Rückblick und Ausblick

Ich hätte nicht gedacht, dass ich es noch schaffen würde, vor meinen Prüfungen einen Beitrag zu schreiben. Insbesondere nach diesem vollen April, der mich trotz vieler schöner Momente auch so manchen Nerv gekostet hat.

Rückblick

Die Aktion #aprillove2015 ist zu Ende und ich will kurz schreiben, wie es mir damit ging und was ich fürs Bloggen daraus gelernt habe.

Erstens: Gute Stichwörter sind wichtig, aber gute Ideen dazu sind noch wichtiger. Ich wollte auf keinen Fall eine Ansammlung von x-beliebigen und spontan geknipsten Bildern erzeugen, also haben mich die Begriffe immer wieder herausgefordert. Daran habe ich gemerkt, dass mein Anspruch beim Bloggen schon ziemlich hoch ist und dass ich selbst ein Ideal im Kopf habe, wie ein guter Beitrag von mir aussehen soll. Diesem Ideal entsprechen in der Realität nur sehr wenige Blogposts, wie sollte es da also bei täglichen Stichwortaufgaben anders aussehen? An ein paar Tagen habe ich also losgelassen und dennoch auf „Publizieren“ geklickt. Und an anderen Tagen war ich überrascht, was ich dann doch auf Knopfdruck produzieren konnte. Positiv überrascht und schließlich froh, es gewagt zu haben.

Zweitens: Danke! Die Reaktionen auf die täglichen Beiträge waren vermutlich das, was ich in einem sehr anstrengenden April gut gebrauchen konnte. Euer Zuspruch und die kleinen Klicks auf „Gefällt mir“ haben mich sehr gefreut und ermutigt (und manches mal vom Lernen etwas abgelenkt)! Dass ich an ein paar Tagen Unterstützung von Freundinnen erhielt, hat die ganze Sache für mich noch runder gemacht. Wie ich es mir schon im März bewusst machte: „Andere schreiben auch noch.“ Daher nochmals ein großes Dankeschön an Steffi, Frau Auge und meine liebste Milla (es wird gemunkelt, sie richte gerade einen eigenen Blog mit Gedichten ein… ich hoffe, es bleibt nicht bei den Gerüchten…)!

Drittens: Tägliches Bloggen entspricht nicht meinem Rhythmus. Auch wenn die meisten Blogposts pünktlich um 8 Uhr morgens online gingen, hat es mich ganz nervös gemacht, wenn nicht wenigstens 2 Tage im Voraus geplant waren. Mit meinem bisherigen Rhythmus von 1-2 Beiträgen pro Woche geht es mir da eindeutig besser, daher werde ich auch dabei bleiben. Schwierig war es auch, mich nicht den Themen widmen zu können, die mir eigentlich gerade im Kopf herum schwirrten, für die ich aber mehr Zeit gebraucht hätte. Durch die Stichwörter und die enge Taktung war klar, dass ich im April nicht darüber hinaus an Blogposts arbeiten würde und so liegen jetzt einige Ideen in diversen Schubladen in meinem Kopf, zu denen normalerweise zumindest eine Rohfassung existieren würde.

Viertens: Mehr als erwartet. Im Rückblick betrachtet ist ein schöner und tatsächlich von viel Liebe und Lebensfreude erfüllter Blogmonat entstanden. Ich habe vermutlich mehr Bilder veröffentlicht als in über 2 Jahren Bloggeschichte und mal wieder gelernt, welche Wirkung und Relevanz Bilder beim Bloggen haben. Auch wenn ich beim geschriebenen Wort bleiben werde, will ich doch in Zukunft noch mehr die Augen nach schönen Motiven aufhalten. Die Herausforderung, geeignete Fotos zu finden und auf Ansage kleine Texte zu schreiben, hat mehr zum Vorschein gebracht als ich erwartet hätte! Heute freue ich mich daran, durch die kleinen Beiträge zu klicken und das zu sehen, was in einem Monat entstanden ist.

Ausblick

Wie schon zu Beginn dieses Beitrags erwähnt, stehen bei mir große Prüfungen an, denen ich in den kommenden zwei Wochen meine volle Aufmerksamkeit widmen werde. Es sind drei schriftliche Prüfungen und damit der erste Teil meines Examens. Auf „Preach it, Baby!“ geht es also erst danach weiter und weil ich über diese Verschnaufpause zum Gedankensortieren ganz froh bin, werde ich mich jetzt auch nicht auf ein Datum festlegen :-)

Ich wünsche euch einen wunderschönen Mai!

Mathilda

#aprillove2015 – My eyes

Augen

Man sagt mir nach, ich habe einen kritischen Blick.
Als Antje Schrupp neulich darüber schrieb, dass Frauen hierzulande auf ein Dauer-Lächeln konditioniert werden, fühlte ich mich ertappt und musste an meine Schulzeit denken. Da gab es eine Zeit, in der ich mir zum Ziel gesetzt hatte, mein Englisch zu verbessern und tatsächlich die Hoffnung hatte, dass mir der Unterricht dabei helfen würde. So startete ich motiviert ins neue Schuljahr: Ich machte meine Hausaufgaben akkurat, lernte fleißig die Vokabeln und saß aufmerksam im Unterricht. Ich sah die Lehrerin an, hörte ihr zu und stellte Rückfragen – die leider auf taube, frustrierte oder ablehnende Ohren stießen. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass diese Lehrerin mich als Störfaktor empfand oder mich nicht leiden konnte. Weswegen? In mir keimte die Vermutung, dass es mein kritischer Blick war, mit dem sie nicht umgehen konnte. Dabei war der dich bloß ein Zeichen meiner Aufmerksamkeit und Konzentration! Bevor ich mir weiter den Kopf zerbrach, legte ich mir nach einigen Wochen eine neue Strategie zu: Ich hörte auf, meine Hausaufgaben zu machen, stellte keine Fragen mehr und arbeitete während des Unterrichts an meinen Französischaufgaben. Dabei saß ich ruhig auf meinem Platz und blickte so häufig wie möglich mit einem freundlichen Lächeln von meinem Heft nach vorn. Die Lehrerin lächelte zurück und gab mir mündlich eine 1. So leicht kommt man zu guten Noten.

#aprillove2015 – Clouds

28-clouds1

Dieses Bild durfte ich mir aus der Urlaubsbildersammlung der angeheirateten Verwandtschaft stibitzen.

Passend dazu der Kommentar meines neuen Cousins:

#aprillove2015 – When I was small

Puppenstube

Die Zeit rast.
Sie stoppt weder an roten Ampeln,
noch an meiner Unfähigkeit
Barbies Traumhaus wegzuwerfen.
Und ich,
wünsche mich zurück in eine Zeit,
als ich mit offenen Knien auf dem Boden saß
und die Welt ein kleiner Ort war.
Gerade mal so groß wie mein Herz.
Nachts träumte ich von geflügelten Pferden
und bei Tag war ich es, die über Wolken flog.
Meine Gedanken waren gemalte Bilder,
jedes Spiel eine Realität
und meine Hoffnung glich rosa Zuckerperlen…
einfach furchtbar,
einfach das Beste, das es geben konnte.
Ich hatte Lust
auf jeden Tag, jede Reise, jeden Traum…
auf mich,
auf mich in zehn Jahren…

Und heute,
habe ich Lust
noch einmal auf die Knie zu gehen.
Mit offener Haut
und Farbe im Herzen.
Ich spiele weiter,
auf großen Wiesen
einer kleinen Welt.

(c) Milla

Weitere Texte von Milla gibt es hier und hier.

#aprillove2015 – Spring / Autumn

Es war nicht schwierig, aus dem Archiv dieses Blogs ein Frühlings- und Herbstbild zu finden, denn ich habe schon manchesmal über die beiden Jahreszeiten geschrieben – zugegeben, zum Frühling vor diesem Monat #aprillove2015 eher weniger und zum Herbst eher mehr, aber man darf ja seine persönlichen Favorisierungen haben…
Hier gibt sogar Vergleichsbilder – und was bevorzugt ihr so?

#aprillove2015 – A happy memory

Mazedonien2

Diese schöne Erinnerung liegt schon über 10 Jahre zurück. Sie ist Teil eines Aufenthalts in Makedonien, an den ich sehr gern zurückdenke. Gemeinsam mit zwei Freundinnen verbrachte ich einen knappen Monat in diesem Land und wohnte größtenteils bei einer lieben Familie in Prilep. Das Bild hat für mich eine besondere Schönheit, weil es einige typische Elemente zeigt: ein heißer Tag liegt hinter uns, die Sonne geht unter. Unter den Planen trocknen die Tabakblätter und die Kinder spielen auf der Straße. Die Menschen sind draußen und sitzen oft noch mit Freunden vor ihren Häusern. Die makedonische Gastfreundschaft hat mich sehr beeindruckt. Wer schon einmal auf dem Balkan war, den wird diese Feststellung bestimmt nicht überraschen. Ich bin bis heute dankbar dafür, dass ich diesen Sommer dort verbringen durfte. Die Zeit war reich gefüllt mit Begegnungen, neuen Freundschaften und spontanen Einladungen und Besuchen. Einige Tage wohnten wir bei einer Familie in Veles, die von unserer Anwesenheit erfahren hatte und uns kurzerhand zu sich einlud. Auf diese Weise blieb uns der Touristenstatus von Anfang an und glücklicherweise verwehrt.

Hier zeige ich euch noch ein paar Bilder von meiner Reise (zum ersten Mal mit der Galeriefunktion).

#aprillove2015 – My scent

Wo andere ein Bild ihrer Wohnung machen, zeige ich Himmelblütenbilder.
Wo andere ihre Parfümflaschen fotographieren, zitiere ich ein Gedicht von Frau Auge.

Kornblumen wie verschüttetes Wasser
in der Luft der Geruch nach Regen & Feld
Im Gesicht die Sonne von Tagen

 

scent, engl. – der Duft, Duftstoff, der Geruchssinn, das Parfüm, die Fährte.

#aprillove2015 – Sweet

Dieser Beitrag ist ein Gastbeitrag von Stefanie, die mir heute nicht zum ersten Mal aus der Patsche hilft. Mir wollte gestern einfach nichts zum Thema „Sweet“ einfallen, vermutlich, weil ich selbst eher für Herzhaftes und Herbes zu begeistern bin. Als Anne vorschlug, doch mein bestes Kuchenrezept zu teilen – was ich aber hier schon vor über 2 Jahren gemacht habe -, war zumindest mal das Thema näher definiert.

Stefanie ernährt sich vegan und ist in Sachen Tierschutz aktiv. Vor Ostern informierte sie bei einer Straßenaktion darüber, wie man sich ohne tierische Produkte, vor allem ohne Ei, ernähren kann.
Ich finde, die Schokobrownies sehen super lecker aus!

Veganer Kuchen1

Schokoladenbrownies Rezept

Vegan Kuchen2Vegan Kuchen3

Als ich den Kuchen gebacken habe, war der Teig ziemlich flüssig, wenn man ihn nach Rezept hergestellt hat, aber auf dem Blech ist er gut hochgebacken. Die Option mit Kuvertüre und Cranberries zu verzieren hatte ich ausgelassen, dafür haben wir in meiner Familie individuell nach Wunsch den Browniekuchen verfeinert. Mit Sojasahne auch sehr lecker, aber so viel Sojasahne war definitiv eine Ausnahme. Das Rezept ist aus einem Kochbuch, ich glaube, es war „Vegan kochen für alle“ von Björn Moschinski. Ich habe es noch ein wenig abgewandelt.

Auf jeden Fall schmeckt er sehr gut, auch ohne jeden schickschnack direkt vom Blech!

Ich bedanke mich bei Steffi für die tollen Bilder und das Rezept! Allen, die es wie ich auch gleich ausprobieren wollen, wünsche ich viel Spaß dabei und guten Appetit!

#aprillove2015 – A life-changing book

Duden

Ich kann nicht sagen, dass mit diesem Buch alles anfing, denn Lesen musste ja auch erst mal gelernt werden. Doch nach „Toni malt Fine. Fine malt Toni“ war bald kein Halten mehr. Ich verschlang als Kind unzählige Bücher, liebte die Mädchen- und Internatsreihen, diverse Abenteuerromane und Klassiker. Wenn ich an Ostern oder zum Geburtstag Geld geschenkt bekam, rechnete ich es direkt in Bände meiner aktuellen Lieblingsreihe um (DM 9,80). Dann spazierte ich zum Buchladen, kaufte mir einen neuen Band und hatte ihn an einem Tag ausgelesen. Ein kurzes Vergnügen!
Gut, dass es noch Bücher von meinen Eltern gab: Jugendbücher meiner Mutter und nun ja, manchmal nicht leicht zu lesende Lektüre meines Vaters. (Zum Beispiel: Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte) Eines dieser Bücher war das Duden Taschenbuch „Leicht verwechselbare Wörter“, in dem ich sehr gerne las. Da es ja um einzelne Wortpaare oder Wortfelder ging, konnte ich immer wieder darin schmökern und einen Abschnitt lesen. JA, die Lektüre war lebensverändernd. Sprache präzise nutzen zu können, diesen Wunsch hatte ich schon als Kind und durch Bücher wie dieses wurde er noch fester in mir verankert. Ich wurde sensibilisiert für die Feinheiten der deutschen Sprache und gerade bei „anscheinend“ und „scheinbar“ bin ich noch bis heute sehr hellhörig :-)

#aprillove2015 – 10 years ago

Wenn ich für die Zeit vor 10 Jahren ein Bild finden müsste, wären darauf vermutlich Schienen zu sehen. Ich war damals viel mit der Bahn unterwegs und verbrachte Stunden in Zugabteilen, auf Bahnhöfen und mit dem Warten auf den richtigen Bus. So gondelte ich am Wochenende durch die Gegend und hatte mich an das Leben als Zugreisende angepasst. Das Schlafen im Regionalexpress hatte ich nahezu perfektioniert, ich besaß einen schwarzen Kapuzenpulli, in den ich mich einkuscheln konnte, natürlich mit obligatorischem Pali-Tuch, und einen großen grünen Parka, den außer mir alle hässlich fanden. In einer der Parkataschen trug ich immer einen kleinen Löffel mit mir herum, denn man konnte ja nie wissen, wofür man nicht einen Löffel brauchen würde. (Ich brauchte ihn so oft, dass manche Freunde immer noch davon ausgehen, dass ich einen dabei habe.) Meine No-Name-Jeans-Chucks unter die Sitzfläche gestellt, zog ich mit dicken Wollsocken an den Füßen die Beine an, klemmte mir ausreichend Stoff von Parka, Pulli und Tuch zwischen Ohr und Schulter und schloss die Augen. Ich kann nahezu überall schlafen, vielleicht hätte ich das mal bei der Frage nach meiner „superpower“ erwähnen sollen. Möglicherweise kommt diese Fähigkeit aus genau jener Zeit, denn anders hätte ich diese Phase meines Lebens wohl nicht überstanden. Zuhause schlief ich oft nur wenig, hatte Alpträume und entspannte erst am frühen Morgen. Also holte sich mein Körper die Ruhezeit zurück und ich hielt stets Ausschau nach halbwegs komfortablen Plätzen. Genauso wie im Zug schlief ich auch in Hohlstunden in einem abgelegenen Besprechungsraum, der für uns Schülerinnen eigentlich tabu war. Dort stand ein Sofa und mit meinem Parka als Decke ging es ganz prächtig, nur hatte ich keinen Wecker und mein Handy keine Weckfunktion. Also rief ich, um den nächsten Stundenbeginn nicht zu verpassen, regelmäßig meinen besten Freund an und bat ihn, mich wiederum mit einem Anruf zu wecken. Der war das schon gewohnt und immer sehr hilfsbereit und fürsorglich mit mir. Vielleicht waren die vielen Zugfahrten damals auch ganz gut für mich. Während der Fahrt hatte ich keine Verpflichtungen, es gab noch kein Smartphone, sondern nur mich, einen warmen Parka und sehr viel Zeit. Ich trank überteuerten Pfefferminztee und schrieb Gedichte. Natürlich waren diese häufig von fragwürdiger Qualität, aber es war ein Anfang. Oft hing ich auch nur meinen Gedanken nach, lauschte dem regelmäßigen Rattern der Schienen und versuchte, mit der rasanten Entwicklung, die mein Leben gerade nahm, irgendwie Schritt zu halten.

#aprillove2015 – Yellow

Yellow2

Es ist nicht so leicht, etwas Gelbes in meinen Fotos zu finden. Also musste ich erst einmal losziehen und mir den Frühling da draußen genauer ansehen. Wo überall würde ich Gelb entdecken? Neben Warnschildern vor dem „bisschen Hund“ fielen mir vor den Häusern natürlich gleich die blühenden Osterglocken ins Auge. Als ich weiter zu den Feldern kam, ließ ich meinen Blick über die Landschaft schweifen. Das Schöne am Frühling ist ja, dass vor noch blätterlosen Bäumen hier und da Farbtupfer voller Intensität zu sehen sind, Flecken von leuchtendem Gelb oder schimmerndem Rosa, eine Fläche mit allerkleinsten Blümchen, die sich dafür umso konzentrierter anstrengen, in knallendem Lila oder warmem Blau zu leuchten. Passend zu diesen Kontrasten zwischen der Kargheit des Winters und dem Aufbrechen des Frühlings habe ich euch dieses Bild mit gebracht. Ich bin schon gespannt, wie es da in einigen Wochen aussehen wird!