Zwischen den Zeilen (Jahresrückblick 2016)

Zwischen all den Zeilen hier ist viel passiert. Immer mehr Menschen kennen mein Gesicht und die Pseudonymität hat sich langsam, aber sicher überlebt. Größtenteils fühlt sich das gut an, doch manchmal hebt es auch die Hürde für Beiträge und ich spüre die neugierigen Blicke auf meiner selbstgestrickten Wortkleidung.

2016-tumblr

Mein Blog hat sich im letzten Jahr verändert, mit dem #augustbreak2016 von Susannah Conway und dem #lovember der Vorgärtnerin habe ich mir zwei Mal Stichworte ins Haus geholt, an denen ich entlang schreiben konnte. Dabei waren die Fremdvorgaben nicht Last, sondern vielmehr Entlastung: Ich konnte etwas von mir zeigen, ohne selbst den Titel setzen zu müssen.

Alle weiteren Texte waren rar gesäht:

Meinem Beitrag „Es sind immer die kleinen Dinge“ wurde dank Christinas Verlinkung besondere Aufmerksamkeit zuteil, was mich sehr gefreut hat. Die Arbeit an meinem Ahnungen-Zyklus in den drei Monaten intensivster Examensvorbereitung hat mich einiges an Kraft und Nerven gekostet, sodass ich den Zyklus anschließend in meinem Beitrag „Die Perspektive einer Sätzeschieberin“ reflektiert habe. Viel leichter war es da, schöne Draußenbilder zusammenzustellen, gerade weil diese Beiträge für mich meinen textlastigen Blog immer wieder ein wenig auflockern. Im Anschluss an das Emergent Forum habe ich kurz Über Wahrheit und Schönheit. nachgedacht und nun zum Jahreswechsel auch mal eine Predigt von mir eingestellt. Mit meinem Prosatext „Abschiedsgruß“ habe ich wohl einige Leser*innen verschreckt, die mutmaßten, das wäre das Ende meines Blogs. Aber nein, ich habe nicht vor aufzuhören –

Ich habe nur das Gefühl, nicht mehr bloß langsam zu sein, sondern in einem Meer an Ungesagtem zu ertrinken. Zu viele Texte haben es nicht auf diesen Blog geschafft, obwohl sie fertig in der Schublade liegen oder sogar im Print bereits veröffentlicht wurden. Und noch mehr Texte haben es nicht einmal aufs Papier geschafft, blieben irgendwo zwischen Kopf und Herz und Fingerspitzen hängen oder manifestierten sich ausschließlich in meinen berühmten „ein Drittel Gedicht und fünf Schlusssätze“.

Schreiben ist mein Medium. Wenn ich nicht schreibe, dann kann ich nicht loslassen und wenn ich nicht loslasse, dann ertrinke ich (gerade so, wie es Erin in ihrem Gedicht schreibt). Natürlich muss nicht alles auf dem Blog landen, ganz sicher nicht, doch mir scheint, als hätte mich mit dem Durchsichtigwerden meines Alter Ego auch ein wenig ihr Mut verlassen. Und dem will ich 2017 entgegensteuern. Die selbstgesteckten Grenzen überschreiten, die Schere im Kopf zurück in die Schublade legen und Fiktionales ohne Angst vor realen Fragen veröffentlichen. Denn zwischen all den Zeilen hier ist viel passiert.

Auf ein Neues!

Die Perspektive einer Sätzeschieberin

„Überhaupt wandelt das Wortlose in einem Gedicht umher wie in Homers Schlachten die nur von wenigen gesehenen Götter.“ (Klopstock)

Mit diesem Beitrag will ich ein paar Anmerkungen zum Zyklus „Ahnungen“ und daran anschließende Gedanken über das Schreiben an sich loswerden. Im Prinzip ist es eine Reflexion meines eigenen Schreibprozesses.

Alles begann mit „Ahnung I„. Ich hatte einen Gedanken, eine Empfindung im Gemüt und der Titel kam eher daher, dass ich die „Ahnung“ hatte, dass es nicht bei diesem einen Text bleiben würde. Der Titel referierte also sowohl auf meinen antizipierten Schreibprozess als auch auf die inhaltliche Ebene: Mein Ich „ahnte“, dass es einmal ein Gespräch mit dem Du führen würde. (Es ahnte jedoch nicht, dass die eigentlich Überschrift für den Zyklus „Nicht heute. Nicht jetzt.“ hätte lauten müssen…)

Schließlich küsste mich die Muse und „Ahnung II“ entstand. Eigentlich hätte ich in der Unibib einen langen wissenschaftlichen Aufsatz lesen sollen, doch stattdessen griff ich in die Wörterkiste und versuchte, einen ganz bestimmten Moment aufs Papier zu bringen. Ahnung II ist in Ich-Er-Perspektive verfasst, und mit dem Verzicht auf das Du eröffneten sich mir auf einmal ungeahnte Möglichkeiten. Wer meine Texte kennt, weiß, dass ich die Ich-Du-Perspektive liebe, ich mag es nicht, wenn Menschen sich hinter einem „Er“ oder einer „Sie“ mehr schlecht als recht verstecken, da habe ich doch lieber den Mut zu einem erzählenden Ich, lasse eine Facette meiner eigenen Persönlichkeit erzählen oder verstecke mich hinter dem geliebten Alter Ego. Mit der unmittelbaren Anrede an das Du kann ich Dinge extrem präzise formulieren und habe ein direktes Gegenüber, was mir das Erzählen erleichtert. Jedoch ist der Ich-Du-Kanal auch recht eng, ich stelle mich als Schreiberin auf ein festes Gegenüber ein und kann nicht beliebig Charaktere hin- und herschieben. Nun also: Neue Freiheit und Weite! Es machte Spaß, mit die Charaktere auszudenken und mir zu jeder Person eine eigene kleine Geschichte zu überlegen.

Als „Ahnung II“ fertig war, war mir auch klar, dass das Ganze ein Zyklus werden würde. Ich nenne es Zyklus, weil es sich im Kreis dreht. Der Gedanke passt auch dazu, dass Ahnungen an sich wohl nicht zählbar, abgrenzbar sind, dass sie im Grunde zu einer einzigen Ahnung verschwimmen. Die Ahnung dreht sich um sich selbst, in dem Versuch, sich einer Mitte anzunähern. Ich habe fünf Teile geschrieben, von denen „Ahnung III“ das Zentrum, den Dreh- und Angelpunkt bildet. Dementsprechend ist es die Achse, an der sich sowohl Ahnung I und Ahnung V als auch Ahnung II und Ahnung IV spiegeln. Damit hatte ich die symmetrische Struktur im Kopf und war nun gespannt darauf, wie es wohl sein würde, an etwas im Voraus Konzipierten entlang zu schreiben.

Einen Höhepunkt – „Ahnung III“ – zu schreiben ist leicht und schwer zugleich. Man muss einfach nur die Kernaussage dessen, was man sagen will, geballt in Worte fassen. Die eigentliche Arbeit bestand darin, alle unnötigen Sätze wegzustreichen. Dazu konnte ich nun entscheiden, ob mein Ich und mein Du tatsächlich einmal miteinander sprechen würden oder ob es nur darum ging, dem Ich mit Hilfe seines Mantras „Nicht heute. Nicht jetzt.“ einen Entwicklungsschritt – heraus aus der wartenden, hoffenden Haltung – zu ermöglichen. Ich entschied mich, wie ihr selbst lesen könnt, für Letzteres. Damit war dann auch die Katze aus dem Sack, aber die Geschichte noch nicht auserzählt.

Für „Ahnung IV“ durfte ich wieder meine fiktiven Charaktere aktivieren. Als Szene wollte wieder eine Party, doch etwas Zeit verstreichen lassen. Außerdem war es mir wichtig, einen direkten Bezug zu „Ahnung II“ herzustellen, um diese beiden Texte noch mehr zu verbinden. Die Situation, in der sich das Ich befindet, sollte sich nicht wesentliche verändert haben, im Innen intensiviert, im Außen diszplinierter.

Für „Ahnung V“ brauchte ich am längsten, was sich auch am Datum erkennen lässt. Schon ab „Ahnung II“ war ich nach dem Schreiben der Texte jedesmal regelrecht erschöpft, obwohl (weil?) die Texte nicht lang sind, kosteten sie mich enorm viel Kraft, das Finden von Wörtern, das Herumkauen und Herumschieben von Sätzen, das Ans-Licht-Zerren von Empfindungen,… Nun hatte ich studiumsbedingt Prüfungsvorbereitung und wollte mir diese Schreibarbeit nicht unbedingt zumuten. Gleichzeitig musste der Text noch vor meiner Prüfung fertig werden, ich wollte es nicht riskieren, dass mir das Gefühl für den Zyklus abhanden kam. Von „Ahnung V“ existieren mehrere Fassungen, was wohl daran liegt, dass meine Vorstellungen sehr konkret waren: Jeder der vorherigen Texte sollte aufgenommen werden, die Parallele zu „Ahnung I“ musste besonders herausgearbeitet werden, nach meiner Kernaussage aus „Ahnung III“ durfte nichts Neues gesagt werden, und doch: der Text sollte die Gesamterzählung nochmal auf eine neue Ebene heben. Ein hoher Anspruch, den ich da an ein paar Zeilen voll Buchstaben hatte. Doch ich die Muse hatte ein Nachsehen oder mich einfach gern. Bestimmte Sätze flossen einfach aus mir heraus und ich bin froh, dass sie das viele Denken unbeschadet überstanden haben. (An dieser Stelle auch ein Dank an Nimue, die mit mir eine ganze Stunde lang die Vor- und Nachteile eines bestimmten, einzelnen Substantivs erörterte!)

Als „Ahnung V“ publiziert war, schrie ich jedenfalls erstmal laut und befreit auf. Dieser Zyklus war geschafft.

Und ich merke: Ich liebe das Schreiben ungemein. Einmal angefangen, ist es wie ein Zwang für mich und ich lege ein regelrecht obsessives Verhalten an den Tag, was einzelne Wörter und die Struktur von Sätzen angeht. Vermutlich ist das das Auge einer perfektionistischen Leserin. Nun ja, als Jugendliche gehörte ich noch zu denen, die glauben, der erste Entwurf sei der „richtige“ und dürfe nicht verändert werden, da alles andere nicht mehr authentisch und „aus dem Herzen gesprochen“ sei. Heute denke ich, mit einer Anspielung an den Film „Love and other disasters“: „Dein Kunstwerk ist dein Baby – Töte dein Baby!“ Streich die unnötigen Füllwörter, belass es bei einer Andeutung und verlier nie den unsichtbaren roten Faden. Somit suche ich weiterhin zwei Gewichte auszubalancieren: die Überzeugung von der Notwendigkeit des unbarmherzigen Rotstifts und das Wissen, dass die besten Sätze die sind, die einfach passieren.

Es braucht diesen Beitrag.

Fragmente und abermals Fragmente. Nicht einmal wert, sie bei den Rohdiamanten einzustellen, weil ich doch hoffe, sie noch etwas schleifen zu können. Hier ein kleiner Gedanke, dort ein Satz und heute immerhin ein zweiter, immer wieder unterbrochen durch das Tagwerk, sodass keine Reihe je fertig gestrickt werden kann, ein Flickenteppich, unvernäht und des Ansehens nicht würdig. Selbst während ich diese Sätze tippe, maunzt die Katze, hüpft auf den Schoß und erbittet sich ihre Streicheleinheiten. Wie soll mir da ein ganzer, ein runder Beitrag gelingen? Der Ideen habe ich genug, daran wird es niemals liegen. Auch die Muse ist gnädig und meine Träume bieten Stoff und Motive im Übermaß.

Wenn ich es könnte, würde ich heute nur Fragen weitergeben. Denkarbeit und lose Enden, die noch an der richtigen Stelle vernäht werden wollen. Fragen nach dem nötigen Maß an Fiktionalität in einem Text und was ein Leser der Schreibenden bedeuten darf. Fragen nach Tabubrüchen, vor denen auch ich noch zurückweiche, und wie bereichernd oder ermüdend die Wiederholung eines bestimmten Themas sei. Aber ich tippe und lösche, schiebe nach links und nach rechts, und es will nicht werden.

Nun will ich mich an meine eigenen Ratschläge halten. Es muss nicht perfekt sein. Dieser Beitrag verhilft mir hoffentlich zu etwas Abstand von drei langen Beiträgen mit viel Optimierungswahn und lässt mich ganz nebenbei das Meer an Ratschlägen vergessen, in dem ich mit meinem Blog nicht schwimmen möchte. Wenn ihr euch an Wortspielereien erfreut oder mich gar für ein (un)moralisches Vorbild halten möchtet, sollt ihr auch die Kehrseite kennen. Und die heißt heute: Fragmente und abermals Fragmente.

Es muss nicht perfekt sein, 2

Manchmal denke ich, dass wir uns alle in einer „Mini-Playback-Show“ befinden. Wir haben eine Idee davon, wie wir sein wollen, wie wir aussehen wollen, uns bewegen und auf andere Menschen wirken. Wir ziehen uns passende Kleidchen an, einen Hauch Glitzer auf den Augenlidern und dann treten wir vor das Publikum. Wir wissen, unser Vorbild ist da, es ist immer präsent, die Idee lässt uns nicht los und zuhause vor dem Spiegel haben wir lang genug geübt. Doch so wie der kindliche Körper nicht die Bewegungen einer jungen Frau mit der gleichen Eleganz und Leichtigkeit ausführen kann, so wird jeder sehen, dass das nicht wir sind. Es ist nur die Idee, die wir von uns haben. Und dennoch klatschen wir Beifall bei der Vorstellung des Kindes, wir sind nachsichtig, wir sehen die Absicht und das Bemühen, wir lieben das Kind für seine Unbefangenheit und sind entzückt von seinem naiven Charme. Es ist nicht die Überheblichkeit des Erwachsenen, die uns klatschen lässt, es ist das beschämte Erkennen, genauso zu sein wie das Kind, nicht auf der Bühne einer Fernsehsendung, sondern Tag für Tag im eigenen Leben. Wenn ich das Kind im anderen erkenne, muss ich lächeln. Erwischt, denke ich, ich bin nicht anders.

Es muss nicht perfekt sein, 1

An anderen Menschen mag ich das Unperfekte. Die kleinen Fehler und Schwächen, die Stellen, die gern verborgen werden, aber sich doch klammheimlich immer wieder an die Oberfläche schleichen. Ich kann gut damit leben, wenn ein Text oder ein Gedicht an einer Stelle holpert, das Ende nicht ganz perfekt ist oder das Versmaß einmal nicht stimmt. Ich sehe den Gedanken, den die Schreiberin dabei hatte und ja, ich mag diesen Gedanken. Ich halte ihn in der Hand wie eine warme Brezel und atme seinen Duft ein. Die Verse schon fast vergessen entführt mich das Wort, das aus der Reihe tanzt, in seine Welt. Es ist die Welt dieses Gedankens, hier gehört er hin und passt ganz perfekt und natürlich hinein.

Blog-Awards

Die Buchstaben-Emma warf mir nicht nur ein Blogstöckchen zu und stiftete mich zum Mitmachen bei der #12bildertag-Blogparade an, sondern nominierte mich nun auch für den LIEBSTEN Blog-Award. Ich gebe ehrlich zu, dass ich diese Blog-Awards für eine ziemliche Selbstbeweihräucherung der Bloggerszene halte. Gleichzeitig passt die Aufforderung, auf interessante Blogs zu verweisen, geradezu perfekt in meine eigenen Überlegungen für die nächsten Beiträge.

Ich möchte nämlich gern eine neue Reihe starten und euch immer wieder mal einen meiner liebsten Blogs zeigen. Meist setzt man die ja einfach so in die Blogroll, doch ich finde es deutlich schöner, die Blogs auch ein wenig zu kommentieren.

Daher bedanke ich mich nun erstmal für die Nominierung zum LIEBSTEN Blog-Award. Trotz Skepsis an der Sache hab ich mich gefreut :-)

die Regeln zur Award-Nominierung:

  •  Verlinke die Person, die dich nominiert hat.
  •  Beantworte 11 Fragen, die dir vom Blogger, der dich nominiert hat, gestellt wurden.
  •  Nominiere 11 weitere Blogger mit weniger als 200 Followern.
  •  Stelle 11 Fragen an deine Nominierten.
  •  Informiere deine Nominierten über diesen Post.

Ich werde diese Regeln leicht abwandeln und nicht 11 Blogger auf einmal posten, sondern nach und nach den LIEBSTEN Blog-Award vergeben. Außerdem werde ich evtl. auch die Anzahl der Fragen kürzen oder die Fragen ganz weglassen. (Ja, ich bin ein Spielverderber….aber wie heißt es so schön: Regeln sind da, um sie zu brechen…)

Emma stellte mir folgende Fragen:

1. Wie ist dein Blogname entstanden? Hat der Name eine Bedeutung?
Als ich vor einigen Jahren begann, als Zeichen der Unterordnung der Frau (ja, das ist ernst gemeint!) nur noch einen geflochtenen Zopf zu tragen, schickte mir meine liebste Freundin, die Künstlerin, eine Postkarte, auf der sich an den Rand gekrakelt die Worte „Preach it, Baby!“ fanden. Immer wieder versuchte sie damals, mich aus dieser Phase herauszuholen und machte mir Mut, meine Meinung und meine Gedanken zu äußern: „Du hast voll was zu sagen. Versteck dich nicht.“

2. Seit wann bloggst du?
Dieses Blog gibt es seit dem Durchbruch am Freitag, den 13. Juli 2012.

3. Was hat dich zu bloggen bewegt?
Unter Willkommen finden sich dazu ein paar Worte.

4. Welcher Blog-Artikel wurde bei dir am häufigsten gelesen? 
Laut Statistik ist der am häufigsten gesuchte und angeklickte Beitrag die von mir abgeschriebene Eröffnungsszene des Films “Der blutige Pfad Gottes 2″.

5. Welcher ist dein Lieblingsartikel?
Oh, das ist schwierig. Welchen Artikel mag ich selbst am liebsten? Ich gucke grad mal nach rechts in die Liste der Lieblingsbeiträge…. Aber ich glaube ja, es ist der hier: Frag mich nicht nach der Liebe.

6. Wie entstehen deine Beiträge? Bist du eher ein Spontanblogger oder planst du mit Vorlauf worüber du schreibst?
Wie sagte Rilke in seinem Brief an einen jungen Dichter: „Alles ist austragen und dann gebären.“ Ich schreibe oft, ohne im Voraus zu wissen, ob das einmal hier auf diesem Blog landen wird. Oder aber ich plane, mich einem bestimmten Thema zu widmen, wie z.B. dem Abschied im letzten Sommer, und dann entsteht ein Satz nach dem anderen, wenn ich die Blogmaske geöffnet habe. Immer öfter passiert es mir aber, dass Freunde zu mir sagen: Schreib doch mal einen Blogbeitrag dazu.

7. Tüftelst du lange an einem Beitrag?
Ja, meistens schon. Ich klicke mindestens 5 Mal die Vorschau an und lese jeden Beitrag mehrmals Korrektur. Ich ändere kleine Wörtlein und lösche ganze Absätze. Dennoch ist jeder Text immer noch im Werden begriffen – dazu schrieb Nimue einen wunderbaren Beitrag über Perfektion und ihre Entscheidung, vermeintlich unfertige Texte zu veröffentlichen.

8. Welche Art von Blogs besuchst du am liebsten?
Auch wenn die Bloggerwelt anscheinend vor allem auf Bilder steht, besuche ich am liebsten textlastige Blogs, in denen Menschen sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzen. Ich könnte hier schon direkt anfangen, euch auf einzelne Blogs zu verweisen, aber wozu dann die ganze Reihe?

9. Stecken in dir Talente, die du in deinem Blog noch nicht präsentiert hast?
Na klar! :-D Das wäre ja langweilig, wenn dieses Blog alles wäre! Erwähnte ich schon, dass ich Einradfahren, Breakdancen und Handtaschen filzen kann? Nicht?? Gut, stimmt auch nicht ganz….

10. Machst du bei Blogprojekten mit? Wenn ja, welche sind das?
Ich mache bei der #12bildertag-Blogparade mit.

11. Verbindest du mit deinem Blog ein besonderes Erlebnis?
Ich bin immer wieder erstaunt und erfreut zu gleich, wenn ich merke, dass Menschen meine Beiträge lesen und sich davon inspirieren lassen. Oder sogar anderen davon erzählen! So bekam ich neulich von der Freundin einer Freundin eine SMS: „Hey, M. meint, du schreibst einen Blog und dass der ganz gut sein soll. Kannst du mir die Adresse geben?“ Ja, das war ein schöner Moment.

So, und nach so vielen Infos über mich selbst geht es nun los mit meinen liebsten Blogs. Noch 2 Mal schlafen und dann findet sich hier der erste Beitrag.
Bis dann!

Durchbruch

Ich stehe kurz vorm Durchbruch. Da fällt mir ein: Schon so oft hatte ich dieses Gefühl. Aber heute ist es noch ein wenig anders. Dexters Blog gestern war so inspirierend. Und ein paar tumblr natürlich auch.
Das ist doch ganz normal im Leben: Dass jeder seinen Platz sucht. Dass die einen sich zu viel Bedeutung zuschreiben (wenn das denn möglich ist) und die anderen sich nicht trauen, sich überhaupt eine Bedeutung zuzuschreiben.
Wie oft hab ich mir das schon angehört: „Du hast etwas zu sagen.“ Oder auch: „Preach it, Baby.“ „Du hast voll was zu sagen.“ Was habe ich denn zu sagen? Ich – die Beobachterin. Mein Blick auf die Welt – ich habe nichts zu sagen. Ich habe noch nicht genug gesehen. Noch nicht genug beobachtet. Meine Analyse ist unfertig. Werde ich jemals damit fertig? Ich sagte ja schon: Mein Perfektionismus steht mir im Weg.
Wenn ich diesen Text erneut lesen werde, dann werde ich ihn vermutlich sprachlich ungenügend und inhaltlich flach finden. Stets ein hartes Urteil. Bei anderen bin ich da barmherziger. Zur Not lässt sich ja alles als Symptom der Zeit werten. Manchmal vielleicht auch als Geschwür. Und ich kämpfe damit, was ich selbst wohl darstelle.
Besser ist doch immer der Rückzug (in die Beobachterposition). Aber vielleicht kann ich es ob des großen Nihilismus auch wagen, manches hinauszutragen und damit vielleicht klügeren Köpfen als mir zum Durchbruch zu verhelfen.