Trotzdem dankbar, 2017

2017 war für mich das bisher härteste Jahr meines Lebens. Nachdem mich die erste Jahreshälfte schon massiv an meine Grenzen gebracht hatte, hielt die zweite eine solche Menge an Verlust, Schmerz und Trauer für mich bereit, dass ich wohl noch eine ganze Weile brauchen werde, um wieder den Boden unter den Füßen zu spüren.

Ein Teil dieses zu großen Schmerz-Puzzles ist der Tod meines Freundes Daniel. Wir hatten schon geplant, im kommenden Oktober unsere dann 15-jährige Freundschaft zu feiern und wollten zusammen an den Ort fahren, an dem wir uns kennengelernt haben. Nun ist er nicht mehr da und fehlt mir sehr. Da er mich schon so lang begleitet hat, hat er auch in diesem Blog Spuren hinterlassen. Ihm zu Ehren möchte ich die entsprechenden Beiträge hier einmal zusammenstellen:

Vor zwei Wochen nutzte ich auf Twitter die Gelegenheit, einmal einen Blick auf die guten Dinge des Jahres 2017 zu werfen. Sie zusammenzustellen hat mich trotz allem sehr dankbar werden lassen. Da Tweets flüchtig sind, möchte ich die Punkte in diesem Beitrag festhalten:

  1. Ich habe einen Job gefunden, den ich gerne mache und von dem ich leben kann. Großes Glück.
  2. Gott hat mir einen Traum geschickt, ein bisschen wie bei Samuel in der Bibel. Eine Berufung.
  3. Meine Freunde haben sich in Sachen Rückhalt und Fürsorge selbst übertroffen. Unmöglich, das zurückzugeben.
  4. Das Gleiche gilt für meine Eltern und meinen Bruder. Soll aber noch extra erwähnt werden.
  5. Ich habe im Sommer den perfekten Weißwein im Angebot bei Aldi entdeckt und glücklicherweise gleich auf Vorrat mitgenommen. Ein Genuss :)
  6. Ich habe auf dem Kirchentag die getroffen, die noch dazu eine Powerbank für mein Handy dabei hatte.
  7. Ein Freund hat mir selbstgebackene Kekse geschickt und meinen Twitteracoount über seinen Feedreader abonniert. Ganz liebe Grüße und eine Sonne für dich ;)
  8. Die Mittagspausen im Kaffeehäusle gegenüber von meiner Arbeit. Montags gibt’s Suppe, donnerstags Maultaschen, freitags Sandwich. Bleiben zwei Tage für Überraschungen.
  9. Ich habe „Nein“ gesagt und das war gut. Ich habe ein verantwortungsvolles Ehrenamt ausgeschlagen und jemandem das Du verwehrt.
  10. Ich habe eine Woche in Köln bei den Beymeistern verbracht, viel Freddy Fischer gehört und wurde mit Flädlesuppe aufgepäppelt. Wir erinnern uns.
  11. Meine Nichte hat das Licht der Welt erblickt und trägt den wunderschönen Namen: „Mein Licht ist Jahwe. Jahwe ist gnädig.“
  12. Ich habe viel Zeit im Kurpark auf der Picknickdecke zwischen alten Bäumen verbracht. Mein Lieblingsplatz in Stuttgart.
  13. Ich habe eine neue Wohnung gefunden.
  14. Das Fellknäuel, das mich immer wieder zum Lächeln bringt, ist auch noch da.
  15. Ich bin in einem wunderbaren Contact-Impro-Kurs und hatte so schöne Tänze.
  16. Ich war im Mathematikum in Gießen und es war großartig.

Zwischen den Jahren bin ich nicht nur am Einräumen meiner neuen Wohnung, sondern auch am Sortieren meiner Gedanken und Ziele für 2018. Mir ist es wichtig, mich vom Schmerz nicht lähmen zu lassen, sondern weiterhin mein Leben zu gestalten, dabei offen und empathisch auf andere Menschen zuzugehen und vor allem: zu vertrauen.

Vertrauen war schon 2015 ein Hilfswort für mich. Ich hatte bislang ein nahezu unerschütterliches Grundvertrauen ins Leben, in Gott, in Freundschaften und Beziehungen. An diesem Grundvertrauen wurde nun ordentlich gerüttelt und geschüttelt, doch ich will nicht zulassen, dass es mir genommen wird. Das Leben ist schöner, heller und bunter, wenn man vertrauensvoll Schritte hineingeht. Ja, man darf auch zögern und unsicher sein, man muss nicht jede Herausforderung annehmen und nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Die Entscheidungen aber, die ich treffe, will ich mit ganzem Herzen treffen, sowohl in einer versöhnlichen Haltung mir selbst gegenüber, dass es die jeweils beste Entscheidung ist, die ich gerade treffen kann, als auch im Vertrauen darauf, dass etwas Gutes daraus entstehen wird.

Also nehmt mit mir gemeinsam Abschied von 2017 – ich wünsche euch allen, die ihr das hier lest, einen guten Rutsch ins neue Jahr und für 2018 Vertrauen, Liebe und Zuversicht, weil ich das selbst auch gerade am besten gebrauchen kann.

Eure – leider doch sehr vom Blues geplagte – Mathilda

4 Gedanken zu „Trotzdem dankbar, 2017

  1. bewegt und bewegend!
    alles liebe für dich, auf dass du dein vertrauen behältst und weitergehst auf deinem weg, der viel licht und liebe bereit halten möge. auf ein helles neues jahr!
    diana

  2. Hallo Mathilda!

    Je mehr Rückblicke ich lese, desto mehr wird mir bewusst, dass es das Jahr 2017 für viele Menschen wirklich in sich hatte. So viele Tiefen und Hürden gab es zu überwinden!

    Ich wünsche Dir sehr herzlich ein gutes neues Jahr und dass es auch viele schöne Momente für Dich bereit hält!

    lg
    Maria

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