Im Mutterschoß Gottes

Ich sitze in der Andacht nach einem Tag voller Gedanken, voller Reden, Leben, Tun. Ich habe das Glück, so zu sitzen, dass ich durch das große Fenster hinausschauen kann und ich erlaube mir die Weite. Ein Platz, Menschen, Häuser, Straßen, die Baumwipfel und dahinter, darüber der Himmel. Ich betrachte die Äste und Blätter der Bäume, das Abendblau des Himmels. Es kostet nicht viel Kraft, den Himmel und die Bäume zu betrachten, ich muss nicht denken, kann einfach nur schauen, wahrnehmen, so wie es anderen vielleicht mit der Maserung des Holzes ergeht.

Ich sitze in der Andacht und bin mir bewusst: Ich sitze vor Gott. Gott ist da und durchdringt diesen Raum, durchdringt mich. Ich spüre Gottes Anwesenheit.

Der zurückliegende Tag in mir tritt hervor und ich lasse die Gedanken daran – wie weiße Wolken am Sommerhimmel – durch meinen Kopf, meinen Sinn ziehen. Ich halte sie nicht fest, aber ich scheuche sie auch nicht weg. Sie dürfen sein, ich halte sie Gott hin, halte mich selbst hin und bin so dankbar für die Begegnung.

Ich bin an Andachten von einer Stunde gewöhnt und innerlich teile ich sie in Viertel. Schon am Ende des ersten Viertels lugt ein Gedanke hervor, der Gedanke an Gott als Mutter, ich empfinde ihn nicht als ausgedacht oder als Teil meiner Gedanken, sondern als gegeben, geschenkt. Ich hänge ihm ein wenig nach, lasse ihn wirken. Ich spüre, Gott möchte mir heute als Mutter begegnen, und während mein ganzer Körper, meine Wahrnehmung, mein Erleben die Gott-Mutter einlädt, tut sich mein Kopf, voll patriarchaler Prägungen, schwer, ruft sich zur Rechtfertigung Bibelstellen von weiblichen Gottesbildern (die Henne und ihre Küken…) ins Gedächtnis, fragt sich, ob das ausreicht, oder man nicht doch systematisch-theologisch darüber nachdenken müsste – und währenddessen, ganz unbenommen von allen Kopf-Gedanken, birgt sich mein ganzes Sein im Mutterschoß Gottes. Es tankt Liebe und Wärme und eine warme, weiche, unaufdringliche Zuwendung. Gott als Mutter ist so präsent, dass ich mich ihr nicht entziehen kann – und auch nicht entziehen will. Ich glaube, Elia am Horeb hat sie auch so erlebt, in diesem Säuseln.

Meine Tag-Gedanken steigen weiter auf, bewegen sich hin und her, da höre ich plötzlich Gesang in mir, erst leise und dann immer klarer: „Ubi caritas et amor, ubi caritas – deus ibi est.“ Ein Taizélied. Ich habe keine besondere Beziehung zu Taizéliedern, ja, sie klingen schön, aber ich kann nicht so viel mit ihnen anfangen, bevorzuge normalerweise eher Paul Gerhardt und Jochen Klepper, viel Text, viel Tiefe, viel für meinen Kopf. Doch das Taizélied bleibt. Es ist ein Wiegenlied und ich finde es ein wenig verrückt, dass Gott darin sprachlich männlich ist. Das Lied passt ganz eindeutig zu meinem Bild vom Mutterschoß Gottes, es tut gut, es im Hintergrund meiner Gedanken zu hören, sie sind aufgehoben bei Gott, nun muss gar nicht mehr viel passieren, es ist alles da, alles gut, ich lasse die Gedanken weiter wandern und lausche der Musik. Ich lächle die Gott-Mutter an und sage danke.

Paris im Winter – Tag 2

Unser zweiter Tag in Paris begann erneut mit Sonnenschein, sodass die morgendliche Müdigkeit schnell verflogen war. Überhaupt, ich hatte fast 10 Stunden geschlafen, aber das war nach dem ersten, aufregenden Tag auch nötig gewesen. Wir machten uns auf den Weg zur Basilika Sacré-Cœur de Montmartre, in Gedanken sang ich mit Tina Dico und mein Herz hüpfte vor Freude bei diesem Anblick und Ausblick.

Die Sacré-Cœur ist eine der wenigen Sehenswürdigkeiten in Paris, bei der man weder anstehen noch Eintritt bezahlen muss. Auch die Sicherheitskontrolle brachten wir zügig hinter uns und konnten uns so die Kirche auch von innen ansehen. Es ist innen verboten, Fotos zu machen, woran sich natürlich keiner hält, doch ich wollte diese Kirche wirklich als Ort der Einkehr sehen und habe also darauf verzichtet.

Anschließens fuhren wir auf den Tipp von Tina in Richtung der Rue Oberkampf, um uns auf die Suche nach Street Art zu begeben. Und wir wurden schnell fündig:

Als ob wir danach noch nicht ausreichend zu Fuß unterwegs gewesen wären, ging es weiter auf den 48 Hektar großen Cimetière du Père-Lachaise, den größten Friedhof von Paris.

Danach brachte uns die Métro ins jüdische Viertel, wo es eine ganze Menge an Markenklamottenläden gab und Tina in ihrem Tipp Nummer acht nicht damit übertrieben hatte, dass sich ein Falafelstand an den nächsten reihte. Leider hatten wir nicht so viel Glück wie sie und mussten eine ganze, unverschämte Weile anstehen, bis wir unsere Falafel in der Hand hielten. Wer hier also lange Warteschlagen sieht, sollte wohl besser die Beine in die Hand nehmen und sich eine andere Essensquelle suchen ;-)

Nun hatten wir eigentlich geplant, am späten Nachmittag und Abend noch ins Louvre zu gehen, da dieses mittwochs lange Öffnungszeiten bis 21.45 Uhr hat. Nachdem wir jedoch bereits alle Schrittzählerrekorde gebrochen hatten, beschlossen wir, unsere Füße für den morgigen Tag zu schonen – die Freundin entschied sich für ein Pizzastück auf die Hand und verbrachte den Abend im Zimmer, ich hingegen ging ins Kino und sah mir mit „Paterson“ einen herausragenden Film von Jim Jarmusch an. Der Film lief im englischen Original mit französischen Untertiteln, was mir gleich doppelte Verständnischancen eröffnete. Gern hätte ich den Abend danach noch in einer nette, kleine Bar gesessen mit einem Glas Wein und guter Gesellschaft ausklingen lassen, doch es tat meiner entspannten und glücklichen Stimmung auch keinen Abbruch, mir noch ein Stück Pizza zu kaufen und zurück in unsere Unterkunft zu gehen.

Ein gelungener Tag!

[Tag 1] [Tag 3]

Paris im Winter – Tag 1

Mit diesem Tweet fing alles an, genauergesagt mit einer Nachricht der liebsten Freundin auf meinem Handy: „Ich will nach Pariiiis! Kommst du mit?“ Da Spontaneität neuerdings mein zweiter Vorname ist (Ähm. Nicht.), hab ich zugesagt und im Nu waren Zugfahrt und Unterkunft gebucht:

Früh um 7 ging es in Stuttgart los und drei Stunden später waren wir schon in Paris!
Da dort am Bahnhof bald jeder zweite Fahrkartenautomat defekt war, hieß es erstmal Anstehen für uns. Doch schließlich hatten wir unseren 10er-Pack Tickets und konnten uns mit der Métro auf den Weg zur Unterkunft machen. Wir schnupperten Pariser Stadtluft, tranken erstmal einen Kaffee und machten Pläne für den Tag. Nach dem Sitzen im Zug war uns nach einem Spaziergang zumute und ohne unser Gepäck ließ es sich umso besser durch die Pariser Straßen bummeln: Einmal um Notre Dame herum und an der Seine entlang erkundeten wir die Stadt. Das Louvre schien uns so groß wie ein ganzer Stadtteil und natürlich genoß ich besonders den Ausblick auf das Riesenrad im Jardin des Tuileries.

Auf den Stufen der Eglise de la Madeleine aßen wir leckere Macarons aus dem Ladurée und ließen uns die Sonne ins Gesicht scheinen. Wer hätte auch ahnen können, dass wir Ende Dezember so ein traumhaftes Wetter haben würden! (Nun ja, wir freuen uns dran, aber ich will gar nicht dran denken, was das global gesehen bedeutet…)

Nach einer kurzen Pause in unserer Unterkunft folgten wir unseren knurrenden Mägen und aßen in der Crêperie des Arts leckere Crêpes mit Ziegenkäse, Walnüssen und Honig. Danach bummelten wir weiter durch die Straßen, wobei die liebste Freundin einen Second Hand Laden entdeckte und sich ganz dem Shoppingwahnsinn hingab.

Auch in der Dunkelheit ließ sich noch einiges entdecken und so stolperten wir an kleinen Platten- und Buchläden, riesigen Universitätsgebäuden und lockenden Essensständen vorbei und genossen den rauschhaften Taumel durch die Nacht.

[Tag 2] [Tag 3]

#LOVEmber – Eines Tages, wenn ich groß bin …

Glücklicherweise habe ich der Vorgärtnerin schon von Anfang an gesagt, dass ich nur sporadisch beim LOVEmber mitmachen werde. Dabei gefällt mir der Untertitel „Ode an den vernachlässigten Monat“ ausgesprochen gut, was vermutlich weniger daran liegt, dass der November bei mir ein vernachlässigter Monat ist, als vielmehr daran, dass ich Oden liebe. Ja, eines Tages, wenn ich groß bin, schreibe ich vielleicht noch eine weitere Abschlussarbeit, Diplomarbeit oder Doktorarbeit und dann über poetologische Oden, denn ich habe, wie auch die geneigte Leserin schon feststellen durfte, sowohl einen Hang zur Poetologie – nach Juli Zeh also zu dem Metier, dem sich Schriftsteller zuwenden, um sich vorm Schreiben zu drücken – als auch zur Ode, die sich schon im dritten Semester leise in mein Herz geschlichen hat. Ein Herzensthema also und vielleicht finde ich eines Tages, wenn ich groß bin, auch ein größeres Zeitfenster, mich diesem Thema zu widmen. (Oder ich fange heimlich, still und leise einfach jetzt schon damit an.)

Lyrik an sich ist für mich die schönste Kleinigkeit der Welt, es ist Wortmusik, und ich wünsche mir, dass auch eines Tages, wenn ich groß bin, immer noch ein Gedichtband auf meinem Nachttisch liegt oder sich zerfleddert in meiner Handtasche befindet. „FÜR MEHR GEDICHTE IM ALLTAG“, so könnte eine Initiative heißen, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, einmal gründen würde; Gedichte nicht nur in der U-Bahn, sondern auch sonst im öffentlichen Raum, auf der Rückseite der Wartenummerzettel beim Finanzamt zum Beispiel oder auf den Papiertüten der Bäckerei am Eck. Ich könnte jetzt schon anfangen, Gedichte zu verbreiten, nicht nur virtuell, sondern analog, Lyrik zum Anfassen, die ich auf Papier drucke und dann mitnehme,…

…vielleicht sogar auf die Weltreise, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, machen möchte und die sich in meinem Kopf bereits auf ein paar einzelne Ziele sowie eine Reise mit der Transsib verkürzt hat. Ich möchte durch die Mongolei reisen und durch Sibirien, und eines Tages, wenn ich groß bin, werde ich Russisch lernen – mit ein paar Worten habe ich schon angefangen -, dann bin ich besser gewappnet für die Transsib. Ich werde Zeit brauchen für meine Reise, Wochen oder Monate, und ich hoffe so sehr, dass ich sie mir eines Tages, wenn ich groß bin, auch nehmen werde, dass ich meine Herzenswünsche nicht ein ums andere Mal zurückstelle, sondern mein inneres Navigationsgerät mich langfristige Vorbereitungen treffen lässt und ich schließlich mit Kopf und Herz und Bauch den Kairos ergreifen kann.

Es sind immer die kleinen Dinge.

Es sind die kleinen Dinge im Leben, auf die es ankommt. Nicht die großen Gesten, die theatralischen Auftritte, die beeindruckenden, lange geplanten und überall beworbenen Wichtigkeiten. Natürlich setzen sich diese Momente in unserem Kopf fest. Wir können all den Jubiläen und Rückblenden sowieso nicht aus dem Weg gehen und spätestens beim Durchblättern der Fotoalben werden wir wieder an sie erinnert. Doch hinter den vielen inszenierten, zelebrierten, durchstudierten Großauftritten sind es am Ende doch die Augenblicke am Rande derselben, die uns verändern. Noch heute spüren wir die tröstende Hand auf der Schulter in der Garderobe des Schulballs, blicken in frisch verliebte Augen, während unser Herz einen kleinen Hüpfer macht, fühlen den aufmunternden Blick eines Freundes auf uns ruhen, wenn wir das Wort ergreifen, denken an Worte wie „Danke“ und „Das war schön“ und an krakelig geschriebene Sätze auf abgegriffenem Papier. Wir erinnern uns nicht an die feierliche Zeugnisübergabe, sondern daran, wie wir danach auf dem sonnenwarmen Feldweg lagen, wir können kaum mehr sagen, wer bei diesem runden Geburtstag dabei war, aber wissen noch gut, wie ein paar Blicke genügten, um einem lange nicht gesehenen Bekannten die Ausweglosigkeit einer bevorstehenden Trennung zu vermitteln. Wir haben längst vergessen, wie ein Mensch aussah oder welch lang ausgewähltes Kleidungsstück er trug, wenn wir daran zurückdenken, wieviel uns seine Einladung oder sein Wohlwollen damals bedeutete. Es sind die wenigen Momente, in denen wir zuließen, dass so etwas wie Intimität entstand. Momente der stillen Übereinkunft, des unausgesprochenen Verständnisses, der unbedachten und doch alles offenbarenden Geste. Sie können nicht hergestellt oder erzeugt werden. Sie sind nicht planbar. Sie entstehen neben und im Verzicht auf alle Inszenierung. Wer sie erschaffen will, wird scheitern – und während des Versuchs vielleicht doch unverhofft und unerwartet mit ihnen beschenkt.

Happy People – ein Jahr in der Taiga

Ich möchte euch heute auf einen Film aufmerksam machen, der mich sehr beeindruckt hat:
„Happy People – ein Jahr in der Taiga“.

Der Film ist ein Porträt des Lebens in der sibirischen Taiga und begleitet die Bewohner des Dorfes Bakhta durch ihren Alltag. Besonders im Blick steht dabei das Leben der Trapper bzw. Jäger. Ein einzelner Jäger wird durch alle vier Jahreszeiten begleitet, die Vorbereitungen für die Jagdsaison im Frühling und Sommer, die Ernte im Herbst und schließlich die Jagd im Winter, bei der er alleine auf einem Gebiet von 1500 Quadratkilometer mit seinem Hund unterwegs ist.

Das Material des Films stammt von Dmitry Vasyukov und wurde vom deutschen Regisseur Werner Herzog für diesen Film weiterverwendet. Herzog persönlich kommentiert die Bilder aus dem Off, hält sich aber auch über weite Strecken zurück, sodass man die Bilder ganz auf sich wirken lassen kann. Die Schönheit, Weite, aber auch Härte der Natur sind überwältigend. Ziemlich zu Beginn des Films sagt der Trapper:

Man sagt, man kann einem Mann alles nehmen, seinen Reichtum, seine Gesundheit und all das. Nur sein Handwerk, das kann man ihm nicht nehmen. Hat man ein Handwerk erlernt, dann beherrscht man es für den Rest seines Lebens.

Um in der rauen und ursprünglichen Natur überleben zu können, sind diese handwerklichen Fertigkeiten mehr als nötig. Die rund 300 Menschen aus Bakhta leben in völliger Abgeschiedenheit – ohne Telefon, fließendes Wasser oder medizinische Versorgung. Sie ernähren sich hauptsächlich vom Fisch, den sie im Fluss Yenisei fangen können. Die Trapper stellen ihre Fallen vor allem, um Zobel (eine Art Marder) zu fangen, die sie dann verkaufen können.

Den englischen Trailer zum Film findet ihr hier. Leider ist der Film online nicht auf deutsch verfügbar. Auf Englisch kann durch sich durch die vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter schauen – vielleicht seid ihr aber auch Mitglied bei Lovefilm, maxdome,… und findet den Film da in euren Paketen oder könnt ihn für 3 Euro leihen.

Ich persönlich liebe solche Dokumentationen über andere Länder und Kulturen. Gerade Sibiren hat es mir in letzter Zeit sehr angetan. Ich bewundere die Menschen, die dort leben. Sie können es nur, indem sie jeden Tag harte körperliche Arbeit verrichten und sich ganz auf den Rhythmus der Natur einlassen. Wenn ich einen Einblick in ein solches Leben bekomme, betrachte ich mein eigenes westliches Leben aus einem anderen Blickwinkel. Da ist die übliche Frage, ob wir wirklich für ein Leben mit so vielen technischen Erleichterungen und so viel Freizeit gemacht sind. Wie wir es verantwortungsvoll gestalten können. Und wo und wie und mit wem ich persönlich überhaupt leben möchte.
Wer zu diesem Thema noch weitere Gedankenanstöße wünscht, kann gern bei Frau Haessy reinschauen, die letzten Monat einen nachdenkenswerten Beirag über „Irgendwas mit Mammuts“ schrieb.

Ansonsten lasst euch einfach gefangen nehmen von der sibirischen Wildnis, von Naturgewalten und einer fremden Kultur! Ich wünsche euch viel Freude beim Schauen!

#6 In einem See baden

wpid-2014-06-07-15.43.28.jpg.jpeg

traumhaft. erfrischend. wunderbar.

Ich hatte schon ganz vergessen, wie schön es ist, so richtig zu baden. Mit den Händen in von der Sonne gewärmtes Wasser eintauchen. Die Beine treten in kühleres Nass. Das Gesicht der Sonne entgegen mit eindeutiger Sonnenbrandgefahr. Die Augen geschlossen und immer der Nase nach schwimmen.

Da kann ein Freibadbesuch nicht mithalten.

#11 Riesenrad fahren.

wpid-riesenrad_final.jpg

Anfang des Jahres veröffentlichte ich meine „14 Punkte für 2014“ und hatte nun den Gedanken, deren Erfüllung hier in der ein oder anderen Weise zu dokumentieren. Bei Punkt 11, dem Riesenrad, ist das nicht schwer. Der Liebste und ich ergriffen letzte Woche die Gelegenheit beim Schopf, spazierten mit angenehmer Abendsonne über das Frühlingsfest und genossen den Ausblick über die Stadt. Ich liebe das Kribbeln, wenn sich die Gondel bewegt und es langsam nach oben geht. Es fühlt sich einfach wunderbar an.

wpid-riesenrad3.jpg

Himmel.

Mittags: strahlend blau.
wpid-mntsdcardDCIMCamera2014-02-06-12.22.29.jpg.jpg

Wenn ihr genau hinschaut, seht ihr sogar den Mond…
wpid-mntsdcardDCIMCamera2014-02-06-13.36.00.jpg.jpg

Nachmittags: Flöckchenwolken.
wpid-mntsdcardDCIMCamera2014-02-06-16.03.58.jpg.jpg

Und eine traumhafte Aussicht.
wpid-mntsdcardDCIMCamera2014-02-06-16.05.33.jpg.jpg

Mehr Gedanken muss man sich manchmal nicht antun, oder?

Liebe Grüße!
(…und folgt mir gern auf Twitter…)

Dezember

Dezember ist der Monat, in dem ich – zumindest gefühlt – am meisten Zeit habe. Ich vermute ja, dass das daran liegt, dass alle anderen keine Zeit haben. Ich weiß nicht, ob sie es genauso machen wie ich und sich heimlich, still und leise in ihre eigenen vier Wände einigeln. Oder ob sie tatsächlich dem viel progagierten Weihnachtsstress frönen und aus all dem Trubel, Plätzchenbacken, Geschenkekaufen und eine-Weihnachtsfeier-nach-der-anderen-besuchen nicht mehr herauskommen. Die arbeitende Bevölkerung stöhnt ja regelmäßig auch über solche Dinge wie Jahresabschlüsse oder die Not, das vom Staat genehmigte Geld noch in letzter Sekunde verprassen zu müssen.

Ich hingegen habe all diese Stressfaktoren schon vor einigen Jahren abgeschafft. Als Studentin gibt es für mich im Dezember weder einen Jahresabschluss noch wie zu Schulzeiten die letzten Klassenarbeiten vor den Ferien zu schreiben und da ich auch noch keine Kinder mit Adventserlebnissen zu bespaßen habe, lasse ich es mir einfach nur gut gehen. Ich höre schöne Musik, dekoriere die Wohnung oder auch nicht, arbeite mich durch das Workbook von Susannah Conway und schaue einen Marathon meiner Lieblingsserien. Kurzum: Ich genieße mein Leben.

Wer macht’s mir nach?

Sonntagabend: Stau auf der Autobahn – und Mathilda mit guter Laune

Kleiner Schnappschuss aus meinem Leben, auch wenn ich euch heute Nachmittag erst mit einem Zitat bzw. Textauszug zur freien Forschung beglückt habe ;-)
Ich darf mal wieder feststellen: Ich liebe die Menschen. (Manchmal heißt die Feststellung natürlich auch: Alle sind doof, hinterhältig und gemein. Aber heute bleib ich bei Liebe, Friede und Freude :-) )
Das Erlebnis ist Folgendes:
Mal wieder eine Autofahrt am Sonntagabend – die Fernbeziehungsgeplagten, Wochenendpendler und auch die Urlauber „bis an Anschlag“ kennen die Situation. Ich fahre mittlerweile nur noch nach 8, da kommt nämlich in HR3 die Radiosendung „100 pro deutsch“ – verschiedene Lieder mit deutschen Texten, sowohl aktuelle als auch die Neue Deutsche Welle und manchmal auch allerlei Blödsinn. Ich liebe dieses bunt zusammengewürfelte Programm und bin glücklich, wenn ich auf der jeweiligen Strecke den Sender reinbekomme. Dieses Mal hat es bis 2km vor Ziel gereicht, was aber auch an der dortigen Talsohle liegen kann… Ach, ich verzettle mich.
Gut gelaunt brettere ich über die Autobahn, mit Udo, Bosse, Fanta 4, Ideal und irgendwelchen deutschen MCs im Ohr. Auf einmal – zack bumm – Stau. Auto an Auto und schließlich die Frage: Wie viele liegengebliebene Autos kann es geben?
Ich schaue nach links und nach rechts – und blicke in glückliche Gesichter. Selbst nach 30min, nach 60min mit Tempo 5-10. Was ist nur mit den Menschen los? Von mir selbst bin ich die Laune ja gewohnt, doch meistens schauen die Autofahrer in dieser Situation eher missmutig drein.
Neben mir ein paar Jungs, die Party machen, der Beifahrer winkt mit den Armen und singt laut zur Musik mit. Auf der anderen Seite ein junges Pärchen, von denen mir das Mädchen freundlich zulächelt. Und schließlich mein Highlight: Ein Schweizer mit Wohnwagen reicht drei Köllnern durch das Autofenster zwei Bier rüber, mit denen Beifahrer und der auf der Rückbank schließlich anstoßen. Als ich auf der Höhe des Schweizers bin, prostet er auch mir zu und lacht :-)
Hach, so erträgt man doch jeden Stau!!

Nasskalter Morgen

Schroff klatscht der Regen auf die Straße, Wasserdampf und Dreck steigen hoch zu meinem Fenster. Nasskalter Morgen, der mich nicht begrüßt, sondern mir eher ein Gefühl der Gleichgültigkeit vermittelt.
Ich strecke meinen Kopf aus dem Fenster und schaue hinunter. Die Autos zischen vorbei und haben es heute besonders eilig. Sie gönnen sich keine Blicke nach links oder rechts, wie sie es gestern noch taten. Sie ärgern sich, wenn sie aufgehalten werden und empfinden eine grüne Ampel im dankbarsten Fall als angemessene Entschädigung für den dunkeltrüben Morgen.
Ich trinke einen Schluck Kaffee, der mir sanft über die Lippen gleitet und in meinem Mund heute süß wie Karamell, holzig und weich schmeckt. Er wärmt mich und lässt mich entspannen. Seit wann haben wir diesen guten Kaffee im Haus? Oder ist er mir nur bisher nicht aufgefallen?
Meine Finger umschließen die warme Tasse und ich bin dankbar für diesen Moment. In seiner rauen Art hat mir der Morgen die Sinne geschärft und mir so einen Augenblick des Genusses geschenkt.

Glück

Das ist nicht wie rosa Zuckerwatte, klebrig und süß
Glück ist wie ein Pfennig, gefunden in der Straßenrinne
verschmiert und dreckig, doch für den Finder von Wert
fast wäre er in den Gulli gerollt, doch da liegt er, klein und stumm
und ich hab ihn noch gesehn