Ausmisten mit der KonMari Methode (Erfahrungsbericht) – Teil III

Es folgt der dritte und letzte Teil meines Erfahrungsberichts zum Ausmisten mit der KonMari Methode. In Teil 1 habe ich erklärt, wie die Methode funktioniert und einige Vorab-Überlegungen geäußert. In Teil 2 habe ich mich vor allem dem Thema Kleidung gewidmet. Es geht weiter mit den anderen Bereichen.

Erfahrungsbericht – Teil III (weitere Bereiche)

Nachdem ich den Bereich „Kleidung“ abgeschlossen hatte, nahm ich mir das Bad vor und alles, was damit zu tun hatte. Es stellte sich heraus, dass es hier – wieder Erwarten – besonders sinnvoll war, alles an einem Ort zu sammeln, wie es der erste Schritt verlangt. Gerade wenn Dinge in Schränken, auf Ablagen, in Fächern,… liegen, ist es gar nicht möglich, alles auf einen Blick zu erfassen. Marie Kondo hält nichts davon, Vorräte anzulegen, doch ich persönlich bin froh, wenn ich stets eine neue Zahnbürste oder eine weitere Seife parat habe. Dennoch flogen einige Dinge raus, bei denen ich mir sicher war, dass ich sie nie benutzen würde.

Anschließend kamen meine Dekosachen an die Reihe. Wie schon beim Bad, war es der größte Schritt, alles an einem Ort zu sammeln. Danach ging es sehr fix, denn mein Geschmack hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. So konnte ich zwei ganze Deko-Pakete aussortieren und versuche nun, sie übers Internet zu verkaufen. Allerdings zeigt sich schon jetzt, dass das nicht ganz so leicht wird wie erhofft. Für die verbliebenen Dekosachen besorgte ich mir eine große Kiste, in die alles gut hineinpasst. Ich möchte nicht hier eine Weihnachtsbox und dort einen Stapel an Bilderrahmen liegen haben. Deshalb habe ich meinen Schrank ausgemessen und die größtmögliche und stabilste Box besorgt, die ich finden konnte. Dass sie nur zu einem Drittel gefüllt ist, stört mich dabei wenig – sollte etwas Neues dazukommen, will ich nicht an einem anderen Platz in der Wohnung anfangen.

Schließlich widmeten mein Mann und ich uns gemeinsam den (Freizeit-)Büchern, CDs, DVDs und PC-Spielen. Ich hatte schon vor einiger Zeit mein Freizeitregal durchsortiert und eine Kiste mit alten Büchern bereitliegen. Wir verglichen bei ReBuy und Momox die Preise und verschickten zwei Kisten an die beiden Internetportale. Dafür erhielten wir ca. 50-60 Euro und waren das Zeug los!
Von allen Artikeln, die wir nicht verkaufen konnten, schrieb ich mir die Barcode-Nummer auf und packte die Artikel in eine große Box in den Keller. Ich habe schon festgestellt, dass sich die Annahmekriterien immer wieder ändern. Vielleicht kann ich in ein paar Monaten ein weiteres Paket wegschicken.

Bei der Fachliteratur für mein Studium tat ich mich allerdings schwer. Ich besitze Bücher, die ich nicht mag und vermutlich auch nicht mehr lesen werde, aber wer sagt mir, dass ich sie in den letzten Zügen meines Germanistikstudiums nicht noch einmal zurate ziehen muss? Ich muss also zugeben, dass mein Bücherregal leider noch voller ist als ich es gern hätte. Ein Regalbrett enthält meinen SUB, d.h. alle noch ungelesenen Bücher. Für sie habe ich mir selbst noch etwas Zeit gegeben. Jedoch habe ich ganz der KonMari Methode entsprechend den Entschluss gefasst, keine Bücher mehr im Regal stehen zu haben, bei deren Anblick ich ein schlechtes Gewissen bekomme, weil ich sie mir zugelegt, aber nicht gelesen habe! Dazu gehören auch Bücher, von denen ich dachte, dass ich sie als „gebildeter Mensch“ unbedingt würde besitzen respektive lesen müssen. Hier ist es (möglicherweise…) Zeit, mein Selbstbild zu korrigieren. Immerhin habe ich bisher auch ohne diese Bücher überlebt!
Sollte dieser Abschnitt noch etwas zögerlich oder weniger überzeugend als der Rest des Artikels rüberkommen, so liegt das daran, dass ich hier selbst noch mittendrin stecke. Es ist gar nicht so leicht, überkommene Vorstellungen aufzugeben. Aber ihr kennt das sicher selbst.

Zuletzt widmete ich mich meinen persönlichen Erinnerungsstücken. Dazu gehörten Fotos, Karten von Freunden und Familie sowie meine Bastelsachen. Ich stellte wieder einmal fest, dass ich diese Dinge an vielen verschiedenen Orten verstaut hatte. Damit sollte jetzt Schluss sein! Ich nahm einen Schuhkarton mit Fächern für die Fotos, ebenso eine schöne Weinkiste für die Karten, einen weiteren Karton für meine Bastelsachen, eine Box für Erinnerungsstücke und einen Ordner für Briefe. Ich glaube, Marie Kondo hält nicht viel von so vielen Schachteln und Boxen, aber ich bin zufrieden damit. Als ich die alten Karten durchsah, freute ich mich richtig daran und dachte, was für Schätze ich doch habe. Solange sie also nicht hier und da und irgendwo dazwischen auftauchen, bin ich glücklich :-)

Fazit

Dieser Artikel ist ganz schön lang geworden und ich hoffe, euch ist nicht die Puste ausgegangen. Wie ihr sehen konntet, hat mir die KonMari Methode zu neuem Schwung verholfen und mir einige wertvolle Fragen zur Seite gestellt. Als Stärke der Methode sehe ich, dass der Fokus auf dem „behalten“ und nicht auf dem „loswerden“ liegt. Dazu kommt, dass mit einer großen Wertschätzung mit allen Dingen umgegangen wird. Man bedankt sich bei dem, was man weggibt; sieht den Zweck, den es im eigenen Leben erfüllt hat; und geht sorgsam mit dem um, was man behalten möchte. Wichtig für mich war aber, dass ich daraus mein ganz eigenes Projekt gemacht habe. Es ist ein gutes Gefühl, zu sehen, dass jeder Gegenstand in der Wohnung nun seinen Platz hat. Das Stadium „perfekt“ habe ich dennoch nicht erreicht: Es gibt immer noch einigen Kleinkram, der auf mich wartet.

Lasst mich wissen, welche Erfahrungen ihr mit dem Ausmisten und diversen Methoden schon gemacht habt! Ich freue mich auch über Rückfragen zu meinem Aufräumprojekt und eure Kommentare!

7 Gedanken zu „Ausmisten mit der KonMari Methode (Erfahrungsbericht) – Teil III

  1. Danke, liebe Mathilda, für die inspirierenden Berichte. Momentan klingen sie wie Reiseberichte aus einem weit entfernten Land, in das ich NIEMALS kommen werde (vor allem wenn man einen Mann hat der ALLES behalten will – man könnte es ja irgendwann nochmal gebrauchen. Auch eine Art Dinge wertzuschätzen:-)). Trotzdem, danke für die Vision wo wir eines Tages landen könnten ….Liebste Grüße zu Dir! Christina

  2. Hallo Mathilda!

    Danke für Deinen sehr informativen und anregenden Beitrag. Ich bin derzeit auch wieder verstärkt am Ausmisten und habe mich vor allem auch über die Bücher gewagt. Nachdem ich schon 2 große Bücherentrümpelungsaktionen (da wurde ein ganzes Bücherregal eingespart!) hinter mir habe und es derzeit etwas langsamer angehe, habe ich mir die 7 Tage 7 Bücher-Challenge selbst gestellt.

    Also jede Woche sortiere ich 7 Bücher aus. Das ergibt aufs Jahr gesehen ganz schön viel und ich denke, dass es mir leichter fällt langsam zum Kern zu kommen.

    lg
    Maria

  3. Vielleicht kannst du ja ein paar von den Büchern, die du eigentlich nicht mehr willst aber auch noch nicht weggeben kannst, an Freunde und Bekannte weitergeben. Und dann, wenn du sie wider Erwarten doch noch lesen willst, von ihnen ausleihen ;) Generell hilft mir beim Bücherausmisten immer die Erinnerung daran, dass es ja auch noch Bibliotheken gibt, in denen ich das Buch finden kann, sollte ich doch noch Lust darauf bekommen.

  4. Mir hat ein Satz aus dem zweiten Teil einen großen Schubser verpasst.
    Du schreibst da, dass die Zuhausekleidung nichts sein sollte, das man aufträgt.
    Das gilt auch für Arbeitskleidung!!
    Letzte Woche trug ich ein türkises T-shirt drunter. Da ja Herbst ist und dann meist kühles Wetter herrscht, ist es in der Winterkollektion meiner Arbeitskleidung zuhause. Freitag war es auf einmal mild, nachmittags konnte ich mich zudem warm arbeiten — und stand auf einmal vor dem Problem: Pulli ausziehen und in türkis rumlaufen?
    Das stört auf dem Friedhof sicher niemanden. Außer mich. Türkis ist überhaupt nicht meine Farbe, ich hab das Shirt nur, weil es schön lang ist und sich damit viel Stoff in die Hose stopfen lässt. Dann zieht es nicht so im Rücken.
    Ich hab den restlichen Arbeitstag lieber geschwitzt als mich den Bäumen, Vögeln und Grabsteinen (sowie Kollegen und Besuchern) in türkis zu präsentieren.
    Das ist mir eine Lehre gewesen! Sobald die Saison um ist, kaufe ich mir Arbeitsklamotten aus meinem Farbspektrum.
    Danke, Mathilda, für den Anstoß und die Zusammenfassung.

  5. Ausmisten steht im Jahr 2016 weit oben auf meiner Liste, im Dezember habe ich mich um meine Kleidungsstücke gekümmert – zumindest die Runde eins. Nun habe ich 4 große Kiste, der große Teil ist online auf Mädchenflohmarkt eingestellt. Ich müsste meine Bastelkramkisten durchschauen, auch Dokumente in den Ordnern, aber nach Feierabend habe ich leider wenig Lust dazu. Und am Wochenende möchte ich Dinge tun, die mir Spaß machen – ein Teufelskreis. Eine gute 40 Stunden Woche laugt einen schon ganz schön aus, wenn man permanent unter Strom steht. Ich weiß, man muss nur anfangen :D Mit den Jahren sammelt sich immer mehr Zeug an, das ist das schlimme.

      • Ja, es hat etwas Befreiendes. Mir fehlt irgendwie zu allem die Zeit. Will viele Dinge tun und schaffe nur den Bruchteil von dem, was ich alles gerne machen würde. Je größer der Wohnraum, desto mehr sammelt sich an, denn die Dinge stören nicht so schnell wie auf einer kleineren Fläche. Mein Problem ist meistens, wohin mit den Sachen. Zu wertvoll um wegzuwerfen und der Verkauf dauert eine Weile. Mein Bürozimmer ähnelt langsam einer Lagerhalle. :D

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