Lied eines Spießers (an einem verregneten Mittwoch)

Wenn mein Alter mich anmacht:
„Was sind denn das für Hosen?
Kann man bei euch denn noch so gehn?“,
Wenn das Groupie im Büro
Mir meine Frisur nicht mehr abkauft,
Sie will nicht dauernd Beamte sehn.

Dann denk ich:
Eigentlich hab ich kein Glück,
Ihr seid der Zeit stets voraus
Und ich bin weit zurück.

Die Mädchen sagen: „Ihh! Ist der beim Militär?
Der sieht so brav aus, mit dem sprech ich nicht mehr.“
So muss ich oft mir was anhörn
Von wegen: Spießer und so,
Und: das kannst du doch nicht bringen,
Bleib gleich im Büro.

Dann denk ich:
Eigentlich hab ich kein Glück,
Ihr seid der Zeit stets voraus
Und ich bin weit zurück.

Vielleicht kommt ihr mal dahinter,
Dass in Wirklichkeit,
Nicht ich, sondern Ihr die Spießer seid,
Ich leg zwar Wert auf solides Leben,
Trotzdem kann es durchaus Furore geben.

Denn für mich ist das Größte,
Für euch klingt’s verrückt,
Wenn unter der Haube das Gehirn richtig tickt.

Wenn ich Zauberer und Clown,
Traum und Träumer sein kann,
Und als Beamten-Phantast
Meine Kreise ziehen kann.

Wenn ich Akten wälze
Und trotzdem nicht verstaubt bin,
Weil ich denke, weil ich fühle,
Vielleicht kommt das mal in Euern Sinn.

So empfehle ich jedem,
Sich den Spiegel vorzuhalten,
Denn ob Wirklichkeit, ob Traum,
Das Gehirn zeigt Falten.

Dann denk ich:
Eigentlich hab ich nur Glück,
Ich bin der Zeit zwar nie voraus,
Doch ihr seid weit zurück.

(C) Peter Alfred 1982

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