Ausmisten mit der KonMari Methode (Erfahrungsbericht) – Teil II

Es folgt der zweite Teil meines Erfahrungsberichts zum Ausmisten mit der KonMari Methode. In Teil I habe ich erklärt, wie die Methode funktioniert und einige Vorab-Überlegungen geäußert. Nun widme ich mich dem Thema Kleidung.

Erfahrungsbericht – Teil II (Kleidung)

Kleidung1Ich schleppte also alle Kleidung samt Schuhen und Accessoires ins Wohnzimmer und breitete sie aus. Das war schon eine Hausnummer! Marie Kondo empfiehlt, die Kleidung dabei schon nach Oberteilen, Hosen, usw. zu sortieren – wie man sieht, fiel mir das erst hinterher auf.

Kleidung9Auf den klugen Hinweis meines Mannes packte ich auch die Kleidung auf den Haufen, von der ich mir sicher war, dass ich sie ja sowieso behalten würde. Im ersten Moment hatte ich mir noch gedacht: „Wozu? Ich kann die Jacke doch auch gleich in der Garderobe hängen lassen!“, doch es erwies sich tatsächlich als sinnvoll. Man braucht beim Aussortieren auch dieses gute, wohlige Gefühl, ein gern getragenes Kleidungsstück in den „Behalten“-Korb zu legen. In und um diesen herum gewann nämlich das Leben, das ich führen möchte, immer mehr an Schärfe.

Die Frage nach dem Zweck, den ein Teil in meinem Leben (erfüllt) hat, hat mir ebenfalls sehr geholfen – insbesondere dabei, Dinge loszulassen. Ich besitze einige bürotaugliche Kleidung, die ich mir in den letzten Jahren für diverse Praktika, oft kurzfristig, zugelegt habe. Schon beim letzten Praktikum trug ich nur noch einen bestimmten Anteil davon. Also sagte ich mir: „Gut, dass ich diese Bluse damals hatte und damit ins Büro gehen konnte. Heute weiß ich, dass ich lieber andere Kleidung trage. Danke und tschüß.“

Kleidung7Manchmal hatte ich die Situation, dass ich Teile aussortierte, die mir noch sehr gut gefielen oder sogar meinem Stil entsprachen. Es waren die Kleidungsstücke, die mir nicht mehr passten oder die sich beim Waschen verzogen hatten, sodass ich sie nur noch ungern trug. Außerdem fiel mir beim Aussortieren natürlich auf, was ich an Kleidung noch gerne hätte oder die bestehenden Outfits perfekt komplettieren würde. Dazu legte ich mir eine Wunschliste an, auf die ich alles schrieb, was ich gern haben wollte. Die Aussicht auf neue, passende Kleidung, erfüllt mich mit Vorfreude.

Ein weiteres Thema, das mich beschäftigt hat, war Hauskleidung. Marie Kondo sagt dazu: „Hauskleidung ist nicht Kleidung zweiter Wahl.“ Ich muss zugeben, dass dies bei mir lange Zeit der Fall war. Zuhause trug ich die Sachen auf, mit denen ich nicht mehr vor die Tür gehen wollte. Obwohl die Teile vielleicht einigermaßen bequem waren, passten sie sicher nicht zu meinem Stichwort der simplen Schönheit. Daher sortierte ich auch hier großzügig aus und behielt nur eine ausgewählte Zahl an Pullovern.

Kleidung3Leider verschwinden bei Marie Kondo alle aussortierten Gegenstände in großen, schwarzen Müllsäcken. Ich finde das furchtbar verschwenderisch und es passt auch nicht zu meinem Lebenskonzept. Daher unterteilte ich bei den ausgemisteten Dingen in „Müll“, „Flohmarkt“ und „hervorragend/neu“. In den Müll kamen Teile, bei denen ich mir sicher war, dass sie keiner mehr würde haben oder reparieren wollen. In die Flohmarktkiste kamen Sachen, die noch gut waren und die ich bereit war, zu verschenken. Für einzelne hervorragende, neuwertige Teile nahm ich mir vor, diese im Internet zu verkaufen.

Was wurde aus der Flohmarktkiste? Wenn ich mich in den folgenden Wochen mit Freundinnen oder der Familie traf, schaute ich jedes Mal zuvor in die Kiste, ob etwas nach deren Geschmack dabei sein könnte. Dieses nahm ich dann mit und bot es ihnen an. Wichtig dabei: Marie Kondo schreibt ein eigenes Kapitel darüber, dass man nicht einfach ausrangierte Kleidung an die kleine Schwester loswerden solle. Daher erklärte ich jeder Person im Vorfeld: „Schau, ob du etwas haben willst. Ich nehme auch alles komplett wieder zurück.“ Da ich keinem Ramsch anbot, fanden viele Teile großen Anklang und die Leute freuten sich richtig über die neuen Kleidungsstücke.

Kleidung4

Irgendwann kam beim Ausmisten der Punkt, an dem ich mich mit den Entscheidungen schwer tat. Ich hatte noch einen ganzen Stapel an Klamotten vor mir, ebenso einen Haufen Schuhe, und wusste nicht weiter. Das waren Teile, die in die „Behalten“-Kiste nicht richtig reinpassten, bei denen ich aber auch Hemmungen hatte, sie wegzuwerfen. Weil ich einige Zeit nur die Teile in die Hand genommen hatte, bei denen ich mir sicher war, in welche Kategorie sie gehörten, hatte ich nun den Haufen der Problemstücke vor mir und es ging nur noch schleppend voran. Als es mir gelungen war, den Berg auf ca. 6-8 Teile zu reduzieren, beschloss ich, dass ich selbst die Regeln mache und die Entscheidung offiziell zurückstellen würde. Ich packte die entsprechende Kleidung in ein Fach oberhalb meines eigentlichen Kleiderschrankes und werde in einiger Zeit noch einmal drangehen. Auch beim Verteilen der „Flohmarktkleidung“ stellte ich fest, dass ich an zwei Stücken doch noch sehr hing. Ich fischte sie wieder raus und sehe jetzt, dass sie doch gut zu meinem Stil passen.

Kleidung5

Auch für das Einräumen in den Kleiderschrank hat Marie Kondo einige gute Tipps auf Lager. Das Grundprinzip dabei ist, Kleidung nicht aufeinander zu stapeln, sondern eher klein zu falten bzw. zu rollen und in Schubladen aufzubewahren. Der Vorteil davon ist, dass man einen besseren Überblick über die Teile hat, jedes Kleidungsstück sehr gut greifen kann und es weniger Falten gibt, da nicht ein ganzer Stapel darauf lastet. Ich habe also auch meinen Kleiderschrank etwas umgeräumt und bewahre nun Tshirts, Sport- und Schlafkleidung in Schubladen auf. Insbesondere bei den Sportsachen ist der Vorteil enorm. Es handelt sich ja um ganz unterschiedliche Teile: kurze und lange Hosen, Sweatjacken, Tshirts,… auf die ich nun viel besser einzeln zugreifen kann. Für die langärmlichen Teile und vor allem für warme Pullover fand ich die Methode bei mir weniger geeignet. Sie staple ich nach wie vor übereinander. Übrigens: Als mein Mann meine Tshirtschublade gesehen hatte, räumte er auch seine Tshirts um.

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit den anderen Bereichen. 

Wie geht es euch mit dem Ausmisten von Kleidung? Habt ihr ein Ordnungsschema im Kleiderschrank? Habt ihr Sommer- und Winterkleidung oder lagert ihr alles gemeinsam? Was denkt ihr über Hauskleidung?

5 Gedanken zu „Ausmisten mit der KonMari Methode (Erfahrungsbericht) – Teil II

  1. Hallo!

    Diese Teile, wo ich nicht sicher bin, habe ich ähnlich wie Du in mein „Depot“ geräumt, wie ich es nenne. Übrigens – ein Jahr danach konnte ich fast alle Teile daraus verschenken bis auf 2-3, die ich in der Zwischenzeit heraus genommen hatte.

    Leider kann ich das mit den Schubladen nicht umsetzen, das finde ich so großartig! Aber ich habe nur winzige Schubladen für Socken und Unterwäsche.

    Finde ich super, dass Du Dich beim Wegwerfen nicht daran gehalten sondern Deinen eigenen Weg gefunden hast.

    lg
    Maria

    • Hallo Maria!
      So ein „Depot“ ist schon praktisch, solange es nicht zu groß wird ;-) Ich bin auch froh, dass ich die Regeln dann gebrochen habe, nur sollte man diesen Zeitpunkt natürlich möglichst spät wählen, wenn man von der jeweiligen Methode profitieren will :-)
      Wie ich sehe, geht es bei dir gerade auch wieder um Kleidung. Ein spannendes Thema!
      Liebe Grüße! Mathilda

      • Hallo Mathilda!

        Was mir am Depot gefällt ist, dass ich die Dinge meist nicht vermisse und mich nach kurzer Zeit dann trennen kann. Das bringt es in meinen Augen viel mehr als mit Gewalt Dinge wegzugeben.

        lg
        Maria

  2. Ich liebe ausmisten. Ich musste erst im Sommer groß ausmisten, von der KonMari Methode habe ich schon gehört, vielleicht kaufe ich mir das Buch jetzt auch!
    Bei Kleidung fällt es mir oft schwer, wenn ich emotional an einem Teil hänge- das Kleid habe ich zum Abiball getragen, den Pulli habe ich damals im Austauschjahr gekauft,… ich habe jetzt einfach ein Foto von dem Teil gemacht und das Foto als Erinnerung behalten und das Teil dann her gegeben. Der Tip, sich seinen Stil zu überlegen, ist eine gute Idee und hilft ganz sicher. Ich hab viele Teile, die meinem jetztigen Stil nicht mehr entsprechen. Danke für den Erfahrungsbericht!

  3. Pingback: Ausmisten mit der KonMari Methode (Erfahrungsbericht) – Teil III | Preach it, Baby!

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