Schreiben.

Antje hat mich für den Liebsten Award nominiert und stellt Fragen zu meiner kreativen Tätigkeit.
In Anlehnung an Frauke & Lars nenne ich diesen Beitrag einfach mal „Schreiben“ und werde die Fragen darauf beziehen.

Wie war Dein Weg zu Deiner kreativen Tätigkeit bisher?

Irgendwann im Kindergarten Stift und Papier in die Hand und dann mal los. Wann ich tatsächlich mit dem poetischen Schreiben angefangen habe, kann ich gar nicht mehr so genau sagen. Und in Bezug auf die pubertären Gedichte meiner Jugend sollte ich mich wohl besser bedeckt halten.

Ein einschneidendes Erlebnis, das Schreiben als meine kreative Tätigkeit zu sehen, war in jedem Fall ein Schreibworkshop im Rahmen eines Künstlertages für Jugendliche. Dieser Tag fand in einer großen charismatischen Gemeinde statt und wurde zwei Wochen zuvor bei einem christlichen Event durch zwei junge Leute mit viel Tamtam und überhaupt ziemlich durchgeknallt angekündigt (So nach dem Motto „Wenn ihr auch irgendwie anders seid als andere, dann kommt!“ – oder so ähnlich). Spätestens als meine versammelten Freundinnen über die Darbietung der beiden nur die Nase rümpften, während ich selbst jedoch völlig hingerissen war, wusste ich, dass das mein Ort war. In den Schreibübungen an diesem Tag konnte ich auf einmal genau das ausdrücken, was die ganze Zeit schon in mir war – niemand lachte darüber, keiner verdrehte die Augen, ich war unter einem Haufen traumtänzerischer Künstler angekommen.

Was liebst Du an Deiner kreativen Tätigkeit am meisten?

Ich liebe es, zu sehen, wie sich Wörter aneinanderreihen, wie das nachfolgende Wort dem zuvor Gesagten einen neuen Sinn verleiht, wie die Buchstaben auf dem Papier oder Bildschirm aussehen, wie auf einmal etwas da steht, das zuvor nur im Innen, nicht aber in den Gedanken war. Ich mag dieses:

und dieses:

Wie bringst Du Dich in kreative Stimmung?

Ich hoffe natürlich immer auf den Musenkuss und habe in den letzten Jahren festgestellt, dass er mich am häufigsten in meinen Träumen ereilt. Ich gehöre zu den Menschen, die sich morgens meist an ihre Träume erinnern können, und wenn ich besonders intensiv träume, begleitet mich die Stimmung des Traumes noch in den ersten Stunden des neuen Tages. Greife ich dann einen Moment, eine Szene oder ein Gefühl heraus, braucht es oft nur einen ersten Satz und los geht’s. In meine Texte baue ich manchmal ganze Traumsequenzen ein, meist sind die Traum-Momente aber nur der Ausgangspunkt, auf dem dann eine eigene, neue Geschichte wachsen kann.

Ansonsten helfen bei mir Bleistift und schönes Papier, handliche Notiz- und Tagebücher oder auch mal die leere Beitragsmaske auf dem Blog-Dashboard. Es braucht einen Platz, auf dem sich die Gedanken niederlassen können. Musik ist nur bedingt hilfreich, besser sind Ruhe und eine Tasse Tee.

Wo und wie lernst Du Neues dazu für Deine kreative Tätigkeit?

Lesen. Lesen. Lesen.

Studiumsbedingt verbringe ich viel Zeit mit wissenschaftlichen Texten, da kommt die Literatur schnell zu kurz. Allerdings lese ich, schon seit ich denken kann, gern Gedichte. Diese entdecke ich sowohl auf diversen Blogs als auch im ganz altmodischen Gedichtband auf dem Nachttisch. Ich mag die Reclam-Reihe zu den einzelnen Monaten. Ich lese nicht nur zum Genuß, sondern schaue auch auf die Technik, die die Autoren sich zunutze machen: Stilmittel, Satzbau, Bilder. Auch die bereits beschriebene Schreibwerkstatt oder bestimmte Übungen aus dem Netz waren schon hilfreich.

Was sind Deine kreativen Ziele für die nächsten drei Jahre?

Mehr erzählen, weniger berichten. Ich will das, was ich als meinen eigenen Stil ansehe, weiter ausbauen und möglichst wenig Zeit mit dem Nachahmen anderer verbringen. Das mag vielleicht komisch klingen, aber an sich ist es m.E. nichts Schlechtes, den Stil von anderen auszuprobieren und ins eigene Schreiben verschiedene Richtungen aufzunehmen. Mein Ziel ist es aber momentan, das „Eigene“ herauszuschälen, zu vertiefen und – hoffentlich – zu erweitern.

Danke für die Nominierung, liebe Antje, die Fragen schienen mir zwar erst gar ganz schön schwierig, aber dann ging es mir doch leichter von der Hand als erwartet. Ich hoffe, du bist zufrieden :-)

2 Gedanken zu „Schreiben.

  1. Liebe Mathilda, zufrieden ist gar kein Ausdruck dafür – Deine Antworten sind kostbare Lichteinblicke und Denkanstöße! Weil sie so ehrlich und schön sind. Ich freue mich so, dass Du den Award angenommen hast und Dein Leben als Schreiberin mitteilst. In Träumen Wörter und Geschichten finden, das ist einfach fabelhaft! Ich wünsche Dir für die nächsten Jahre viel Zeit zum Lesen, zum Dich und Deine Sprache finden und natürlich zum Schreiben. Liebe Grüße aus Lüneburg! Antje.

    • Liebe Antje, ich sehe gerade, dass ich noch gar nicht auf deinen Kommentar geantwortet habe! Vielen Dank dafür. Ich war ganz gerührt, als ich es gelesen habe. Ziel erreicht :-)
      Liebe Grüße! Mathilda

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