#augustbreak2016 – I’m reading…


Heute bin ich auf einer Hochzeit, daher ist hier ganz einfach und pragmatisch das Liederheft des Traugottesdienstes zu sehen. In der Predigt wurde deutlich, wie der abgedruckte Trauvers an erster Stelle eine Ermahnung ist, aber gleichzeitig auch eine Zusage enthält, dass nämlich zuerst Gott uns angenommen hat und es aus dieser Perspektive her hoffentlich einfacher ist, auch den anderen Menschen anzunehmen. Es war ein sehr schöner Gottesdienst und ich habe mich gefreut, durch das Vorlesen eines Bibelvers auch etwas beitragen zu können.
Ansonsten – d.h. in Sachen Literatur – lese ich gerade immer noch Paul Auster mit „Bericht aus dem Inneren“ und habe mir nun endlich den „Fänger im Roggen“ von Salinger zugelegt und als nächstes Buch vorgenommen. Es hat mich daher besonders gefreut, dieses Buch heute auch bei Raph x Elle zu entdecken.

#aprillove2015 – A life-changing book

Duden

Ich kann nicht sagen, dass mit diesem Buch alles anfing, denn Lesen musste ja auch erst mal gelernt werden. Doch nach „Toni malt Fine. Fine malt Toni“ war bald kein Halten mehr. Ich verschlang als Kind unzählige Bücher, liebte die Mädchen- und Internatsreihen, diverse Abenteuerromane und Klassiker. Wenn ich an Ostern oder zum Geburtstag Geld geschenkt bekam, rechnete ich es direkt in Bände meiner aktuellen Lieblingsreihe um (DM 9,80). Dann spazierte ich zum Buchladen, kaufte mir einen neuen Band und hatte ihn an einem Tag ausgelesen. Ein kurzes Vergnügen!
Gut, dass es noch Bücher von meinen Eltern gab: Jugendbücher meiner Mutter und nun ja, manchmal nicht leicht zu lesende Lektüre meines Vaters. (Zum Beispiel: Oliver Sacks, Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte) Eines dieser Bücher war das Duden Taschenbuch „Leicht verwechselbare Wörter“, in dem ich sehr gerne las. Da es ja um einzelne Wortpaare oder Wortfelder ging, konnte ich immer wieder darin schmökern und einen Abschnitt lesen. JA, die Lektüre war lebensverändernd. Sprache präzise nutzen zu können, diesen Wunsch hatte ich schon als Kind und durch Bücher wie dieses wurde er noch fester in mir verankert. Ich wurde sensibilisiert für die Feinheiten der deutschen Sprache und gerade bei „anscheinend“ und „scheinbar“ bin ich noch bis heute sehr hellhörig :-)

Blog-Award #7: Buzzaldrins Bücher

Böse Zungen werden mir nachsagen, ich sei bestechlich. Ich hatte nämlich erst vor kurzem großes Losglück bei Mara von Buzzaldrins Bücher: Das Trostpflasterpaket von der Frankfurter Buchmesse mit ein paar süßen kleinen Mitbringseln darf ich nun mein eigen nennen. Ich kritzele schon fleißig auf dem Notizblog, freue mich an den witzigen Klebern mit ? und ! und sage „Danke“ an die Losfee.

Nun aber zum Blog – Buzzaldrins Bücher. Wer steckt dahinter und worum geht es überhaupt?
Kurz gesagt: Mara liebt Bücher, liest am liebsten zeitgenössische Literatur und widmet dieser ihr Blog. Es gibt Buchvorstellungen und Rezensionen, Beobachtungen zum Deutschen Buchpreis, Autoreninterviews und um ehrlich zu sein, sorgt Mara dafür, dass ich mich nach der Lektüre eines ihrer Blogbeiträge jedes Mal ein bisschen gebildeter und informierter fühle, was die aktuellen Literaturtrends angeht.

Ihre Romanbesprechungen sind von unglaublicher Lesbarkeit, ja, tatsächlich! Oft breche ich bei Buchbesprechungen ja schon nach zwei Sätzen ab, weil ich beim Lesen des zweiten bereits den ersten vergessen habe. Nicht so bei Mara – ihre Rezensionen machen Lust auf mehr, geben einem ein Gefühl für ein Buch und lassen mich ein Stück weit mit in die Welt des jeweiligen Romans hineintauchen!

Besonders gut gefallen haben mir Vielleicht Esther (Katja Petrowskaja), Wunderlich fährt nach Norden (Marion Brasch), der wunderbare Beitrag über das Einsortieren von Büchern: Büchermobiliar, das Interview mit Saša Stanišić und wer Mara einfach nur mal lesen sehen will, klickt einfach hier.

Mara, mit deinem Blog bereicherst du das Netz der Leseratten und Bücherfreunde!
Danke, dass du deine Freude an Büchern mit uns teilst!

„A novel worth reading is an education of the heart. It enlarges your sense of human possibility, of what human nature is, of what happens in the world. It’s a creator of inwardness.“ (Susan Sontag)

Und so dreht sich mein Leben um die immer gleichen Themen, mein Kopf sinnt Motiven nach, mein Gefühl erträumt sich ein Behagen, alles ist Anschauung und Betrachtung. Vor meinem inneren Auge steigen Szenen aus Romanen auf, den immer gleichen Romanen, Anna Karenina ist so ein Roman, und Das Bildnis des Dorian Gray ist zu einem geworden, Sentenzen von Dichtern, und ein lieb gewordenes Romanende:

Was für eine traurige Geschichte, dachte ich lange. Nicht dass ich jetzt dächte, sie sei glücklich. Aber ich denke, dass sie stimmt und dass daneben die Frage, ob sie traurig oder glücklich ist, keinerlei Bedeutung hat. Jedenfalls denke ich das, wenn ich einfach so an sie denke. Wenn ich jedoch verletzt werde, kommen wieder die damals erfahrenen Verletzungen hoch, wenn ich mich schuldig fühle, die damaligen Schuldgefühle, und in heutiger Sehnsucht, heutigem Heimweh spüre ich Sehnsucht und Heimweh von damals. Die Schichten unseres Lebens ruhen so dicht aufeinander auf, dass uns im Späteren immer Früheres begegnet, nicht als Abgetanes und Erledigtes, sondern gegenwärtig und lebendig. Ich verstehe das. Trotzdem finde ich es manchmal schwer erträglich. Vielleicht habe ich unsere Geschichte doch geschrieben, weil ich sie loswerden will, auch wenn ich es nicht kann.

— Bernhard Schlink, Der Vorleser

Das sind mir die liebsten Begleiter. Ein Suchen und Tasten, ein Finden und Erkennen, ein Entdecken unter einem kleinen Kieselstein, im Auge des Gegenübers, im eigenen Auge im Spiegelbild. Mir schwirren alte Zeiten im Kopf herum und manchmal scheint es, als habe ich auch die Zukunft schon gelebt. So plastisch liegen die Wege vor mir, so real die Gabelungen, die zu treffenden Entscheidungen. Ich entdecke im Leben der Romanfiguren mein eigenes und in meinem eigenen Leben das ihre. Wer sagt, dass sie nicht statt meiner den nächsten Schritt tun? Wer hält sie zurück?

It is what you read when you don’t have to that determines what you will be when you can’t help it.

Oscar Wilde

Abschied II: Zitate aus dem „Glasperlenspiel“ (Hesse)

Ich hätte ja nicht gedacht, dass ich hier mal Hesse zitieren würde, doch zwei Stellen zum Thema Abschied haben mich sehr angesprochen und ich möchte sie gerne mit euch teilen.

Nachdem der Meister den Brief gelesen hatte, in welchem die Behörde sein Gesucht abschlägig beschied, spürte er ein leises Schaudern, ein Morgengefühl von Kühle und Nüchternheit, dass ihm anzeigte, die Stunde sei gekommen, und es gebe nun kein Zögern und Verweilen mehr. Dies eigene Gefühl, das er „Erwachen“ nannte, war ihm von den entscheidenden Augenblicken seines Lebens her bekannt, es war ein belebendes und zugleich schmerzliches, eine Mischung von Abschied und Aufbruch, tief im Unbewußten rüttelnd wie ein Frühlingssturm.

– – –

Fröhlich verließ er die Zelle, unterwegs in den nächtlich leeren Gängen und Höfen der Siedlung kam der Ernst ihm wieder, der Ernst des Abschieds. Abschiednehmen weckt stets Erinnerungsbilder, und ihn suchte auf diesem Gange die Erinnerung an jenes erste Mal heim, da er, noch ein Knabe, als neu eingerückter Waldzeller Schüler seinen ersten ahnungs- und hoffnungsvollen Gang durch Waldzell und den Vicus Lusorum getan hatte, und nun erst, inmitten der nachtkühlen schweigenden Bäume und Gebäude, spürte er durchdringend und schmerzlich, daß er dies alles nun zum letztenmal vor Augen habe, zum letztenmal dem Stillwerden und Einschlummern der tagsüber so belebten Siedlung lausche, zum letztenmal das kleine Licht überm Pförtnerhaus sich im Brunnenbecken spiegeln, zum letztenmal das Nachtgewölk über die Bäume seines Magistergartens ziehen sehe.

Dorian Gray

Als ich die „Poesie des Fährmanns“ mit einem geeigneten Bild zu versehen suchte, war mir noch nicht bewusst, dass das schließlich gewählte – „Narcissus“ von Caravaggio – auch als Buchcover für Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ diente. Wie passend erscheint mir jetzt diese Verbindung!

Ich kam in den Genuss, „Das Bildnis des Dorian Gray“ als Hörbuch anhören zu können und erlag schon im Vorwort dem Strom der Worte Oscar Wildes. Wenn auch keine 16 mehr und ganz und gar hoffnungslos allem ästhetizistischen Gedankengut ausgeliefert, so erlaube ich es mir doch gelegentlich, mir von diesen Strömungen meinen Verstand zugleich erhellen und verdunkeln zu lassen. Und was mir früher als raues und unbändiges Meer erschien, ist heute manchmal nur noch ein kleiner Whirlpool. Oder aber ein Meer, in das ich nur noch meinen kleinen Zeh hineinstrecke. Wie dem auch sei, Oscar Wilde zog mich in seinen Bann und so hörte ich manche Passagen immer wieder an, um auch ja keinen augenblinzelnden Moment zu verpassen.

„How sad it is! I shall grow old, and horrible, and dreadful.
But this portrait will remain always young.“

Die Geschichte um Dorian Gray ist schnell erzählt und auch weithin bekannt: Dorian Gray ist ein reicher und schöner junger Mann, dem die vornehme englische Gesellschaft zu Füßen liegt. Sein Freund und Bewunderer, der Maler Basil Hallward, malt ein herausragendes Porträt von ihm. Erst im Spiegel des Porträts wird sich Dorian seiner eigenen Schönheit und Jugend bewusst und spricht den stillen und wirkungsvollen Wunsch aus, das Porträt möge statt seiner altern und er selbst ewig jung bleiben.

Dorian gerät unter den Einfluss Lord Henry Wottons, der ihn zu einem neuen Hedonismus verführt. Bald führt Dorian ein ausschweifendes Leben und wird in seiner Selbstentfaltung immer maßloser und grausamer. Während er äußerlich schön und jung bleibt, schreiben sich die Spuren seiner Sünden in das Porträt ein und stellen ihm so sein wahres Ich, seine Seele, wie einen Spiegel vor Augen.

Basil und Lord Henry sind Gegenpole, die beide mit Dorian befreundet sind und ihn beeinflussen. Während das Herz Dorians zunächst noch stärker dem gutmütigen Basil zugeneigt ist, ist er vom ersten Moment an gebannt von den Reden Lord Henrys und gerät zunehmend unter dessen Einfluss.

„I hate the way you talk about your married life, Harry,“ said Basil Hallward, strolling towards the door that led into the garden. „I believe that you are really a very good husband, but that you are thoroughly ashamed of your own virtues. You are an extraordinary fellow. You never say a moral thing, and you never do a wrong thing. Your cynicism is simply a pose.“
„Being natural is simply a pose, and the most irritating pose I know,“ cried Lord Henry, laughing.

“The only way to get rid of a temptation is to yield to it. Resist it, and your soul grows sick with longing for the things it has forbidden to itself, with desire for what its monstrous laws have made monstrous and unlawful.” (Lord Henry)

The only difference between a caprice and a lifelong passion is that the caprice lasts a little longer.“ (Lord Henry)

Interessanterweise sagt Wilde über die drei Figuren:

“Basil Hallward is what I think I am: Lord Henry what the world thinks me: Dorian what I would like to be- in other ages, perhaps.”

Wer im Original reinlesen möchte, kann das hier tun.

Verfilmung von ‚Anna Karenina‘ (2012)

Gleichwie manche Dinge durch Worte allein nicht ausgedrückt werden können, vermag es auch die filmische Darstellung nicht, dem Beobachter stets die eigentliche Tiefe der Empfindung und des Geschehens zu offenbaren.

‚Anna Karenina‘ ist wohl nicht die erste Literaturverfilmung, bei der diese Problematik gegeben ist. Tolstojs Roman gehört für mich zu den besten und stärksten Werken, die ich je gelesen habe, sein viel zitierter Anfangssatz („Alle glücklichen Familien…“) setzte sich in meinem Gedächtnis fest und ließ in mir immer wieder die Bilder des Romans aufsteigen: die Bahnhofsszene (ja, genauso wie in dem aktuellen Film, so habe ich mir den Bahnhof vorgestellt: eine schwarze Lok, Schnee, Menschen und das Rattern der Züge), die zahlreichen Bälle und Soireen, Levin in seinem Bauernhaus,… Noch mehr aber denke ich an die miteinander verwobenen Familiengeschichten, die beschriebenen Ehen, die so hervorragend ausgearbeiteten Charaktere. Hinzu kommt eine Sprachgewalt, die selbst in der deutschen Übersetzung ihresgleichen sucht. Der Roman gehört definitiv in meine persönliche Top 10 und hat seine Liebeserklärung verdient.

Für den Besuch der Verfilmung versuchte ich also nicht nur, meine Erwartungen  deftig herunterzuschrauben, sondern gar mich ihrer völlig zu entledigen. Dennoch blieb mir ein Funke Hoffnung, doch auch vom Film nur annähernd so berührt und ergriffen zu werden wie bei die Lektüre.

Was lässt sich nun über die aktuelle Verfilmung sagen?

Auffällig ist zuerst einmal die Inszenierung im Wechselspiel zwischen Theaterkulisse und filmischer Darstellung. Immer wieder spielen Szenen in einem Theater, es finden Kulissenwechsel statt und das Theater selbst bildet einerseits den Raum für die Erzählung und wird andererseits zum Teil derselben. Diese Inszenierung empfand ich als anregend und interessant. Die Übergänge von der einen zur anderen Szene sind spannend gestaltet und mitreißend. Die Szene des ersten Tanzes von Anna Karenina und Wronskij sticht hier besonders heraus. Indem die anderen Ballgäste gleichermaßen einfrieren und schließlich nur noch Anna und Wronskij miteinander tanzen, gelingt es, dem Zuschauer ein Gefühl zu vermitteln, das sonst wohl nicht in dieser Intensität angekommen wäre: „Die Zeit steht still und es gibt nur noch sie beide.“

Tolstojs große Stärke, die Ausarbeitung der Charaktere, seine Fähigkeit, dem Leser einen Menschen in all seiner Widersprüchlichkeit nahe zu bringen, bleibt in der Verfilmung leider am deutlichsten auf der Strecke. Ich wage zu behaupten, dass ein Zuschauer – wenn nicht durch vorherige Lektüre des Romans oder durch persönliche Regungen sensibilisiert – sich nur schwerlich in den Charakter der Karenina oder einer anderen Figur hineinfinden wird. Am stärksten ist hier meiner Meinung nach noch Alexej Karenin, der von Jude Law verkörpert wird. Mit kleinen Gesten und nur geringem, aber ausdrucksstarkem Mienenspiel gelingt es ihm, die Figur des Karenin greifbar werden zu lassen. Für die Beurteilung von Keira Knightley als Anna Karenina möchte ich mich jedoch eher der Kritik von Rüdiger Suchsland anschließen: „Knightleys Karenina selbst wirkt in diesem Tableau wie ein großes unerzogenes Mädchen, unreif, gar nicht die lebenserfahrene Frau, die weiß, worauf sie sich einlässt, (…). Wenn aber Anna Karenina nicht mehr ist als ein etwas zu oberflächliches Girl, wenn sie den Zuschauer weder zur Identifikation einlädt, noch verführt, sie zu begehren und zu lieben – was bleibt dann von diesem Stoff?“

Die filmische Umsetzung erfordert immer auch die Reduktion des Stoffes. In der aktuellen Verfilmung reicht der Blick leider zu oft nur bis in die Bambi-Augen Keira Knightleys. Die Erzählstränge um Dolly & Stiwa, aber auch um Levin & Kitty bleiben deutlich zurück und werden nur durch wenige, aber durchaus anrührende Szenen dargestellt.

Mein Fazit: Woran ich mich zu Beginn des Films noch berauschen konnte, das hätte ich nach dem zweiten Drittel durchaus wieder erbrechen können. Vielleicht liegt dies jedoch nicht allein an der Verfilmung, sondern gehört notwendigerweise zu allen Geschichten um Untreue und Ehebruch?

Es wird Zeit, das Buch noch einmal zu lesen.

„Du aber liebe mich, auch wenn ich schmutzig bin; denn wenn ich weiß gewaschen wäre, liebten mich ja alle.“

Fjodor M. Dostojewski

Habe mal wieder Lust auf lesen und nachdenken und sich treiben lassen. Manchmal gibt es solche wunderbaren Abende. Oder auch ganze Tage. Ich erinnere mich noch gut, als ich ‚Anna Karenina‘ von Tolstoj verschlang. Ich bin richtig in diese Welt abgetaucht und wenn ich an das Buch denke, sehe ich mich noch auf dem Sofa sitzen oder an anderen Orten, wie ich es lese, und spüre erneut die Gefühle, die ich mit diesem Buch verbinde, und wie ich mir danach den Schreibstil Tolstojs kurzzeitig ein wenig aneignete. Ich konnte einfach nicht mehr abschalten.

Mit mehreren Büchern ging es mir schon so und es ist ein einzigartiges Erlebnis. Ich überlege gerade, einige dieser Bücher hier mal genauer vorzustellen. Vielleicht müsste ich sie dazu aber erneut lesen und ob es mir ein zweites Mal auch so ginge? Vermutlich eher nicht. Oft bleibt mir nur das Gefühl zurück und der Inhalt geht verloren. Aber vielleicht probiere ich es aber auch einfach aus.

Vor ein paar Tagen musste ich an obiges Zitat denken, das mich auch lange begleitet hat. Ich habe leider kein Bild gefunden, das gut dazu gepasst hätte. Darum heute Abend nur das Zitat und ein wenig Gedanken über das Lesen. Könnte ja fast eine Liebeserklärung sein.

Ich liebe… den Geruch von alten Büchern und wie sie sich anfühlen.

Ich habe in meinem Studium das große Los gezogen, Hausarbeiten am Fließband produzieren zu dürfen. So lästig das manchmal sein mag (das Wort „Semesterferien“ ist mir immer noch ein Rätsel…), beschert es mir doch immer wieder auch sehr schöne Momente.

  • Wenn ich mit den Fingern über die Seiten streichen kann und jede einzelne Zeile nachfahre.
  • Wenn ich meine Nase tief in die Buchfalte stecke und den Staub der Jahrzehnte inhaliere (und vermutlich auch das eine oder andere verottete Kleinstlebewesen).
  • Wenn ich Bleistiftnotizen entziffere, die andere lange vor mir angebracht haben.
  • Wenn ich die Mühe sehe, mit der jemand auf Schreibmaschine seine Dissertation verfasst hat.

Ich weiß nicht, ob es an meiner bisherigen Themenwahl lag oder eher an der Größe der Unibibliothek: Bei den meisten der Hausarbeiten, die ich bisher schrieb, hatte ich das Glück, einige Bücher aus dem Tiefenmagazin der Bibliothek bestellen zu können. Hier ist die Chance besonders hoch, es mit so richtig ausgeblichenen und verstaubten Exemplaren zu tun zu haben, Bücher ohne Hochglanzumschlag, mit zwei richtigen Buchdeckeln, Bücher, bei denen man darüber spekulieren kann, wer sie wohl zuletzt in der Hand gehabt haben mag…

Wer teilt meine Leidenschaft und freut sich mit mir über Buchdeckel, Frakturschrift und „daß“ mit ß ? Gibt es hier noch andere Verrückte, die ihre Nase gern in alte Bücher stecken? Ich freue mich über Kommentare!