Sollen wir den Mond aussperren?

Es war ein Geschenk gewesen, dich noch einmal bei mir zu haben. Mich von deinem Atem durch die Nacht tragen zu lassen. Du warst mein Anker in dieser Nacht; meine Hoffnung, dass es auch für mich ein neues Leben geben würde. Während ich mich schlaflos und unruhig von einer Seite auf die andere wälzte, keine Ruhe findend, angestrengt und hilflos, lagst du einfach neben mir und schliefst deinen sanften, leichten Schlaf. Ich kämpfte gegen die wachsende Verzweiflung angesichts der Schlaflosigkeit, aber ich wollte mich von ihr nicht überrumpeln lassen. Leise flüstertest du mir zu: „Sollen wir den Mond aussperren?“ Doch ich schüttelte bloß den Kopf. Das Mondlicht hatte mich noch nie gestört. Als Kind hatte ich mich, wenn ich nicht schlafen konnte, manchmal verkehrt herum ins Bett gelegt. Daran erinnerte ich mich nun und rollte mich schließlich am Fußende des Bettes zusammen, lag als menschliches Knäuel zu deinen Füßen und fand zunächst etwas Erholung in einem tiefen Gähnen bis mir endlich die Augen zufielen. Es waren nur wenige Stunden bis zum Morgen, irgendwann fiel ich wie üblich in ein Alptraumloch und fand den Weg nicht mehr hinaus. Meine Hand hielt das Kissen fest umfasst, sie war zur Faust geballt und schmerzte beim Aufwachen. Du ahntest nichts von meinem Unheil, zogst mich einfach nur an dich heran und deine Wärme und Zärtlichkeit bahnten mir sacht einen Weg in den Tag.

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