Hilfswörter für 2015: Vertrauen und Gebet

Anfang des Jahres stellte ich euch mein Wort für 2015 vor: Hingabe. Es begleitet mich durch das Jahr und ich tauche immer tiefer in dieses Wort ein und entdecke neue Aspekte daran.

Interessanterweise reihen sich meine 4 Hilfswörter in diesem Jahr wie eine Kette aneinander. Hier erzählte ich davon, wie mich von Januar bis April vor allem die Disziplin voranbrachte, während in meiner Prüfungsphase von Mai bis Juli die Stärke im Vordergrund stand. Übrig blieben: Vertrauen und Gebet. Darüber will ich heute schreiben.

Vertrauen

Ich kann sagen, dass sich in diesem Sommer Stärke und Vertrauen die Klinke in die Hand gaben. Mein Mann machte eine harte Zeit durch, was natürlich seine Auswirkungen auf unsere Beziehung hatte. Bereits im Juli war ich dankbar für alles, was mich in dieser Zeit stärkte und dabei besonders von meinem eigenen, inneren Grundvertrauen immer wieder verblüfft. Ich sehe es als ein Geschenk Gottes, dass ich innerhalb kürzester Zeit all die schwierigen, erschütternden Entwicklungen aus der Perspektive des Vertrauens betrachten konnte. Viele sehen Scherben, wenige sehen ein Mosaik, ich sah, dass Gott alles NEU und heil machen kann. Dass es eine Zukunft gibt. Dass diese Krise die Chance zu etwas Neuem und Wunderschönen birgt. Und dabei geht es nicht darum, dass aus den vielen kleinen und großen Scherben ein Mosaik zusammengesetzt wird, vor dem dann alle stehen und „Ah!“ und „Oh!“ sagen. Weg mit solchem Kitsch! Wer von euch will ernsthaft so ein geklebtes und krümeliges Teil? Ja, natürlich können Mosaike wunderschön sein und Kindergartenbilder sowieso, aber es gibt noch mehr! Als ich neulich in einer Lectio divina über dem Wort „geheilt“ (Markus 5) meditierte, wurde es mir so deutlich:

Knochen zusammensetzen können auch Ärzte und Pathologen. Gott macht alles neu.

Fazit

Mein Vertrauen trug mich und half mir durch das unwegsame Gelände. Wenn ich noch zögerte, wohin ich meinen Fuß setzen sollte, so zeigte es mir sicheren Grund und beschützte mich. Vertrauen ist wie ein warmer Mantel in der Kälte, es weist dich auf das hin, was du gerade nicht sehen kannst, es lässt dich Dinge fühlen, die aus der Zukunft sind. Einer hellen und warmen neuen Zeit. Ich will es noch so viel mehr!

Gebet

Anfang des Jahres war ich sehr gespannt, wie es mit mir und dem Beten weitergehen sollte. Vor etwa einem Jahr habe ich einige Gedanken zum Bittgebet mit euch geteilt und nachdem ich bei diesem Thema nicht so richtig weiterkam, konzentrierte ich mich mehr auf das „Sein vor Gott„, das ich auch schon in einem Beitrag beschrieben habe. Gebet hat für mich mittlerweile nur noch wenig Gesprächscharakter. Alles, was ich früher am Thema „persönliche Beziehung zu Gott haben“ und „Jesus ist dein Freund, mit dem du reden kannst“ geschätzt habe, tritt zunehmend in den Hintergrund. Gebet ist für mich mehr wie Einatmen und Ausatmen. Ich glaube an die Präsenz Gottes in jedem Augenblick. Wenn ich bete, öffne ich mich dafür, ich schaue, werde still vor Gott.Früher habe ich Gott sehr vieles aus meinem Alltag erzählt und denke auch nicht, dass das etwas Schlechtes ist. Doch wenn ich mir im Prinzip nur über meine eigenen Gedanken zu einem Thema klar werden will, kann ich auch mit Freunden reden oder Tagebuch schreiben. Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich formuliere immer noch Sätze an Gott und höre auch immer noch Antworten darauf. Aber das Zwiegespräch ist einen Schritt zurückgetreten und hat einem „Einfach nur da sein und wissen: Gott ist jetzt hier.“ Platz gemacht.

Fazit

In dieser Hinsicht hängen Vertrauen und Gebet noch stärker zusammen. Wenn ich mit Gott verbunden bin, dann habe ich auch einen anderen Blick, eine vertrauensvolle Perspektive auf das Leben. Jetzt dürfte mir das in dieser Schärfe und Klarheit nur gern öfter und alltäglicher bewusst werden! Denn ihr braucht mich hier nicht für eine geistliche Überfliegerin halten. Ich habe nur aus einer eher dunklen und trüben Gegenwart die hellen Lichtmomente aneinandergereiht und daraus diese Erkenntnisse formuliert, die ich für wahr und klar und richtig halte. Vielleicht muss man aber auch manchmal im Dunkeln sitzen, um genau dieses Licht so deutlich erkennen zu können.

Ein Gedanke zu „Hilfswörter für 2015: Vertrauen und Gebet

  1. Dieses Vertrauen, das will ich auch, immer mehr davon. Das, was mich am Ende noch hält, wenn die Zuversicht versagt und ich selbst keinen Ausweg mehr erdenken kann. Dein Gedanke zur Heilung ist sehr schön.

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