Rom, du ewige Stadt + Tipps

Wenn Florenz angesichts alter Bauten, Kirchen und Plätzen beeindruckend ist, so ist Rom umwerfend. Überhaupt kann in Sachen „Überreste aus einer anderen Zeit auf engem Raum“ wohl keine andere Stadt Rom das Wasser reichen. Der Ehrenname „Die ewige Stadt“ besteht zu Recht, in Rom kann man abtauchen in vergangene Zeiten und wird dabei ein tiefes Gefühl für Dauer und Beständigkeit empfinden.

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Im August sind die Römer ausgeflogen und die Stadt ist von Touristen überfüllt. Das muss man wissen und damit leben oder sich einfach einen anderen Reisezeitpunkt suchen. Im Folgenden geht es mir dieses Mal weniger um „Das muss man gesehen haben!“-Tipps als vielmehr um grundsätzliche Reiseüberlegungen. Denn DASS sich Rom als Reiseziel lohnt, steht für mich außer Frage.

Variante A: komfortabel, spontan, teuer

Anreise: Flug
Unterkunft: Hotel, zentral gelegen

Diese Variante ist für Leute, die auch gern mal einen Kurzurlaub übers Wochenende machen. 3 Tage Rom, das ist angesichts der Sehenswürdigkeiten natürlich kurz, doch um inspiriert und zufrieden wieder heimzukommen, genau richtig. Hier würde ich einen Flug buchen, ein zentral gelegenes Hotel auswählen und dadurch so viel wie möglich Zeit in der Stadt statt auf der Strecke verbringen. Wir hatten eine Unterkunft, die etwas außerhalb lag, und auch wenn es die Metro und Busse gibt, haben wir doch einiges an Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht. Wer zentral wohnt, kann sich trotzdem ein 48-Stunden-Ticket für Bus und Bahn kaufen, ist allerdings viel schneller am Zielort.

Rom ist grundsätzlich teuer und das gilt selbstverständlich auch für Restaurants und Imbissbuden. Wer nicht lange nach einem günstigeren Lokal suchen will, tut gut daran, entsprechend Geld einzuplanen. Gerade im Viertel rund um die Spanische Treppe gibt es tolle Restaurants, die allerdings auch ihren Preis haben. Wenn man das im Voraus weiß, kann man ohne schlechtes Gewissen zuschlagen.

Ein Tipp: Im Urbana47 (in der Via Urbana 47) im Viertel Monti gibt es herausragend gutes Essen. Gehobene Küche, leckerer Wein und ein ganz eigener Einrichtungsstil. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und den Abend genossen!

Türen

Variante B: einfach, organisiert, nicht ganz so teuer

Anreise: Auto, Bahn oder Flug
Unterkunft: AirBnB o.Ä.

Diese Variante ist gut geeignet für Schnäppchenjäger, Pfadfinder und den studentischen Geldbeutel. Man suche sich eine Unterkunft über AirBnB o.Ä., die ein wenig außerhalb gelegen und dadurch etwas günstiger ist. Eine Privatunterkunft ist im Gegensatz zum Hotel natürlich viel individueller und spannender. Wir hatten eigentlich nur ein Zimmer gebucht, dann aber für die 3 Tage die ganze Wohnung für uns. So erhält man einen authentischen Blick ins ‚römische Leben‘. Wir hatten auch das Glück, dass unser Gastgeber uns im Voraus den Kühlschrank vollpackte und wir jeden Morgen ein leckeres Frühstück genießen konnten – und das in unseren ‚eigenen‘ 4 Wänden und nicht im Hotel mit zig anderen Menschen.

Möchte man auch tagsüber nicht so viel Geld ausgeben, muss man clever planen. Auch das Essen ‚auf die Hand‘ ist meist teuer, also halte ich es für sinnvoll, sich nach einem ausgiebigen Frühstück zuhause ein Vesper für unterwegs einzupacken. Hier muss man natürlich gut aufpassen, welche Lebensmittel auch die Hitze vertragen, z.B. Äpfel, Nektarinen, Karotten, Müsliriegel, Vollkornbrot mit geräucherter Wurst/Schinken, Landjäger, Nüsse/Studentenfutter… Dann braucht man sich einfach nur eine Bank oder ein anderes lauschiges Plätzchen suchen und ist tagsüber gut verpflegt. Abends heißt es dann, die Heimreise antreten, im Supermarkt einkaufen und zuhause kochen. So haben wir es an einem Abend gemacht und diesen sehr genossen. Alle Fenster auf und das Leben im Stadtteil hautnah mitbekommen.

Colloseum1
Tipps

Vom Programm her würde ich in beiden Fällen zunächst die typisch touristische Hop-on-Hop-off-Bustour machen. Es gibt preislich unterschiedliche Varianten ab 18 Euro pro Person. Man kann auswählen, ob man einmal komplett durchfährt, ob das Ticket für diesen Tag oder für 24h gilt, usw. Am ersten Abend setzten wir uns also oben in einen solchen Bus, hatten einen tollen Blick über die ganze Stadt, dazu einige Infos über den Audioguide im Ohr und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen. Das würde ich definitiv wieder so machen!

Grundsätzlich gilt: In Rom gibt es so vieles zu sehen, dass es mir bei einem Kurztrip geradezu verrückt erscheint, Geld für einen Museumsbesuch auszugeben, wenn man eine große Menge an Sehenswürdigkeiten schlicht zu Fuß ‚erlaufen‘ kann. Dafür sollte man natürlich geeignetes Schuhwerk anziehen, die Füße werden es einem danken!

Dennoch stellt sich die Frage nach den Klassikern: Vatikan und Colloseum – ja oder nein? Lohnt sich ein Besuch? Eine geführte Tour? Oder kann man drauf versichten? Wir haben das Colloseum nur von außen gesehen, aber eine Vatikantour gemacht und diese Frage anschließend heiß diskutiert. Unser Fazit zum Vatikan: Mach es, wenn du es wirklich machen willst und interessiert bist! Wenn es für dich nur ein Punkt auf einer allgemeinen Rom-To-Do-Liste ist, du aber kein eigenes Interesse oder einen persönlichen Bezug dazu hast, dann kannst du dir Zeit & Geld sparen. Wenn du dich allerdings dafür entscheidest, wähle eine geführte Tour! Du wirst dir sonst nur beim Warten in den Schlangen die Beine in den Bauch stehen und einen ordentlichen Sonnenbrand holen.

Unsere Vatikantour haben wir mit Maya Tours gemacht und können es auch weiterempfehlen. Der Preis betrug ca. 50 Euro pro Person und wir umgingen damit ein doppeltes Anstehen in den Schlangen: Es gibt nämlich eine zum Petersdom und eine zu den Vatikanischen Museen. Mit der Tour ging es erst durch die Museen und dann von hinten her in den Petersdom. Der Vatikan war natürlich auch voll mit Touristen, obgleich unser deutschsprachiger Führer meinte, es wäre heute ja eher wie bei einer Privataudienz. Sollte das stimmen, möchte ich mit ihm nicht tauschen! Maya Tours bieten auch Führungen durch das Colloseum an – sicher auch keine schlechte Idee. Ich persönlich war aber auch schon mit dem Colloseum von außen glücklich!

Alle weiteren Reisetipps, die ich euch geben könnte, habe ich selbst von anderen Blogger*innen abgekupfert: Immer, wenn ich in den letzten Jahren auf einen interessanten Rombeitrag stieß, speicherte ich mir den Link in einem Lesezeichenordner und konnte nun im Vorfeld der Reise eine schöne Liste zusammenstellen. Dazu gehörten u.a. Eis bei Giolitti und Espresso im Caffè Sant’Eustachio. Außerdem lernte ich aus den Tipps von Freundinnen, dass man in den meisten Restaurant gut und günstig Pizza zum Mitnehmen bekommt, was ich mir gerade für abends auch sehr gut vorstellen kann – hier findet sich draußen bestimmt ein schönes Plätzchen. 

Fazit

Rom ist eine Reise wert – ja, eindeutig. Allerdings würde ich persönlich diese Stadt nicht mehr im August bereisen und mich in Zukunft für eine der beiden oben beschriebenen Varianten entscheiden. In beiden Fällen kann man es sich so richtig gut gehen lassen und eine Stadt entdecken, die schon beim bloßen Vorbeigehen viel zu bieten hat.

Habt ihr auch Tipps für Rom? Ich freue mich über Hinweise und Feedback!

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