Spätsommer I

Drei Jahre sind seit dem Fest vergangen, vier sind es seit dem Moment, der mir zum Verhängnis wurde. Warum müssen wir uns immer in Gegenwart so vieler anderer Menschen wiedersehen? Erneut ist es ein Fest, an dem wir uns begegnen, noch dazu kein Beliebiges, sondern eines, bei dem ich alle Hände voll zu tun habe. Immerhin bin ich Trauzeugin, beste Freundin der Braut und habe monatelang mit ihr auf diesen Tag hingefiebert, geplant, und vorbereitet.

So kann ich mich kaum noch an den Moment erinnern, als ich deinen Namen auf der Gästeliste sah. Hinter dem Basteln der Einladungen, der vierten Anprobe des Kleides und dem Falten der Tischdeko ging mir der Gedanke an dich unerwartet verloren. Selbst gestern Abend war es die Aufgabe eines anderen, die Tischkärtchen aufzustellen, sodass ich beim Verteilen der Kerzen und kleinen Marmeladengläser gar nicht mehr auf die Namen geachtet habe. Ich weiß, wo ich sitze, und ich weiß auch, was ich heute zu tun habe.

Dieses Mal erwischt mich kein Magnetblick. Ich sehe dich erst, als wir von der Kirche schon zur Location gefahren sind, habe nicht einmal wahrgenommen, wann oder mit wem du gekommen bist. Im Flur stoßen wir fast zusammen, was vermutlich auch nötig ist, damit ich dich wiedererkenne. Gesund siehst du aus, hast dir die alte, athletische Statur zurückerobert, die Piercings wieder abgelegt und dich für den Festtag herausgeputzt. Doch nicht die Äußerlichkeiten sind es, an denen ich hängen bleibe, nicht das Hemd oder die schicken Schuhe. Dein ganzes Auftreten hat sich verändert und die Souveränität, mit der du dich bewegst, nimmt mich auf der Stelle für dich ein.

So stolpere ich dir beinahe in die Arme, eine Schrecksekunde, und dann erwidere ich dein breites Grinsen: „Ah, du bist ja auch hier!“ Du nickst und musterst mich unbekümmert von Kopf bis Fuß. Ich habe keine Zeit für Nervositäten und lächle dich an. „Ich muss weiter. Wir sehen uns!“, sage ich und du rufst mir ein „Bis später!“ hinterher. Zielstrebig gehe ich zu meiner Freundin, die schon nach mir Ausschau gehalten hat, weiche gekonnt Tischen, Stühlen und der Verwandtschaft aus – und doch wird mir bereits beim fünften Schritt bewusst, dass mich etwas zurückhält. Dieser fröhliche und holprige Moment eben, wohin wird er uns dieses Mal führen? Im Grunde stehe ich immer noch im Flur und auch wenn ich es nicht wage, mich noch einmal umzudrehen, könnte ich schwören, dass du mir gerade hinterhersiehst.

Warum der Valentinstag scheiße ist und ich trotzdem Blumen gekauft habe

Erst heute früh stolperte ich via Twitter über ein ziemlich cooles Erklärvideo zur romantischen Liebe. Das Konzept der romantischen Liebe ist, wenn man mal näher hinsieht und auch nur einen kleinen Funken Verstand besitzt, ziemlich irre: Da gibt es einen anderen Menschen, pardon: einen Seelenverwandten, der einen intuitiv und vollständig versteht, die eigenen Interessen und Wünsche teilt oder zumindest von ganzem Herzen unterstützt und mit dem man quasi auf rosa Wolken durchs Leben schwebt. Nun gut, natürlich ist das überzeichnet und in dieser Extremform scheinen auch die wenigsten an diese Idee zu glauben, aber doch durchzieht sie jeglichen Hollywood-Kitsch und drängt sich so immer wieder in unser Bewusstsein.

Mein persönliches Problem mit der Idee von der romantischen Liebe ist auch weniger die intensive Liebe und Zuneigung, die Menschen in Paarbeziehungen zu finden suchen, sondern vielmehr die Exklusivität, mit der dieser Wunsch einhergeht. Jeder Mensch hat zahlreiche Bedürfnisse, die niemals von einer einzigen Person erfüllt werden können, und es ist schlichtweg unverschämt, für deren Erfüllung eine andere Person außer sich selbst verantwortlich zu machen. Hier liegt aus meiner Sicht in vielen Paarbeziehungen der Hund begraben. Hinzu kommt, dass dieser Fokus auf die alles fordernde und alles erfüllende Zweierbeziehung häufig noch mit einem Absolutheitsanspruch vertreten wird, der bei mir schnell einen Würgreiz auslöst. Selbst in Situationen, in denen die eigene Beziehung – möglicherweise noch aufgrund mangelnder Selbstverantwortung! – scheiße läuft, wird an der Idee der romantischen Liebe als alleinseligmachendem Lebenskonzept krampfhaft festgehalten und es wird davon ausgegangen, dass es genau das ist, was nicht nur einem selbst, sondern auch allen anderen zum dauerhaften Glück verhilft.

Okay, ihr merkt, ich schreibe mich in Rage, doch mein immer mehr beziehungsanarchistisch schlagendes Herz macht bei diesem Thema auch ordentlich Radau. Ich liebe die verschiedenen Facetten von Liebe und Intimität, ich liebe Freundschaften, Bekanntschaften und ein buntes Netz an sozialen Beziehungen, und ich möchte keine dieser Beziehungen abwerten, nur weil ich auch eine „romantische Paarbeziehung“ führe. Und ja, natürlich ist mein Partner mir wichtiger und steht mir auch emotional näher als eine x-beliebige Kommilitonin oder der Postbote. Es geht mir vielmehr darum, dass diese eine, einzelne Beziehung nicht mittels bestimmter Konventionen mein ganzes weiteres Beziehungsleben bestimmt. Mein Partner wird niemals alle meine Interessen teilen, alle meine geheimen Wünsche erahnen und mir für alle Themen ein interessanter, aufmerksamer Gesprächspartner sein. Genauso wenig werde ich diese Rolle für ihn einnehmen können. Daher ist es mir wichtig, andere Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich den eigenen Interessen nachgehen kann, die mich unterstützen und ermutigen und denen ich selbst eine Freundin sein kann.

Ich habe das Gefühl, der Anspruch an romantische Liebesbeziehungen ist viel zu hoch, als dass auch nur irgendwer ihn erfüllen könnte. Die gemeinsame Entscheidung, miteinander und in Liebe alt zu werden, scheint mir völlig ausreichend in ihrem Anspruch und ihren Konsequenzen. Wie genau dieses Ziel umgesetzt wird, sollte nicht durch Ideen, Konzepte und Konventionen von außen bestimmt werden, sondern jedes Paar darf und soll seinen eigenen gemeinsamen Weg finden.

Der Valentinstag nun verkörpert durch all seine verkitschte und kommerzialisierte Romantik nun so ziemlich all das, was ich in meinem Leben wie die Pest zu meiden suche. Ich will Tragik statt Kitsch, Minimalismus statt Kommerz und echte, aufrichtige Beziehungen statt einer romantischen Seifenblase. Und weil es meinem Partner glücklicherweise genauso geht, gab es niemals einen Anlass, zum Valentinstag Bärchen, Herzchen oder Blümchen zu kaufen, zu verschenken oder geschenkt zu bekommen. Dennoch erwischte mich dieses Jahr der Konsumwunsch aus der Kalten. Ende Januar sah ich all die Bärchen und Herzchen und Blümchen auf den Werbetafeln und dachte mir: „Hach…“

Natürlich hätte diesen mir durch die Werbeindustrie eingeredeten Wunsch wegdrängen können und mich einmal mehr für Minimalismus und gegen Konsum entscheiden können. Stattdessen identifizierte ich mich selbst als Konsumopfer und machte das Beste draus: Da mir völlig klar war, dass das mit echter Liebe nix zu tun hatte, und da ich meinem Partner diesen Blödsinn ganz sicher nicht aufdrücken würde, bestellte ich auf einem entsprechenden Internetportal einen Blumenstrauß samt Karte und Macarons. Und weil ich den Valentinstag immer mit einem bestimmten Freund verbringe und darum nicht daheim bin, ließ ich ihn mir einen Tag später nach Hause liefern.

So habe ich nun einen wunderschönen Rosenstrauß mit allem Kitsch der Welt von genau dem Menschen bekommen, der mit Hingabe und Freude die Verantwortung für die Erfüllung meiner Bedürfnisse übernimmt und dem ich wichtig genug bin, auch mal auf einen absolut bescheuerten Konsumwunsch einzugehen – mir selbst.

Jugendliebe

Ich wäre gern deine Jugendfreundin gewesen. 

Diese Beziehung mit 15 oder 16, die lang genug dauert, dass man den anderen wirklich versteht, und die früh genug endet, dass man nach einem Haufen Herzschmerz mit 20 schon wieder sacht befreundet sein kann. Diese jugendliche Liebe, bei der jedem Außenstehenden auf den ersten Blick klar ist, dass sie nicht ewig hält, und bei der dennoch alle die Klappe halten, weil du ja noch so jung bist.

Wem man mit 15 ins Herz geblickt hat, den versteht man ein ganzes Leben.

Ein Morgen

Kühl und blau fällt das Licht
Schneefarbener Schimmer
Ein Schnurren auf meiner Brust
Ich vergrabe meine Hände in Fell
Meine Gedanken wandern die Bücherwand entlang
Ein Gedicht, ein Klang, ein Morgen

Sommerabend, schmerzfrei

„Also dann, mach’s gut, bis bald!“
– „Danke, wir sehen uns, tschüß!“

Unsere Verabschiedung ist freundlich und unaufgeregt. Schon in wenigen Tagen werden wir uns wiedersehen. Ich ziehe die Tür hinter mir zu und sie fällt sanft ins Schloss. Tief atme ich die kühle Nachtluft ein. „Hier bin ich“, flüstere ich in Gedanken. „Schmerz, mein alter Freund, wo bleibst du?“

Er ist wirklich zum Freund geworden in den letzten Jahren. Zumindest ebenso zuverlässig und vertraut, wie ich Freunde gern habe. Meist erscheint er schon beim Aufstehen vom Tisch, beim „Tschüß“-Sagen, beim Zuziehen der Tür. Spätestens aber begrüßt er mich im Auto auf der Heimfahrt. Hier haben wir uns kennengelernt, der Schmerz und ich. Ein Stechen in der Brust und ein bleischweres Herz. Er wurde mir vertraut, noch ehe ich wusste, woher er kam. Jahrelang fuhr er mit mir mit, ohne sich zu erklären, und eher durch Zufall fand ich eines Tages heraus, was es mit ihm auf sich hatte. „Hallo, Schmerz“, flüstere ich in die Nacht. „Wo bleibst du denn? Mein Herz ist noch so leicht und warm.“

Den Schlüssel in der Hand gehe ich zum Auto. Die Grillen zirpen, der Kies knirscht unter meinen Füßen. Die Behaglichkeit bleibt. Ich packe meine Tasche auf den Beifahrersitz und schalte das Radio an. Ein 80er-Jahre-Lied, sehnsuchtsvoll, doch selbst das verfehlt seine Wirkung. Mein Schmerz lässt mich alleine, das Herz bleibt leicht und zum ersten Mal fahre ich frei wie ein Vogel in die Nacht hinein.

#LOVEmber – Eines Tages, wenn ich groß bin …

Glücklicherweise habe ich der Vorgärtnerin schon von Anfang an gesagt, dass ich nur sporadisch beim LOVEmber mitmachen werde. Dabei gefällt mir der Untertitel „Ode an den vernachlässigten Monat“ ausgesprochen gut, was vermutlich weniger daran liegt, dass der November bei mir ein vernachlässigter Monat ist, als vielmehr daran, dass ich Oden liebe. Ja, eines Tages, wenn ich groß bin, schreibe ich vielleicht noch eine weitere Abschlussarbeit, Diplomarbeit oder Doktorarbeit und dann über poetologische Oden, denn ich habe, wie auch die geneigte Leserin schon feststellen durfte, sowohl einen Hang zur Poetologie – nach Juli Zeh also zu dem Metier, dem sich Schriftsteller zuwenden, um sich vorm Schreiben zu drücken – als auch zur Ode, die sich schon im dritten Semester leise in mein Herz geschlichen hat. Ein Herzensthema also und vielleicht finde ich eines Tages, wenn ich groß bin, auch ein größeres Zeitfenster, mich diesem Thema zu widmen. (Oder ich fange heimlich, still und leise einfach jetzt schon damit an.)

Lyrik an sich ist für mich die schönste Kleinigkeit der Welt, es ist Wortmusik, und ich wünsche mir, dass auch eines Tages, wenn ich groß bin, immer noch ein Gedichtband auf meinem Nachttisch liegt oder sich zerfleddert in meiner Handtasche befindet. „FÜR MEHR GEDICHTE IM ALLTAG“, so könnte eine Initiative heißen, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, einmal gründen würde; Gedichte nicht nur in der U-Bahn, sondern auch sonst im öffentlichen Raum, auf der Rückseite der Wartenummerzettel beim Finanzamt zum Beispiel oder auf den Papiertüten der Bäckerei am Eck. Ich könnte jetzt schon anfangen, Gedichte zu verbreiten, nicht nur virtuell, sondern analog, Lyrik zum Anfassen, die ich auf Papier drucke und dann mitnehme,…

…vielleicht sogar auf die Weltreise, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, machen möchte und die sich in meinem Kopf bereits auf ein paar einzelne Ziele sowie eine Reise mit der Transsib verkürzt hat. Ich möchte durch die Mongolei reisen und durch Sibirien, und eines Tages, wenn ich groß bin, werde ich Russisch lernen – mit ein paar Worten habe ich schon angefangen -, dann bin ich besser gewappnet für die Transsib. Ich werde Zeit brauchen für meine Reise, Wochen oder Monate, und ich hoffe so sehr, dass ich sie mir eines Tages, wenn ich groß bin, auch nehmen werde, dass ich meine Herzenswünsche nicht ein ums andere Mal zurückstelle, sondern mein inneres Navigationsgerät mich langfristige Vorbereitungen treffen lässt und ich schließlich mit Kopf und Herz und Bauch den Kairos ergreifen kann.

#LOVEmber – Was mich satt macht

Kürbissuppe. Marzipankartoffeln. Eine Umarmung. Gottes Liebe. Leckeres Essen mit der passenden Weinfolge. Freundschaft. Zuspruch. Guter Sex. Zimtschnecken. Luftschlösser. Viel Grün. Die Abendsonne. Poesie. Zuverlässigkeit. Ein Spaziergang durch den Park. Musik. Tea. Earl Grey. Hot. Zugfahrten. Küssen. Ein Händedruck. Schöne Erinnerungen. Zeit haben. Wenn du immer noch ein Lächeln für mich hast.

Über Wahrheit und Schönheit.

Dieser Beitrag ist ein Zwischenspiel in Verbindung mit dem Emergent Forum, in das ich letztes Wochenende hochgradig involviert war. Meine regelmäßigen Leser*innen mögen es mir nachsehen, dass ich auf Einleitung und Hinführung verzichte. Wer sich über die Veranstaltung informieren will, darf gern das Internet nutzen, aber ich möchte direkt zum Punkt kommen und mich mit einer Aussage aus Christinas Vortrag auseinandersetzen.

Hören wir doch auf, etwas falsch oder richtig zu finden.
Fangen wir wieder an, etwas schön zu finden.

Natürlich reiße ich den Satz jetzt aus seinem Kontext und gerade deshalb will ich zuerst versuchen, die Stoßrichtung aufzuzeigen, aus der ich ihn verstehe und sogar unterschreiben kann. Vor ein paar Wochen beantwortete ich eine Presseanfrage dazu, wie die Jesus Freaks sich zu anderen Religionen verhalten, ob diese als alternativer Weg ok/seligmachend/heilsversprechend/whatever seien und was wir überhaupt so von anderen religiösen Praktiken halten. In meiner Antwort machte ich deutlich, dass die meisten Jesus Freaks, die ich kenne, sich nicht sonderlich mit anderen Religionen als möglichem Heilsweg befassen, aber durchaus den Andersgläubigen mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Ich schrieb über das Festhalten am Eigenen ohne Abwertung des anderen und zitierte dabei auch eine Mitchristin mit: „Ob es noch eine andere göttliche Wahrheit gibt, ist mir egal, ich gehe mit Jesus.“
Wenn es um den Kontakt und das Gespräch mit anderen Religionen geht, ist der Wahrheitsbegriff oft schwierig, weil „wahr“ in unserer Logik sofort sein Gegenteil „falsch“ hervorholt. Es scheint fast, als könne ich nicht über meine eigene Religion als „wahr“ sprechen, ohne gleichzeitig eine andere Religion als „falsch“ abzulehnen. Meines Erachtens muss das aber nicht so sein. Anstatt mit Aussagen wie „Unseres ist richtig, eures ist falsch.“ zu operieren, will ich vielmehr das Eigene erklären, groß machen, mit Überzeugung und Hingabe vertreten oder, wie Christina sagte, davon schwärmen. All das ist möglich, ohne das Gegenüber mit seiner Glaubenserfahrung abzuwerten.

Auf der anderen Seite jedoch löst die oben zitierte Aussage Bauchschmerzen bei mir aus. Auch dazu eine kurze Anekdote: Als ich Anfang 20 war, begegnete ich einem jungen Neonazi, wir gingen zusammen spazieren und unterhielten uns über unsere Leben und unsere Überzeugungen. Ich wollte natürlich wissen, warum er sich der rechten Szene angeschlossen hatte und auch, woran er glaube. Daraufhin erzählte er mir Geschichten aus der alten gemanischen Mythologie und zeigte mir auch seine Halskette mit einem entsprechenden Symbol. Nach einiger Zeit frage ich ihn dann: „Glaubst du denn daran?“ und er antworte: „Glauben? Nun ja, lass es mich so sagen: Ich finde es schön, einen schönen Gedanken.“
Worauf ich damit hinauswill? In der Innenperspektive meiner eigenen Religion reicht es mir nicht, einen Gedanken bloß schön zu finden. Ich will auf den Wahrheitsbegriff nicht verzichten – und sei es nur in seiner geringsten Form als subjektive, erlebte Wahrheit, als ein „Ich erlebe das als wahr, als sinnvoll, bedeutend, tragfähig für mein Leben.“ Mir reicht es nicht aus, die Auferstehung schön zu finden. „Schön“ ist mir hier zu oberflächlich, das ästhetische Empfinden zu beliebig und  – um Christina mit diesem Beitrag nun nicht Unrecht zu tun – es trifft m.E. auch nicht ihre Überzeugung. Wir haben an dem Wochenende viel über Gnade gesprochen, die von Gott kommt und zuvorkommend, mächtig, stark ist, sodass man selbst sich gar nicht entziehen kann. Eine solche existentielle Erfahrung will ich nicht nur über Schönheit artikulieren.

Ich könnte jetzt ein harmonisierendes Fazit schreiben und darüber nachdenken, für wie viele Menschen es vielleicht sinnvoll und hilfreich ist, dieses Starkmachen des Eigenen ohne Abwertung des anderen in genau diesen Worten zu hören und zu denken. Trotzdem will ich festhalten, dass Wahrheit und Schönheit nicht gegeneinander ausgespielt werden müssen, dass die geforderte Akzentverlagerung ihre Grenzen hat und dass die Dichotomie von richtig und falsch nicht in jedem Leben zu einem Schwarz-Weiß-Denken führt, sondern dass „wahr“ und „richtig“ meinen eigenen Glauben auch auf einer notwendigen, tieferen Ebene verankern können.

#augustbreak2016 – August was…


Ich blicke zurück auf einen wahren Sommermonat.
In der ersten Monatshälfte gab es einiges für mich zu tun, denn ich musste vorarbeiten für die Urlaubszeit und natürlich auch manche Vorbereitungen treffen. Trotzdem blieb Zeit, um Freunde zu besuchen oder in den Park zu gehen. Auch wenn ich dabei schon den Herbst in der Luft erschnuppern konnte, war mir dank zweiwöchigem Urlaub im Süden noch viel Sonne mit Strand, Meer und blauem Himmel beschert. Mein persönlicher Höhepunkt ist der Nachmittag, an dem wir auf unserer Fahrt an die Westküste in eine Art Jahrmarkt hineingerieten, der mit singenden Männern, Landfrauenverein und dem Verkauf von so ziemlich allem, was man sich vorstellen kann, ein wirklich einmaliges Erlebnis war. Aber auch die Pool-, Strand- und Städtetage sind natürlich nicht zu verachten ;)
So lautet mein Fazit: Der August war wunderschön!

#augustbreak2016 – Favourite mug

Ich könnte euch, wäre ich zuhause, mühelos meine Lieblingstasse präsentieren. Ich habe sie nicht, weil sie besonders schön ist, sondern weil ich sie von meinem Patenkind vor einigen Jahren geschenkt bekam. Sie hat eine gute Größe und ist glücklicherweise recht stabil.
Allerdings schreit mir dieses Stichwort gerade viel zu laut „Wohlstandsgesellschaft“ ins Gesicht. Nach der Lieblingstasse zu fragen, setzt voraus, dass das Gegenüber mehrere Tassen besitzt, aus denen es vermutlich verschiedene Getränke wie Kaffee oder Tee trinkt. Dabei haben viele Menschen nicht mal Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Menschen auf der Flucht leben von der Hand in den Mund, Familien teilen sich das Lebensnotwendigste.

Aus einem Berg an Geschirr hingegen die liebste Tasse auszuwählen, zeigt zumindest mir einmal mehr, wie privilegiert ich bin. Ich bin so reich, dass ich mir als Tourist gleich alle drei Tassen kaufen könnte, die ich heute in einem kleinen Laden entdeckt habe. Kurz habe ich gezögert, ob mir die obere als Kitsch nur ein müdes Lächeln entlocken soll oder sie eine ernst gemeinte Aufforderung darstellt. Erstrebenswert ist es jedenfalls:
„Make art, not war.“

#augustbreak2016 – Squares

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Nach Quadraten musste ich heute nicht lange suchen – sie tauchten direkt vor meiner Nase auf. Durch das vorgegebene Stichwort verpasst ihr nun leider den fabelhaften Blick aufs Meer, den wir von unserer Picknickdecke aus hatten.
Im See baden ist schon schön, doch im großen, weiten Meer zu schwimmen ist für mich nahezu unübertroffen. Ich sende euch entspannte Grüße aus einem gelungenen zweiten Urlaubstag!

Ps. Schaut bei Raph Elle vorbei, bei ihr gibt’s einen wunderbaren Rant ;)