Jahrzehnten) bin ich auf das indianische Medizinrad gestoßen. Ob das wirklich authentisch indianisch ist, weiß ich nicht. Jedenfalls gibt’s da unter anderem die Seelentiere/ Tiertotems, wie immer man das nennen will. Die sind jeweils einem Monat zugeordnet und stehen für bestimmte Eigenschaften, Tugenden, Schwächen… Mein Geburtsmonat ist der Monat des Bibers. Fand ich immer nicht so toll, weil es ja viel tollere Tiere gibt (z.B. den Falken). Jetzt fiel mir das Buch wieder in die Hände und ich las, dass der Biber unter anderem für Beharrlichkeit und Kreativität steht, und auch für die Fähigkeit, sich in mehreren Elementen (Wasser und Land) souverän zu bewegen. Eine Biberburg entsteht nicht über Nacht, aber es ist erstaunlich, dass diese verhältnismäßig kleinen und plumpen Tiere solche Bauten zuwege bringen. Und außerdem steht der Biber für Gestaltung und Wandel. Das passt alles grade total. Also: ICh werde versuchen, in diesen Zeiten des Umbruchs wo alles drunter und drüber geht, meinen inneren Biber wach zu küssen. Mit Beharrlichkeit, Geduld und Kreativität die Aufgaben meistern, die vor mir liegen.

    • Hallo Christine, danke für deinen Kommentar! Der Biber klingt wirklich erst mal merkwürdig, aber so wie du es erklärst, gut verständlich. Beharrlichkeit & Kreativität, das passt ja wirklich gut zu deiner neuen Lebensphase! Im Übrigen finde ich, dass Biber ziemlich coole Tiere sind :-) Liebe Grüße! Mathilda

  2. äääähhhh…. ich hab noch nicht so über Jahresworte nachgedacht, aber als ich das las, fing der Gedanke in mir an zu wachsen und dachte, Disziplin wär nicht schlecht in meinem Leben.

    Hm.
    na ja. Vielleicht ist das wie mit „Stärke“. das erste Wort ist nicht immer richtig.
    Eigentlich mag ich Disziplin nämlich nicht sehr (nicht nur, weil ich spätestens beim p immer gucken muss, ob ich keinen Buchstaben vergessen hab oder die Reihenfolge stimmt). Auch wenn ich weiß, dass Dis. mir hilft.

    • Dis-zi-plin, 3 Silben, jeweils ein i, so einfach ist das ;-) Mir wäre das als Jahreswort nach wie vor noch zu wenig beflügelnd, da Disziplin für mich ganz viel mit Anstrengung zu tun hat und nicht so sehr mit dem Schwung, der mir viel lieber ist. Aber wie du schon gelesen hast, ich denke um! Bin gespannt, ob du vielleicht auch noch ein für dich passendes Wort findest! Liebe Grüße!

  3. 3 Silben und jede ein i? Warum sagt mir das denn keiner vorher?! Mann ey.

    Also, ich glaub, Gott mag bei mir Jahresworterecycling.
    Es fühlt sich so an, als wäre es mal wieder „siehe, ich mache alles neu“. (das ist nicht neu, hehe)
    Dazu gehört auch die wunderbare Abschlusspredigt vom 2014er Freakstock.
    Und die Zusagen, die er mir letztes Jahr gesagt hat. Die zumeist das bekräftigten, was er mir im Jahr davor gesagt hat.

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