Traumstadt Florenz + Tipps

Man darf es ja keinem sagen (und schreibt es darum auf sein Blog), aber der ausschlaggebende Faktor für meinen Florenzbesuch lag in einem kleinen Tweet, der mich sehr neugierig gemacht hat:

Dieser Hinweis komplettierte mein aus der Ferne sehr positives Bild von Florenz und motivierte mich dazu, mir die Stadt genauer anzuschauen. Umso frustrierender war es für mich, die ersten Tage im Hotelzimmer zuzubringen. Da war ich schon in meiner potentiellen Traumstadt, aber konnte den Fuß nicht vor die Tür setzen!

1. Markthalle und Kirche San Lorenzo

Dafür genoss ich es schließlich umso mehr, durch die Straßen zu bummeln, gemütlich in einem kleinen Café zu frühstücken und dem Treiben der Stadt zuzuschauen. Dank dieses Blogposts von Francesca verpassten wir es nicht, die große Markthalle anzuschauen, deren Restaurantbereich im ersten Stock allerdings erst um 10 Uhr öffnet. Anschließend ging es in die Kirche San Lorenzo, was auch Francescas Vorschlag entspricht, ich aber ganz vergessen hatte. San Lorenzo ist die älteste Kirche in Florenz, die 393 geweiht wurde. Für die Kirche zahlt man 4,50 Euro Eintritt und kann auch den wunderschönen Innenhof daneben und einen Bereich im Keller ansehen. Schaut man nur von außen durch den kleinen Spalt der Kirchentür, sieht der Raum lange nicht so beeindruckend aus wie von innen. In den Seitenbereichen sind verschiedene Gemälde, von denen mich dieses hier besonders berührte. Es wurde von Pietro Annigoni im Jahr 1963 und zeigt Josef mit Jesus. Ebenfalls sehr inspiriend war für mich die Darstellung der 26jährig verstorbenen Berta Moltke Withfield, wie sie von einem Engel in den Himmel getragen wird (hier und hier im Detail). Leider zeigen die Bilder es von der rechten Seite, mir hat die Sicht von links noch sehr viel besser gefallen. Wie der Engel seinen Arm um ihre Taille legt, ist wunderschön anzusehen.

2. Eine Messe in Santa Croce

Wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem Florenz von Touristen noch mehr überfüllt ist als im August, dann sind es eindeutig die Sonntage im August. Sie bilden sozusagen den touristischen Höhepunkt. Der Dom hat nur nachmittags für ein paar Stunden geöffnet (lange und noch längere Schlangen garantiert) und wenn man sich nicht vorsieht, hat man gleich drei Selfie-Sticks auf einmal gekauft. Also ließen wir uns am Sonntag einfach treiben (vielleicht ein wenig wie Isabella es hier in Punkt 1 empfiehlt) und landeten so auf den Treppen von Santa Croce.

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Spontan entschieden wir, die Messe in der Franziskanerkirche zu besuchen. Es ist angenehm kühl und ruhig, niemand läuft herum und knipst unermüdlich Fotos, so können wir wirklich in der Kirche ankommen. Auf gefalteten Blättern steht der Ablauf des Gottesdienstes samt allen gesprochenen Worten (außer der Predigt) und dank Lateinkenntnissen und der Tatsache, dass ich, naja, nicht ganz fachfremd bin, kann ich gut folgen. Ich mag es, Gebete und Bekenntnisse im Wechsel zu sprechen, es ist inhaltlich dicht und erfordert höchste Konzentration, es ist Einkehr und Achtsamkeit. Nach dem Gottesdienst gehen wir auf den Priester zu und bitten um Gebet für uns. Er ist angesichts meiner Italienischbrocken zwar sichtlich irritiert, doch nachdem die Frage dann ankam, sagt er uns zu, bei der nächsten Messe an uns zu denken. Auch nicht schlecht.

3. Mit dem Roller ins Umland

Unsere Rollerfahrt hatte ich schon erwähnt und ich kann es nur empfehlen! Wir liehen hier zwei Roller aus und düsten von Florenz aus gen Süden. Zunächst einmal hinauf auf den Piazzale Michelangelo, von wo aus man wirklich einen traumhaften Blick über die Stadt hat.

Blick vom Piazzale Michelangelo

Blick vom Piazzale Michelangelo

Anschließend nahmen wir die Schnellstraße 222, die Via Chiantigiana, und fuhren zunächst nach Greve, um uns im Supermarkt mit ausreichend Wasser und Lebensmitteln für ein Picknick einzudecken. Anschließend ging es weiter bis Castellina. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicher noch nach San Gimignano gefahren, um dort all die Türmchen zu bewundern. So jedoch machten wir immer wieder an schönen Stellen Halt, genossen die Natur und fanden auch ein lauschiges Plätzchen für unser Picknick. Ein Traumtag mit Sonnenbrand inklusive!

Fazit

Über die Innenstadt von Florenz mit all ihren Sehenwürdigkeiten könnte man nun sicher fünf weitere Blogposts verfassen, doch ich beschränke mich hier auf den Hinweis, sich einen guten Stadtplan zuzulegen und die Gassen, Kirchen und Plätze selbst zu erlaufen. Ausruhen könnt ihr euch in der Loggia dei Lanzi, einem Arkadenbau mit Blick auf die Piazza della Signoria. Angeblich darf man sich hier zu Zeiten des Hochbetriebs nur 15 Minuten aufhalten, doch wenn man nicht nur von Statue zu Statue eilt, sondern sich an den Seiten auf die Stufen setzt, kommt diese Verschnaufpause sehr gelegen. Spätestens an diesem Ort wusste ich – trotz Menschenmassen, Hitze und zu vielen Handykameras -, dass Florenz eine Stadt für mich ist. Kunst, Kultur und pulsierendes Leben, gepaart mit einer träumerischen Leichtigkeit sowie der Möglichkeit, sich einfach in einen schönen Garten oder Park zu legen und in den Himmel zu schauen – da kann das Herz aufatmen.

Blick vom Ponte Vecchio

Blick vom Ponte Vecchio

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig Lust auf einen Florenztrip gemacht. Ganz bestimmt werde ich wiederkommen und mir all das ansehen, wofür dieses Mal die Zeit fehlte.
Habt ihr noch Tipps? Immer her damit!

5 Gedanken zu „Traumstadt Florenz + Tipps

  1. Das Bild mit Jesus und Josef ist WUN-DER-BAR.
    So menschlich. Lebensnah. Echt.

    Was hat es mit Frau Moltke Withfield auf sich?
    Herr Guggel kennt sie nur in Bezug auf die Skulptur. Aber der ist ja auch nicht perfekt………

  2. Da könnte ich dir eine ganze Liste geben mit kulinarischen Tipps aus unserer Florenz-Abschlusszeitung :) Aber wer weiß, ob die nach den gut zwei Jahren, die das her ist, nicht schon wieder überholt sind… freut mich jedenfalls, dass es dir dort gefallen hat!

  3. Pingback: Rom, du ewige Stadt + Tipps | Preach it, Baby!

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