Herbstlicht am Abend

Und während die Sonne noch scheint, hör ich schon die Tropfen. Gleich verschwindet sie hinter der Häuserwand, ein letzter Schimmer auf meinen Armen, dem Tisch. Sie sinkt hinein in das Rauschen der Straße wie in die Wogen des Meeres und gleich sanften Wellen rollt der Donner heran. Ich tauche meine Hände in gelbwarmes Herbstlicht und atme die frischfeuchte Luft. Der Regen tränkt die weiche Erde und stillt mehr als nur ihren Durst.

Sommerabschied und Herbstliebe

Bis zum Schluss hatte ich noch auf ein paar unbeschwerte Tage und ein luftig-leichtes Sommergefühl gehofft. Mein Sommer war hart, tragisch und voller Momente, in denen mich die Zimmerdecke zu erdrücken drohte. Dennoch fiel es mir unerwartet schwer, ihn schließlich gehen zu lassen – wie damals in Frankfurt wollte ich ihn noch einen Moment lang festhalten, noch einen kleinen Sommeraugenblick für mich erhaschen. Ein, zwei Tage hatte es gegeben, mitten im Chaos zwischen den Sorgen aus dem alten Leben und den gerade neu ankommenden, da hatte ich meine Schwimmsachen eingepackt, die Sonnenbrille aufgesetzt und war mit klopfendem Herzen an den See gefahren. Es war der Versuch gewesen, im Wasser kurz Luft zu holen, das Alte abzuschütteln, loszulassen und Kraft für einen Neuanfang zu tanken, dessen Dimension mir in diesen Momenten noch gar nicht klar war. Schließlich jedoch nahm ich mit einer leisen Melodie im Ohr Abschied. Es würde einen anderen Sommer für mich geben, mit Erdbeeren, Sonnenschein und blauem Himmel. Mit Flirren in der Luft, nackten Beinen und Festivalschweiß auf der Haut …

In diesem Zustand traf der Herbst mich an und zog angesichts der Wehmut in meiner Brust ein wenig skeptisch die Augenbraue hoch. „Du? Ein Sommerkind? Seit wann denn das?“, schien sein Blick zu fragen, bevor er mich überschwänglich in seine bunten und raschelnden Arme nahm. Erst zaghaft, dann immer gieriger atmete ich die Herbstluft ein, es gab Luft im Übermaß, sie füllte meine Lungen und machte Kopf und Herz ein wenig leichter.

Wie hatte ich diese Liebe nur vergessen können!

Das ist nicht Sommer mehr

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September…Herbst;
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer
und diese süße weiche Müdigkeit und diese
frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder
diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft…
das ist nicht Sommer…das ist Herbst.

Cäsar Otto Hugo Flaischlen

Wortliste für ein Herbstgedicht, alphabetisch

Als ob! ein Astloch. / Blätter. Birke. bleischwere Glieder und der Duft von / Chrysanthemen in der / Dämmerung. Dunkelheit. dankbar für die / Ernte. / Fülle. Fell unter den Fingerspitzen. feuchte Füße. / Genuss. Garten. goldener / Herbst. Heimat. hoffen (immer noch). einge- / Igel-t und mit Wollsocken an den Füßen. / Jahreszeitkarussell und Jahrmarkt. / Kastanienmeer. Kürbissuppe. Kostbarkeiten. kühle,  klare / Luft einatmen. Laub bewundern. Leichtigkeit. leise. leuchten. Lebenskraft. / Moment mal! Müdigkeit. morgengraue / Nebelschwaden. Neue Wege. Neverendingstory. / Oktobertage. / Pilze. Pfützen. Paradies. / Querfeldein ins Sonnenblumenfeld. / Raureif. Regen. rascheln. rein. / Sonnenstrahlen sammeln. Stille. sterben? Schönheit. / Trotzdem! traumhaft. Auch trübe Tage haben ihren Reiz. / Uferschwalbe, Fischadler und Kranich (sagen Au revoir). / Vergänglichkeit. Vorübergehen. / Wald und Feld und Wiese. Weite. Wilder Wein. / XY / Zinien. Zweige. Ja, es ist Zeit.

#aprillove2015 – Spring / Autumn

Es war nicht schwierig, aus dem Archiv dieses Blogs ein Frühlings- und Herbstbild zu finden, denn ich habe schon manchesmal über die beiden Jahreszeiten geschrieben – zugegeben, zum Frühling vor diesem Monat #aprillove2015 eher weniger und zum Herbst eher mehr, aber man darf ja seine persönlichen Favorisierungen haben…
Hier gibt sogar Vergleichsbilder – und was bevorzugt ihr so?

Herbstzeit

ein Spaziergang im Herbst, Schritt für Schritt raschelt das Laub unter den Füßen, kleine Äste knacken, die Luft ist rein und frisch. Die Hände schon tief in den Taschen, die erste Kastanie fest umschließend setzt du einen Fuß vor den andern. Herbst – Zeit der Ernte, Zeit der Fülle, Zeit der bunten Blätter. Sich nicht satt sehen können, alles aufnehmen wollen, die Augen weit offen, die Wangen gerötet, der Wind bläst um die Ohren, weht über das Gesicht und durch die Haare, ganz als wolle er sagen: Der Sommer ist vorbei, lass ihn gehn, lass los, keine Zeit für Traurigkeit, es kommt auch etwas Neues. Wie gut das tut, den Kopf einmal so richtig frei zu bekommen!

und dann zuhause, du trittst ein, bringst Herbstkälte mit, sie beißt nicht so wie die des Winters, sie macht die Herzen weit und dankbar für die Wärme des Sommers, die Süße der reifen Früchte, die wohlige Wärme des Ofens. In der Hand schon eine heiße Tasse Tee, der Gewürzkuchen duftet aus dem Ofen, du sammelst ein, sammelst deine Schätze, hütest sie wie deinen Augapfel, die Erfahrungen eines weiteren Jahres, das du erleben und auskosten durftest, Erntedank, dankbar für alles und was dich traurig und dein Herz schwer macht, das trägt der Wind hinfort.

Kürbisrezepte

Nachdem ich den Kürbis schon zum Schuldigen für meine sinkende Artikelzahl erklärt habe, widme ich ihm hier im Gegenzug einen geballten Beitrag mit den teilweise bereits erwähnten Rezepten. Damit habe ich wiederum meine Schuldigkeit getan – zumindest für dieses Jahr :-)

Also, liebe Leserinnen und Leser, bindet euch die Schürzen um und ab in die Küche! Hier folgen meine Top 3 der Kürbisrezepte 2014!

Kürbis-Mango-Suppe

Für die Kürbis-Mango-Suppe beachte man einfach mein Rezept für Kürbissuppe mit Kokosmilch und gebe gleich zu Beginn eine reife, gewürfelte Mango mit in den Kochtopf. Mehr brauche ich hier wohl nicht zu sagen :-)

Kürbis- und Kartoffelspalten aus dem Ofen

Auf diese tolle Idee brachte mich Friederike von pastor’s diary mit ihrem Kommentar zu meinem letzten Kürbisbeitrag. Sie schlug vor, Kürbis im Ofen mit Rosmarin zu machen und bis auf den Rosmarin, der gerade leider nicht im Haus war, habe ich mich inspirieren lassen!

wpid-2014-10-15-17.33.34.jpg.jpegMan nehme:

Kürbis & Kartoffeln, in Spalten geschniten

Salz
(Kräuter-)Pfeffer
Chili
Knoblauch
Lorbeerblatt

Darauf achten, dass man die Kartoffelspalten nicht zu dick schneidet, da sie länger brauchen als der Kürbis. Alles zusammen in eine Auflaufform geben und schön durchmischen. Dann ab in den Ofen!

wpid-2014-10-15-17.35.32.jpg.jpegWenn die Kartoffeln gar sind, ist das Gericht fertig.

Aufgrund der Gewürze schmeckt es „pur“ genauso gut wie z.B. mit Kräuterquark oder Ähnlichem. Ebenso kann man es natürlich als Gemüsebeilage zu Fleisch servieren.

Bei uns gab es die Kartoffel- und Kürbisspalten einfach nur zwischendurch.

Guten Appetit!

Schokokürbismus

Dieses Schokokürbismus ist ultraschokoladig und überhaupt superlecker! Es stammt aus dem Haushalt, aus dem ich auch schon das Rezept für Dinkelbrot übernommen habe und wäre deshalb wohl schon ohne eigenes Ausprobieren einer Empfehlung wert gewesen ;-)

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Die Basis bilden, wie der Name schon sagt, 450g Kürbismus. Dazu nehmt ihr einen Kürbis, schneidet ihn in Stücke und kocht ihn in einem Topf. Immer schön umrühren, bis er schön weich geworden ist und ihr ihn mit dem Pürierstab zu einem Mus verarbeiten könnt. Am Ende das Mus in ein Sieb geben und abtropfen lassen bis keine Flüssigkeit mehr rauskommt.

wpid-2014-10-12-10.57.10.jpg.jpegWeitere Zutaten:

120-150g Butter
150g Bitterschokolade
1-2 EL Kakao
120-150g Puderzucker
Vanillezucker
Zimt

Die Butter in einem Topf zerlassen und die weiteren Zutaten unterrühren. Am Schluss das Kürbismus hinzugeben und weiter rühren. Alles zusammen in eine Aufflaufform oder auf ein Blech geben und erkalten lassen. Ich würde sagen, in kaltem Zustand bekommt das Mus eine Konsistenz zwischen einem normalen Schokomousse und einem weichen, feuchten Schokokuchen.

wpid-2014-10-12-11.19.06.jpg.jpegAuf dem Bild ist die Masse noch recht flüssig, da sie direkt aus dem Topf kommt.

Alternativ könnt ihr das Schokokürbismus auch direkt in kleine Förmchen geben, die ihr dann als Nachtisch serviert.

Lasst es euch schmecken!