Paris im Winter – Tag 3

So begann unser dritter und letzter Tag in Paris. Ich war mit richtiger guter Laune und einem unbändigen Glücksgefühl in der Brust aufgewacht und freute mich nun auf unseren Abschlusstag, an dem wir das Schloss Versailles anschauen wollten. Um lange Warteschlangen zu vermeiden, buchte ich über „Get your guide“ für meine Freundin und mich einen bevorzugten Einlass und wir machten uns mit Métro und RER auf den Weg.

Unterwegs in Paris

(Mit diesem Bild bin ich übrigens super zufrieden, nicht zuletzt aufgrund des Vogelflugs!)

Leider machte ich den Fehler, die Zugverbindung nicht doppelt und dreifach zu checken und so saßen wir erstmal im falschen Zug. Da es in Versailles mehrere Bahnhöfe gibt, merkten wir es zunächst nicht und hatten schließlich umso mehr Zeit verloren, sodass klar war, dass wir unseren ursprünglich gebuchten Einlass nicht würden wahrnehmen können. Mit einem kurzen Anruf war es jedoch kein Problem, diesen nach hinten zu verschieben. In jedem Fall hatten wir nun erst das Glück, unser Zugticket voll auszunutzen, und anschließend mit zweistündiger Verspätung unsere Erkundungstour in Versaille zu beginnen.

Natürlich ist das Schloss Versailles eine Wucht! Die Palastanlage ist riesig und es wurde an nichts, aber auch gar nichts gespart. Prunk und Protz ohne Ende. Deckengemälde, Statuen, Bilder, Fresken, Schmuck, kunstvolle Verzierungen – man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll!

Ich war beeindruckt und auch irgendwie erschlagen. Als wir schließlich nach über zwei Stunden wieder ins Freie traten, musste ich erstmal tief durchatmen – und konnte dabei diesen großartigen Ausblick im Garten genießen:

Ursprünglich hatten wir noch vor, am anderen Ende des prächtigen Gartens den Domaine de Marie-Antoinette anzusehen, jedoch ließ es der Zeitplan leider nicht zu. Daher machten wir uns mit ein paar Macarons im Gepäck auf dem Weg zurück in die Stadt.

Wir spazierten am Eiffelturm vorbei über das Marsfeld und ich warf am Monument des Droits de l’Homme (man beachte erneut den Vogelflug!) einen kleinen Blick auf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte.

Nach einer Stärkung in einem süßen, kleinen Café und einer weiteren Runde Bummeln machten wir uns mit der Métro wieder auf den Heimweg. Wir holten unser Gepäck bei der Unterkunft ab, kauften uns unser Reiseproviant und los ging es zum Bahnhof. Zu diesem Zeitpunkt war uns noch nicht klar, dass die Heimreise eine regelrechte Odyssee werden sollte, da unser ICE schon in Paris eine halbe Stunde Verspätung hatte und wir dadurch den Anschlusszug verpassten. So behielten wir quasi die 2-Stunden-Verspätung vom Morgen bei, trösteten uns mit den Macarons (und dem Fahrgastrechte-Formular!) und waren froh, als wir spät in der Nacht in unsere heimischen Betten fielen.

Au revoir, Paris!

Paris Est

Paris im Winter – Tag 2

Unser zweiter Tag in Paris begann erneut mit Sonnenschein, sodass die morgendliche Müdigkeit schnell verflogen war. Überhaupt, ich hatte fast 10 Stunden geschlafen, aber das war nach dem ersten, aufregenden Tag auch nötig gewesen. Wir machten uns auf den Weg zur Basilika Sacré-Cœur de Montmartre, in Gedanken sang ich mit Tina Dico und mein Herz hüpfte vor Freude bei diesem Anblick und Ausblick.

Die Sacré-Cœur ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in Paris, bei der man weder anstehen noch Eintritt bezahlen muss. Auch die Sicherheitskontrolle brachten wir zügig hinter uns und konnten uns so die Kirche auch von innen ansehen. Es ist innen verboten, Fotos zu machen, woran sich natürlich keiner hält, doch ich wollte diese Kirche wirklich als Ort der Einkehr sehen und habe also darauf verzichtet.

Anschließens fuhren wir auf den Tipp von Tina in Richtung der Rue Oberkampf, um uns auf die Suche nach Street Art zu begeben. Und wir wurden schnell fündig:

Als ob wir danach noch nicht ausreichend zu Fuß unterwegs gewesen wären, ging es weiter auf den 48 Hektar großen Cimetière du Père-Lachaise, den größten Friedhof von Paris.

Danach brachte uns die Métro ins jüdische Viertel, wo es eine ganze Menge an Markenklamottenläden gab und Tina in ihrem Tipp Nummer acht nicht damit übertrieben hatte, dass sich ein Falafelstand an den nächsten reihte. Leider hatten wir nicht so viel Glück wie sie und mussten eine ganze, unverschämte Weile anstehen, bis wir unsere Falafel in der Hand hielten. Wer hier also lange Warteschlagen sieht, sollte wohl besser die Beine in die Hand nehmen und sich eine andere Essensquelle suchen ;-)

Nun hatten wir eigentlich geplant, am späten Nachmittag und Abend noch ins Louvre zu gehen, da dieses mittwochs lange Öffnungszeiten bis 21.45 Uhr hat. Nachdem wir jedoch bereits alle Schrittzählerrekorde gebrochen hatten, beschlossen wir, unsere Füße für den morgigen Tag zu schonen – die Freundin entschied sich für ein Pizzastück auf die Hand und verbrachte den Abend im Zimmer, ich hingegen ging ins Kino und sah mir mit „Paterson“ einen herausragenden Film von Jim Jarmusch an. Der Film lief im englischen Original mit französischen Untertiteln, was mir gleich doppelte Verständnischancen eröffnete. Gern hätte ich den Abend danach noch in einer nette, kleine Bar gesessen mit einem Glas Wein und guter Gesellschaft ausklingen lassen, doch es tat meiner entspannten und glücklichen Stimmung auch keinen Abbruch, mir noch ein Stück Pizza zu kaufen und zurück in unsere Unterkunft zu gehen.

Ein gelungener Tag!

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Paris im Winter – Tag 1

Mit diesem Tweet fing alles an, genauergesagt mit einer Nachricht der liebsten Freundin auf meinem Handy: „Ich will nach Pariiiis! Kommst du mit?“ Da Spontaneität neuerdings mein zweiter Vorname ist (Ähm. Nicht.), hab ich zugesagt und im Nu waren Zugfahrt und Unterkunft gebucht:

Früh um 7 ging es in Stuttgart los und drei Stunden später waren wir schon in Paris!
Da dort am Bahnhof bald jeder zweite Fahrkartenautomat defekt war, hieß es erstmal Anstehen für uns. Doch schließlich hatten wir unseren 10er-Pack Tickets und konnten uns mit der Métro auf den Weg zur Unterkunft machen. Wir schnupperten Pariser Stadtluft, tranken erstmal einen Kaffee und machten Pläne für den Tag. Nach dem Sitzen im Zug war uns nach einem Spaziergang zumute und ohne unser Gepäck ließ es sich umso besser durch die Pariser Straßen bummeln: Einmal um Notre Dame herum und an der Seine entlang erkundeten wir die Stadt. Das Louvre schien uns so groß wie ein ganzer Stadtteil und natürlich genoß ich besonders den Ausblick auf das Riesenrad im Jardin des Tuileries.

Auf den Stufen der Eglise de la Madeleine aßen wir leckere Macarons aus dem Ladurée und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Wer hätte auch ahnen können, dass wir Ende Dezember so ein traumhaftes Wetter haben würden! (Nun ja, wir freuen uns dran, aber ich will gar nicht dran denken, was das global gesehen bedeutet…)

Nach einer kurzen Pause in unserer Unterkunft folgten wir unseren knurrenden Mägen und aßen in der Crêperie des Arts leckere Crêpes mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig. Danach bummelten wir weiter durch die Straßen, wobei die liebste Freundin einen Second Hand Laden entdeckte und sich ganz dem Shoppingwahnsinn hingab.

Auch in der Dunkelheit ließ sich noch einiges entdecken und so stolperten wir an kleinen Platten- und Buchläden, riesigen Universitätsgebäuden und lockenden Essensständen vorbei und genossen den rauschhaften Taumel durch die Nacht.

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Wintergrillen

 
Das Wintergrillen hat Tradition. Es gehört in die wohl ehrlichste Freundschaft, die ich habe. Zu einem Freund, der mich seit 2003 begleitet und mit dem sich von Anfang an feste Rituale etabliert haben. Eines davon ist ein gemeinsames Mittagessen Ende Dezember. Erst viele Jahre bei ihm zuhause, doch seit er sein kleines Grundstück hat, dort oben. Schon 2014 zeigte ich euch einige Bilder, da lag noch mehr Schnee als dieses Mal.

Das Wintergrillen passt zu unserer Freundschaft. Es ist rau, echt und ohne viel Schnick Schnack. Nicht jeder hätte den Nerv dazu, in der Kälte dort hochzustapfen, und nicht jeder hat den Nerv dazu, es mit ihm und mir auszuhalten. Wir packen uns niemals gegenseitig in Watte und doch steht hinter jedem Wort und jeder Geste unbedingte Treue. Wir reden innerhalb von drei Sätzen über den Tod, Sex und die Salatbar im Rewe. Wir telefonieren jede Woche zu einer verabredeten Zeit, ganz egal, ob wir gerade in Gesprächslaune sind oder nicht.

Er ist ein Mensch, vor dem ich nichts verberge. Ich sehe keinen Sinn darin. Täuschungen und Spielereien sind ihm fremd oder einfach nur zu mühsam. Ich glaube manchmal, er kann gar nicht anders als aufrichtig. Im letzten Jahr sorgte irgendeine Betreuerin dafür, dass er einen Stempel mit GdB 80 bekam. Wir feierten daraufhin erstmal die zusätzlichen fünf Tage Urlaub. Kurz darauf pachtete er noch ein zweites kleines Grundstück. Mehr Zeit für die Arbeit dort oben.

Es ist ein gutes Gefühl
Zu sagen, wir kennen uns noch in zehn Jahren

(Tomte: „Was den Himmel erhellt“)

#augustbreak2016 – 5 years ago

Das ist nun die Nachspielzeit zum #augustbreak2016, wie die Vorgärtnerin es so schön betitelt hat. Im Gegensatz zu Raph Elle, die gleich ihr ganzes abenteuerliches Jahr 2011 Revue passieren ließ, habe ich mir nur den Sommer 2011 vorgenommen.

Es war ein ganz gewöhnlicher Sommer: Ich fuhr Anfang August aufs Freakstock und saß danach am Schreibtisch und schrieb Hausarbeiten. Mein Mann arbeitete enorm viel und so traf ich mich abends oft mit Freunden. Ein Kommilitone lud mich zu seinem Geburtstag ein. Meine Schwägerin heiratete. Ich begann einen neuen Nebenjob und ein neues Ehrenamt. Und Ende September ging es nach Berlin.

Ein gewöhnlicher Sommer, wie es ihn selten bei mir gab. Stinknormale Semesterferien ohne Umzüge (wie in den 5 Jahren zuvor), größere Praktika/Ferienjobs (wie in den 2 Jahren danach) oder Lernen fürs Examen (die anschließenden 2 Jahre). Semesterferien, in denen es etwas zu tun gab, das aber Tag für Tag auch gut zu schaffen war.

Gleichzeitig veränderte dieser Sommer mein Leben, sodass ich es bis heute merke. Ich denke oft, es braucht diese Ruhe im Außen, damit das Innen hinterherkommt und sich entwickeln kann. Der Sommer brachte mir keine großen beruflichen Veränderungen, keinen Ortswechsel, keine abenteuerliche Reise, keinen Stempel unter meinen Studienleistungen oder meiner Beziehung – doch im Blick auf mich und mein Leben hat er mich nachhaltig verändert.

Inwiefern? Damit das Anskizzierte auch Gestalt bekommt, will ich versuchen, diese Frage zu beantworten und den Balanceakt zwischen persönlich und privat wagen.

Der Sommer brachte mir die Liebe Gottes nah, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte. Dies hing mit einer einzelnen Predigt auf dem Freakstock zusammen. Wer wie ich christlich aufgewachsen ist, der kennt es vielleicht, wenn man sich bei einer besonderen Veranstaltung, einem Gottesdienst oder im Zeltlager Gott auf einmal ganz nahe fühlt, wenn man eine neue Erkenntnis oder einen geistlichen Durchbruch hat oder überhaupt gerade etwas mit Gott erlebt. Man denkt sich: Ab jetzt wird alles anders. Ab jetzt werde ich „Stille Zeit“ machen/Bibel lesen/beten/nicht mehr über meine Klassenkameraden lästern/allen von Jesus erzählen/… Danach fährt man nach Hause und ein paar euphorische Tage später hat einen der Alltag wieder. Und genau so war es bei mir in diesem Sommer nicht. Auch drei Wochen später schwebte ich noch auf Wolke 7 und der Durchbruch, den ich erlebt hatte, veränderte mein ganzes Denken. Die Botschaft: Gott liebt mich und nimmt mich an, mit allem, was ich bin/habe/denke/tue. Es war also die Erfahrung, die man „Gnade“ nennt.

Und ja, natürlich hatte ich diese Botschaft schon früher gehört, ich war Christ, seit ich denken kann, ich hatte mich bekehrt, ich lebte mein Leben mit Jesus. Aber trotzdem hatte ich – vielleicht gerade aufgrund meiner christlichen Prägung – einen bestimmten Lebensstil als richtig und Gott wohlgefällig ausgemacht und wann immer ich hinter diesem zurückblieb, hielt ich mich für vom Weg abgekommen oder einen Christen zweiter Klasse. In diesem Sommer verstand ich, dass dies allein meine eigenen Maßstäbe waren, die ich häufig von anderen Christen übernommen hatte, und dass sie nichts damit zu tun hatten, wie Gott mich sah und vor allem, wie er mich liebte. Es gibt mit Gott nicht den Plan B für das eigene Leben, sondern Gott geht jeden Weg mit mir mit. Punkt.

Diese Botschaft fiel vor fünf Jahren richtig tief in mein Herz und lässt sich auch nicht mehr herausreißen. Ich fing an, sie in allen Konsequenzen durchzubuchstabieren: Was hieß das für meine Beziehungen, Lebenentscheidungen, für meinen Umgang mit einem bestimmten verhaltensorientierten Christentum, für mein Verhältnis zu mir selbst?

Ein Beispiel dafür ist meine Perspektive auf Körper und Schönheit. Schon einmal schrieb ich in diesem Blog über Schönheitsideale und ich denke, einen wesentlichen Beitrag zu meiner Haltung lieferte mir dieser Sommer. Einige Tage nach Freakstock saß ich nämlich auf meinem Bett und beschloss, nicht mehr schlecht über meinen Körper zu sprechen. Eine einzige, klare Entscheidung ohne Wenn und Aber. Wenn Gott nicht zögert, in mir zu wohnen – mein Körper als sein Tempel, heißt es in der Bibel – wer bin ich dann, dass ich selbst Teile von mir ablehne? Gott nimmt mich an, wie ich bin, also will ich mich auch selbst annehmen. Diese körperbezogene Konsequenz war so wirkungsvoll, wie ich es kaum erwartet hätte, und hatte ganz eigene Folgen, für die ich sehr dankbar bin.

Vieles könnte ich hier noch beschreiben, aber vermutlich genügt es schon, um euch einen Eindruck von diesem lebensverändernden Sommer zu geben. Vielleicht habt ihr auch schon Ähnliches erlebt, wie sich eure Perspektive so ändert, dass es euer ganzes Leben durcheinanderwirbelt, wie ihr hinter die Veränderung nicht mehr zurück könnt und auf einmal so viel freier und glücklicher seid, ohne dass sich im Äußeren etwas verändert hätte. Mir brachte der Sommer vor fünf Jahren jedenfalls eine neue Gottesbeziehung ohne Schuld und Scham, voller Liebe, Gnade und Annahme. Und das wirkte tief in alle Bereiche meines Lebens – bis heute.

Sommertage

Kaum eine Wolke am Himmel, nur ein paar weiße Fäden wie die Reste eines Spinnennetzes hängen im Blau. Schon morgens direkt den Bikini unter die Kleidung gezogen, Handtuch & Picknickdecke eingepackt, und mit dem Fahrrad ab an den See. Wir liegen auf der Wiese, meine Urlaubslektüre bleibt unberührt, ich genieße die Ruhe und den Blick auf das Wasser. Ein Schmetterlingspaar flirrt durch die Luft. Das Gras unter den Füßen gehe ich zum See, spüre die glatten Steine, tauche meinen Fuß in das von der Sonne aufgewärmte Wasser. Ich liebe es, im See zu baden, vergesse Zeit und Raum dabei, schaue in den blauen Himmel und beobachte, wie ein Vogel seine Kreise zieht, um schließlich kurz über der Wasseroberfläche ein Insekt zu fangen. Wir schwimmen hinüber zum Steg, wo all die Menschen sind. Ihr Lachen und Jauchzen klingt dennoch fern in meinen Ohren, ich kehre zurück zur Mitte, tauche kräftig ein mit Armen und Beinen und schwimme glücklich zu unserem Platz zurück. Beschwingt sausen wir mit den Rädern nach Hause, freuen uns am satten Grün der Wiesen und dem Gelb der Felder. Mit Eiskaffee und Johannisbeerkuchen geht es in den Garten, ich pflücke ein paar Himbeeren, von der Hand in den Mund, und genieße die Behaglichkeit unter dem großen Birnbaum. Die Katze besucht uns und die Enten schnattern ein wenig vor sich hin. Sommertage auf dem Dorf, ihr seid so unglaublich schön.

Ein gutes Jahr mit der Biokiste (Erfahrungsbericht)

Im September 2014 erzählte ich euch in diesem Beitrag von unserem Biokisten-Abo. Nun ist über ein Jahr vergangen und ich will davon berichten, welche Erfahrungen wir mit der Biokiste gemacht haben.

Dazu muss ich sagen, dass es bereits im Januar 2014 einige Veränderungen gab, die unser Anbieter einführte. Er schloss sich nämlich dem System Ökobox-Online an und bot uns damit die Möglichkeit, bereits im Voraus den Inhalt der Biokiste einzusehen und anzupassen. Der Online Shop ist wie ein kleiner Supermarkt geworden – hier direkt der erste Kritikpunkt: Während es zuvor nur um Obst, Gemüse und Käs’päckle ging, kann man nun auch Tee, Kaffee, Nudeln, Würzmittel bis hin zu Fertiggerichten in Konservendosen kaufen. Da fragt sich, wohin es mit dem ursprünglichen Konzept gegangen ist!?

Mein Mann und ich haben entschieden, dass wir die meisten dieser zusätzlichen Produkte nicht kaufen werden, sondern die neuen Online-Möglichkeiten besser nutzen wollen: Die Transparenz in Bezug auf die Lebensmittel hat sich nämlich sehr verbessert. Ich kann jetzt bei jedem Obst und Gemüse sehen, wo es herkommt und welche Zertifizierung (EU, Bio, Demeter) es hat. Außerdem weiß ich natürlich, welche Produkte aus eigenem Anbau unseres Obstbaubetriebs kommen.

Mein Bestellverhalten sieht normalerweise so aus: Am Sonntag oder Montagmorgen gehe ich in den Onlineshop und schaue, was in unserer Kiste zu finden ist. Dann werfe ich erstmal alles, was nur eine EU-Zertifizierung hat raus, denn da könnte ich ja ebenso in den nächsten Supermarkt gehen. Danach schaue ich, was ich noch zusätzlich an Obst und Gemüse möchte, und kann mir dabei schon überlegen, was ich in der kommenden Woche kochen möchte – der große, große Pluspunkt am neuen Konzept! Ich weiß, dass viele Leute Schwierigkeiten haben, wöchentliche Essenspläne zu erstellen. Durch die Bestellung bin ich gewissermaßen gezwungen, mir darüber klar zu werden, was diese Woche auf meinem Teller landen soll. So kann ich ggf. dann auch montags oder dienstags noch in den Supermarkt gehen und dort weitere Zutaten kaufen, die ich für meine geplanten Gerichte brauche.

Die zusätzlichen Angebote nutze ich gelegentlich trotzdem, um auf meinen Mindestbestellwert zu kommen: Da findet sich bei mir dann mal eine Flasche eigener Apfelsaft oder eine Packung mit Cashewnüssen. Außerdem kaufe ich regelmäßig einen Laib Brot, der dann mitgeliefert wird. Beim Bestellen merke ich schnell, ob ich für die kommende Woche die Kiste überhaupt brauche: Schätzungsweise 1x im Monat heißt es dann auch „Diese Bestellung stornieren“ und ich lege eine Lieferpause ein.

Was die Vorteile anbelangt, auf die ich schon in meinem ersten Beitrag eingegangen bin, so kann ich diese weiterhin unterschreiben. Da wir jetzt aber nicht mehr den Druck haben, ein Lebensmittel aus der Kiste ungeplant verarbeiten zu müssen,  ist es insgesamt stressfreier geworden und wir brauchen auch nichts mehr wegwerfen. Unsere Kosten haben sich m.E. gut eingependelt: da wir Basislebensmittel wie Mehl, Reis oder Nudeln auf Vorrat kaufen, bin ich vielleicht so 2-3 Mal im Monat im Supermarkt (und zusätzliche 2 Mal in einem kleinen Markt um die Ecke).

Mein Fazit: Da ich nahezu täglich zuhause esse, passt das Konzept „Biokiste“ nach wie vor gut. Mit der Qualität der Lebensmittel sind wir sehr zufrieden und durch die erhöhte Transparenz im Onlineshop können wir noch besser auswählen. Abzug gibt es nur für die m.E. sinnfreien, ebenso verfügbaren Produkte – die ich aber selbst natürlich nicht kaufen muss.

Rom, du ewige Stadt + Tipps

Wenn Florenz angesichts alter Bauten, Kirchen und Plätzen beeindruckend ist, so ist Rom umwerfend. Überhaupt kann in Sachen „Überreste aus einer anderen Zeit auf engem Raum“ wohl keine andere Stadt Rom das Wasser reichen. Der Ehrenname „Die ewige Stadt“ besteht zu Recht, in Rom kann man abtauchen in vergangene Zeiten und wird dabei ein tiefes Gefühl für Dauer und Beständigkeit empfinden.

Rom1

Im August sind die Römer ausgeflogen und die Stadt ist von Touristen überfüllt. Das muss man wissen und damit leben oder sich einfach einen anderen Reisezeitpunkt suchen. Im Folgenden geht es mir dieses Mal weniger um „Das muss man gesehen haben!“-Tipps als vielmehr um grundsätzliche Reiseüberlegungen. Denn DASS sich Rom als Reiseziel lohnt, steht für mich außer Frage.

Variante A: komfortabel, spontan, teuer

Anreise: Flug
Unterkunft: Hotel, zentral gelegen

Diese Variante ist für Leute, die auch gern mal einen Kurzurlaub übers Wochenende machen. 3 Tage Rom, das ist angesichts der Sehenswürdigkeiten natürlich kurz, doch um inspiriert und zufrieden wieder heimzukommen, genau richtig. Hier würde ich einen Flug buchen, ein zentral gelegenes Hotel auswählen und dadurch so viel wie möglich Zeit in der Stadt statt auf der Strecke verbringen. Wir hatten eine Unterkunft, die etwas außerhalb lag, und auch wenn es die Metro und Busse gibt, haben wir doch einiges an Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht. Wer zentral wohnt, kann sich trotzdem ein 48-Stunden-Ticket für Bus und Bahn kaufen, ist allerdings viel schneller am Zielort.

Rom ist grundsätzlich teuer und das gilt selbstverständlich auch für Restaurants und Imbissbuden. Wer nicht lange nach einem günstigeren Lokal suchen will, tut gut daran, entsprechend Geld einzuplanen. Gerade im Viertel rund um die Spanische Treppe gibt es tolle Restaurants, die allerdings auch ihren Preis haben. Wenn man das im Voraus weiß, kann man ohne schlechtes Gewissen zuschlagen.

Ein Tipp: Im Urbana47 (in der Via Urbana 47) im Viertel Monti gibt es herausragend gutes Essen. Gehobene Küche, leckerer Wein und ein ganz eigener Einrichtungsstil. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und den Abend genossen!

Türen

Variante B: einfach, organisiert, nicht ganz so teuer

Anreise: Auto, Bahn oder Flug
Unterkunft: AirBnB o.Ä.

Diese Variante ist gut geeignet für Schnäppchenjäger, Pfadfinder und den studentischen Geldbeutel. Man suche sich eine Unterkunft über AirBnB o.Ä., die ein wenig außerhalb gelegen und dadurch etwas günstiger ist. Eine Privatunterkunft ist im Gegensatz zum Hotel natürlich viel individueller und spannender. Wir hatten eigentlich nur ein Zimmer gebucht, dann aber für die 3 Tage die ganze Wohnung für uns. So erhält man einen authentischen Blick ins ‚römische Leben‘. Wir hatten auch das Glück, dass unser Gastgeber uns im Voraus den Kühlschrank vollpackte und wir jeden Morgen ein leckeres Frühstück genießen konnten – und das in unseren ‚eigenen‘ 4 Wänden und nicht im Hotel mit zig anderen Menschen.

Möchte man auch tagsüber nicht so viel Geld ausgeben, muss man clever planen. Auch das Essen ‚auf die Hand‘ ist meist teuer, also halte ich es für sinnvoll, sich nach einem ausgiebigen Frühstück zuhause ein Vesper für unterwegs einzupacken. Hier muss man natürlich gut aufpassen, welche Lebensmittel auch die Hitze vertragen, z.B. Äpfel, Nektarinen, Karotten, Müsliriegel, Vollkornbrot mit geräucherter Wurst/Schinken, Landjäger, Nüsse/Studentenfutter… Dann braucht man sich einfach nur eine Bank oder ein anderes lauschiges Plätzchen suchen und ist tagsüber gut verpflegt. Abends heißt es dann, die Heimreise antreten, im Supermarkt einkaufen und zuhause kochen. So haben wir es an einem Abend gemacht und diesen sehr genossen. Alle Fenster auf und das Leben im Stadtteil hautnah mitbekommen.

Colloseum1
Tipps

Vom Programm her würde ich in beiden Fällen zunächst die typisch touristische Hop-on-Hop-off-Bustour machen. Es gibt preislich unterschiedliche Varianten ab 18 Euro pro Person. Man kann auswählen, ob man einmal komplett durchfährt, ob das Ticket für diesen Tag oder für 24h gilt, usw. Am ersten Abend setzten wir uns also oben in einen solchen Bus, hatten einen tollen Blick über die ganze Stadt, dazu einige Infos über den Audioguide im Ohr und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen. Das würde ich definitiv wieder so machen!

Grundsätzlich gilt: In Rom gibt es so vieles zu sehen, dass es mir bei einem Kurztrip geradezu verrückt erscheint, Geld für einen Museumsbesuch auszugeben, wenn man eine große Menge an Sehenswürdigkeiten schlicht zu Fuß ‚erlaufen‘ kann. Dafür sollte man natürlich geeignetes Schuhwerk anziehen, die Füße werden es einem danken!

Dennoch stellt sich die Frage nach den Klassikern: Vatikan und Colloseum – ja oder nein? Lohnt sich ein Besuch? Eine geführte Tour? Oder kann man drauf versichten? Wir haben das Colloseum nur von außen gesehen, aber eine Vatikantour gemacht und diese Frage anschließend heiß diskutiert. Unser Fazit zum Vatikan: Mach es, wenn du es wirklich machen willst und interessiert bist! Wenn es für dich nur ein Punkt auf einer allgemeinen Rom-To-Do-Liste ist, du aber kein eigenes Interesse oder einen persönlichen Bezug dazu hast, dann kannst du dir Zeit & Geld sparen. Wenn du dich allerdings dafür entscheidest, wähle eine geführte Tour! Du wirst dir sonst nur beim Warten in den Schlangen die Beine in den Bauch stehen und einen ordentlichen Sonnenbrand holen.

Unsere Vatikantour haben wir mit Maya Tours gemacht und können es auch weiterempfehlen. Der Preis betrug ca. 50 Euro pro Person und wir umgingen damit ein doppeltes Anstehen in den Schlangen: Es gibt nämlich eine zum Petersdom und eine zu den Vatikanischen Museen. Mit der Tour ging es erst durch die Museen und dann von hinten her in den Petersdom. Der Vatikan war natürlich auch voll mit Touristen, obgleich unser deutschsprachiger Führer meinte, es wäre heute ja eher wie bei einer Privataudienz. Sollte das stimmen, möchte ich mit ihm nicht tauschen! Maya Tours bieten auch Führungen durch das Colloseum an – sicher auch keine schlechte Idee. Ich persönlich war aber auch schon mit dem Colloseum von außen glücklich!

Alle weiteren Reisetipps, die ich euch geben könnte, habe ich selbst von anderen Blogger*innen abgekupfert: Immer, wenn ich in den letzten Jahren auf einen interessanten Rombeitrag stieß, speicherte ich mir den Link in einem Lesezeichenordner und konnte nun im Vorfeld der Reise eine schöne Liste zusammenstellen. Dazu gehörten u.a. Eis bei Giolitti und Espresso im Caffè Sant’Eustachio. Außerdem lernte ich aus den Tipps von Freundinnen, dass man in den meisten Restaurant gut und günstig Pizza zum Mitnehmen bekommt, was ich mir gerade für abends auch sehr gut vorstellen kann – hier findet sich draußen bestimmt ein schönes Plätzchen. 

Fazit

Rom ist eine Reise wert – ja, eindeutig. Allerdings würde ich persönlich diese Stadt nicht mehr im August bereisen und mich in Zukunft für eine der beiden oben beschriebenen Varianten entscheiden. In beiden Fällen kann man es sich so richtig gut gehen lassen und eine Stadt entdecken, die schon beim bloßen Vorbeigehen viel zu bieten hat.

Habt ihr auch Tipps für Rom? Ich freue mich über Hinweise und Feedback!

Traumstadt Florenz + Tipps

Man darf es ja keinem sagen (und schreibt es darum auf sein Blog), aber der ausschlaggebende Faktor für meinen Florenzbesuch lag in einem kleinen Tweet, der mich sehr neugierig gemacht hat:

Dieser Hinweis komplettierte mein aus der Ferne sehr positives Bild von Florenz und motivierte mich dazu, mir die Stadt genauer anzuschauen. Umso frustrierender war es für mich, die ersten Tage im Hotelzimmer zuzubringen. Da war ich schon in meiner potentiellen Traumstadt, aber konnte den Fuß nicht vor die Tür setzen!

1. Markthalle und Kirche San Lorenzo

Dafür genoss ich es schließlich umso mehr, durch die Straßen zu bummeln, gemütlich in einem kleinen Café zu frühstücken und dem Treiben der Stadt zuzuschauen. Dank dieses Blogposts von Francesca verpassten wir es nicht, die große Markthalle anzuschauen, deren Restaurantbereich im ersten Stock allerdings erst um 10 Uhr öffnet. Anschließend ging es in die Kirche San Lorenzo, was auch Francescas Vorschlag entspricht, ich aber ganz vergessen hatte. San Lorenzo ist die älteste Kirche in Florenz, die 393 geweiht wurde. Für die Kirche zahlt man 4,50 Euro Eintritt und kann auch den wunderschönen Innenhof daneben und einen Bereich im Keller ansehen. Schaut man nur von außen durch den kleinen Spalt der Kirchentür, sieht der Raum lange nicht so beeindruckend aus wie von innen. In den Seitenbereichen sind verschiedene Gemälde, von denen mich dieses hier besonders berührte. Es wurde von Pietro Annigoni im Jahr 1963 und zeigt Josef mit Jesus. Ebenfalls sehr inspiriend war für mich die Darstellung der 26jährig verstorbenen Berta Moltke Withfield, wie sie von einem Engel in den Himmel getragen wird (hier und hier im Detail). Leider zeigen die Bilder es von der rechten Seite, mir hat die Sicht von links noch sehr viel besser gefallen. Wie der Engel seinen Arm um ihre Taille legt, ist wunderschön anzusehen.

2. Eine Messe in Santa Croce

Wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem Florenz von Touristen noch mehr überfüllt ist als im August, dann sind es eindeutig die Sonntage im August. Sie bilden sozusagen den touristischen Höhepunkt. Der Dom hat nur nachmittags für ein paar Stunden geöffnet (lange und noch längere Schlangen garantiert) und wenn man sich nicht vorsieht, hat man gleich drei Selfie-Sticks auf einmal gekauft. Also ließen wir uns am Sonntag einfach treiben (vielleicht ein wenig wie Isabella es hier in Punkt 1 empfiehlt) und landeten so auf den Treppen von Santa Croce.

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Spontan entschieden wir, die Messe in der Franziskanerkirche zu besuchen. Es ist angenehm kühl und ruhig, niemand läuft herum und knipst unermüdlich Fotos, so können wir wirklich in der Kirche ankommen. Auf gefalteten Blättern steht der Ablauf des Gottesdienstes samt allen gesprochenen Worten (außer der Predigt) und dank Lateinkenntnissen und der Tatsache, dass ich, naja, nicht ganz fachfremd bin, kann ich gut folgen. Ich mag es, Gebete und Bekenntnisse im Wechsel zu sprechen, es ist inhaltlich dicht und erfordert höchste Konzentration, es ist Einkehr und Achtsamkeit. Nach dem Gottesdienst gehen wir auf den Priester zu und bitten um Gebet für uns. Er ist angesichts meiner Italienischbrocken zwar sichtlich irritiert, doch nachdem die Frage dann ankam, sagt er uns zu, bei der nächsten Messe an uns zu denken. Auch nicht schlecht.

3. Mit dem Roller ins Umland

Unsere Rollerfahrt hatte ich schon erwähnt und ich kann es nur empfehlen! Wir liehen hier zwei Roller aus und düsten von Florenz aus gen Süden. Zunächst einmal hinauf auf den Piazzale Michelangelo, von wo aus man wirklich einen traumhaften Blick über die Stadt hat.

Blick vom Piazzale Michelangelo

Blick vom Piazzale Michelangelo

Anschließend nahmen wir die Schnellstraße 222, die Via Chiantigiana, und fuhren zunächst nach Greve, um uns im Supermarkt mit ausreichend Wasser und Lebensmitteln für ein Picknick einzudecken. Anschließend ging es weiter bis Castellina. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicher noch nach San Gimignano gefahren, um dort all die Türmchen zu bewundern. So jedoch machten wir immer wieder an schönen Stellen Halt, genossen die Natur und fanden auch ein lauschiges Plätzchen für unser Picknick. Ein Traumtag mit Sonnenbrand inklusive!

Fazit

Über die Innenstadt von Florenz mit all ihren Sehenwürdigkeiten könnte man nun sicher fünf weitere Blogposts verfassen, doch ich beschränke mich hier auf den Hinweis, sich einen guten Stadtplan zuzulegen und die Gassen, Kirchen und Plätze selbst zu erlaufen. Ausruhen könnt ihr euch in der Loggia dei Lanzi, einem Arkadenbau mit Blick auf die Piazza della Signoria. Angeblich darf man sich hier zu Zeiten des Hochbetriebs nur 15 Minuten aufhalten, doch wenn man nicht nur von Statue zu Statue eilt, sondern sich an den Seiten auf die Stufen setzt, kommt diese Verschnaufpause sehr gelegen. Spätestens an diesem Ort wusste ich – trotz Menschenmassen, Hitze und zu vielen Handykameras -, dass Florenz eine Stadt für mich ist. Kunst, Kultur und pulsierendes Leben, gepaart mit einer träumerischen Leichtigkeit sowie der Möglichkeit, sich einfach in einen schönen Garten oder Park zu legen und in den Himmel zu schauen – da kann das Herz aufatmen.

Blick vom Ponte Vecchio

Blick vom Ponte Vecchio

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig Lust auf einen Florenztrip gemacht. Ganz bestimmt werde ich wiederkommen und mir all das ansehen, wofür dieses Mal die Zeit fehlte.
Habt ihr noch Tipps? Immer her damit!