Sommerabend, schmerzfrei

„Also dann, mach’s gut, bis bald!“
– „Danke, wir sehen uns, tschüß!“

Unsere Verabschiedung ist freundlich und unaufgeregt. Schon in wenigen Tagen werden wir uns wiedersehen. Ich ziehe die Tür hinter mir zu und sie fällt sanft ins Schloss. Tief atme ich die kühle Nachtluft ein. „Hier bin ich“, flüstere ich in Gedanken. „Schmerz, mein alter Freund, wo bleibst du?“

Er ist wirklich zum Freund geworden in den letzten Jahren. Zumindest ebenso zuverlässig und vertraut, wie ich Freunde gern habe. Meist erscheint er schon beim Aufstehen vom Tisch, beim „Tschüß“-Sagen, beim Zuziehen der Tür. Spätestens aber begrüßt er mich im Auto auf der Heimfahrt. Hier haben wir uns kennengelernt, der Schmerz und ich. Ein Stechen in der Brust und ein bleischweres Herz. Er wurde mir vertraut, noch ehe ich wusste, woher er kam. Jahrelang fuhr er mit mir mit, ohne sich zu erklären, und eher durch Zufall fand ich eines Tages heraus, was es mit ihm auf sich hatte. „Hallo, Schmerz“, flüstere ich in die Nacht. „Wo bleibst du denn? Mein Herz ist noch so leicht und warm.“

Den Schlüssel in der Hand gehe ich zum Auto. Die Grillen zirpen, der Kies knirscht unter meinen Füßen. Die Behaglichkeit bleibt. Ich packe meine Tasche auf den Beifahrersitz und schalte das Radio an. Ein 80er-Jahre-Lied, sehnsuchtsvoll, doch selbst das verfehlt seine Wirkung. Mein Schmerz lässt mich alleine, das Herz bleibt leicht und zum ersten Mal fahre ich frei wie ein Vogel in die Nacht hinein.

#augustbreak2016 – Little

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Da saßen wir auf den Felsen und sahen die Sonne im Meer versinken. Sie hatte unseren ganzen Tag erleuchtet und war nun ein goldener Feuerball am Horizont. Ich musste an eine Stelle aus dem „Kleinen Prinzen“ denken, der ja auch die Sonnenuntergänge liebt, und auf seinem kleinen Planeten nicht so lang auf den nächsten warten muss. Im Gegenteil, er konnte immer seinen Stuhl ein paar Meter weiterschieben, um erneut das Spektakel am Abendhimmel zu betrachten.

»Eines Tages sah ich den Sonnenuntergang dreiundvierzig Mal!«

»Du weißt doch, wenn man sehr traurig ist, hat man Sonnenuntergänge besonders gern …«

Aber wir waren nicht traurig, wir genossen das Gefühl, selbst auf einem kleinen Planeten zu sitzen, der uns in dem Moment, als die Sonne unterging, groß und klein zugleich erschien. In solchen Augenblicken fallen mir immer wieder die Verhältnismäßigkeiten auf, mit denen wir uns durchs Universum bewegen: eine kleine Erde, eine große Sonne und ein noch viel größeres Bezugssystem.

IMG_20160829_175522Unfassbar für den Geist, beeindruckend für die Seele.

#augustbreak2016 – 5 years ago

Das ist nun die Nachspielzeit zum #augustbreak2016, wie die Vorgärtnerin es so schön betitelt hat. Im Gegensatz zu Raph Elle, die gleich ihr ganzes abenteuerliches Jahr 2011 Revue passieren ließ, habe ich mir nur den Sommer 2011 vorgenommen.

Es war ein ganz gewöhnlicher Sommer: Ich fuhr Anfang August aufs Freakstock und saß danach am Schreibtisch und schrieb Hausarbeiten. Mein Mann arbeitete enorm viel und so traf ich mich abends oft mit Freunden. Ein Kommilitone lud mich zu seinem Geburtstag ein. Meine Schwägerin heiratete. Ich begann einen neuen Nebenjob und ein neues Ehrenamt. Und Ende September ging es nach Berlin.

Ein gewöhnlicher Sommer, wie es ihn selten bei mir gab. Stinknormale Semesterferien ohne Umzüge (wie in den 5 Jahren zuvor), größere Praktika/Ferienjobs (wie in den 2 Jahren danach) oder Lernen fürs Examen (die anschließenden 2 Jahre). Semesterferien, in denen es etwas zu tun gab, das aber Tag für Tag auch gut zu schaffen war.

Gleichzeitig veränderte dieser Sommer mein Leben, sodass ich es bis heute merke. Ich denke oft, es braucht diese Ruhe im Außen, damit das Innen hinterherkommt und sich entwickeln kann. Der Sommer brachte mir keine großen beruflichen Veränderungen, keinen Ortswechsel, keine abenteuerliche Reise, keinen Stempel unter meinen Studienleistungen oder meiner Beziehung – doch im Blick auf mich und mein Leben hat er mich nachhaltig verändert.

Inwiefern? Damit das Anskizzierte auch Gestalt bekommt, will ich versuchen, diese Frage zu beantworten und den Balanceakt zwischen persönlich und privat wagen.

Der Sommer brachte mir die Liebe Gottes nah, wie ich es zuvor noch nicht erlebt hatte. Dies hing mit einer einzelnen Predigt auf dem Freakstock zusammen. Wer wie ich christlich aufgewachsen ist, der kennt es vielleicht, wenn man sich bei einer besonderen Veranstaltung, einem Gottesdienst oder im Zeltlager Gott auf einmal ganz nahe fühlt, wenn man eine neue Erkenntnis oder einen geistlichen Durchbruch hat oder überhaupt gerade etwas mit Gott erlebt. Man denkt sich: Ab jetzt wird alles anders. Ab jetzt werde ich „Stille Zeit“ machen/Bibel lesen/beten/nicht mehr über meine Klassenkameraden lästern/allen von Jesus erzählen/… Danach fährt man nach Hause und ein paar euphorische Tage später hat einen der Alltag wieder. Und genau so war es bei mir in diesem Sommer nicht. Auch drei Wochen später schwebte ich noch auf Wolke 7 und der Durchbruch, den ich erlebt hatte, veränderte mein ganzes Denken. Die Botschaft: Gott liebt mich und nimmt mich an, mit allem, was ich bin/habe/denke/tue. Es war also die Erfahrung, die man „Gnade“ nennt.

Und ja, natürlich hatte ich diese Botschaft schon früher gehört, ich war Christ, seit ich denken kann, ich hatte mich bekehrt, ich lebte mein Leben mit Jesus. Aber trotzdem hatte ich – vielleicht gerade aufgrund meiner christlichen Prägung – einen bestimmten Lebensstil als richtig und Gott wohlgefällig ausgemacht und wann immer ich hinter diesem zurückblieb, hielt ich mich für vom Weg abgekommen oder einen Christen zweiter Klasse. In diesem Sommer verstand ich, dass dies allein meine eigenen Maßstäbe waren, die ich häufig von anderen Christen übernommen hatte, und dass sie nichts damit zu tun hatten, wie Gott mich sah und vor allem, wie er mich liebte. Es gibt mit Gott nicht den Plan B für das eigene Leben, sondern Gott geht jeden Weg mit mir mit. Punkt.

Diese Botschaft fiel vor fünf Jahren richtig tief in mein Herz und lässt sich auch nicht mehr herausreißen. Ich fing an, sie in allen Konsequenzen durchzubuchstabieren: Was hieß das für meine Beziehungen, Lebenentscheidungen, für meinen Umgang mit einem bestimmten verhaltensorientierten Christentum, für mein Verhältnis zu mir selbst?

Ein Beispiel dafür ist meine Perspektive auf Körper und Schönheit. Schon einmal schrieb ich in diesem Blog über Schönheitsideale und ich denke, einen wesentlichen Beitrag zu meiner Haltung lieferte mir dieser Sommer. Einige Tage nach Freakstock saß ich nämlich auf meinem Bett und beschloss, nicht mehr schlecht über meinen Körper zu sprechen. Eine einzige, klare Entscheidung ohne Wenn und Aber. Wenn Gott nicht zögert, in mir zu wohnen – mein Körper als sein Tempel, heißt es in der Bibel – wer bin ich dann, dass ich selbst Teile von mir ablehne? Gott nimmt mich an, wie ich bin, also will ich mich auch selbst annehmen. Diese körperbezogene Konsequenz war so wirkungsvoll, wie ich es kaum erwartet hätte, und hatte ganz eigene Folgen, für die ich sehr dankbar bin.

Vieles könnte ich hier noch beschreiben, aber vermutlich genügt es schon, um euch einen Eindruck von diesem lebensverändernden Sommer zu geben. Vielleicht habt ihr auch schon Ähnliches erlebt, wie sich eure Perspektive so ändert, dass es euer ganzes Leben durcheinanderwirbelt, wie ihr hinter die Veränderung nicht mehr zurück könnt und auf einmal so viel freier und glücklicher seid, ohne dass sich im Äußeren etwas verändert hätte. Mir brachte der Sommer vor fünf Jahren jedenfalls eine neue Gottesbeziehung ohne Schuld und Scham, voller Liebe, Gnade und Annahme. Und das wirkte tief in alle Bereiche meines Lebens – bis heute.

Das ist nicht Sommer mehr

Das ist nicht Sommer mehr, das ist September…Herbst;
diese großen weichen Wolken am Himmel,
diese feinen weißen Spinnwebschleier in der Ferne
und hinter den Gärten mit den Sonnenblumen
der ringelnde Rauch aufglimmender Krautfeuer
und diese süße weiche Müdigkeit und diese
frohe ruhige Stille überall und trotzdem wieder
diese frische, satte, erntefreudige, herbe Kraft…
das ist nicht Sommer…das ist Herbst.

Cäsar Otto Hugo Flaischlen

#augustbreak2016 – August was…


Ich blicke zurück auf einen wahren Sommermonat.
In der ersten Monatshälfte gab es einiges für mich zu tun, denn ich musste vorarbeiten für die Urlaubszeit und natürlich auch manche Vorbereitungen treffen. Trotzdem blieb Zeit, um Freunde zu besuchen oder in den Park zu gehen. Auch wenn ich dabei schon den Herbst in der Luft erschnuppern konnte, war mir dank zweiwöchigem Urlaub im Süden noch viel Sonne mit Strand, Meer und blauem Himmel beschert. Mein persönlicher Höhepunkt ist der Nachmittag, an dem wir auf unserer Fahrt an die Westküste in eine Art Jahrmarkt hineingerieten, der mit singenden Männern, Landfrauenverein und dem Verkauf von so ziemlich allem, was man sich vorstellen kann, ein wirklich einmaliges Erlebnis war. Aber auch die Pool-, Strand- und Städtetage sind natürlich nicht zu verachten ;)
So lautet mein Fazit: Der August war wunderschön!

#augustbreak2016 – I am…

Ich bin lieber im Urlaub als meine #augustbreak2016-Beiträge aufzuholen. Erst war das Datenvolumen aufgebraucht, dann hatte ich zwar wunderbare Fotos, aber auf der falschen Kamera (kein Kabel, kein Kartenlesegerät) und schließlich (= etwa 5 Sekunden später) habe ich beschlossen, mich auf das sogenannte Real Life zu konzentrieren. Daher heute nur dieser kurze Beitrag, obwohl ich zu Oranges schon eine Idee und zu Little ein traumschönes Bild habe. Aber das gibt’s einfach von Zuhause aus nachgeliefert, sodass der August dann etwas länger dauert (auch nicht schlecht).

Also, wenn ihr mich sucht: Ich bin abgetaucht / im Pool / in meine Urlaubslektüre versunken / beim Essen / auf einem Road Trip quer durch Istrien / mit dem Einkauf von Schnaps beschäftigt / Boot fahren / den Sommer genießen.
(Der Herbst und die Arbeit kommen früh genug.)

Wer weiß schon, was passiert,
wenn’s wieder Winter wird
Ich werf‘ mich in die Wellen,
schau‘, wohin der Wind mich führt
Um dann ohne Plan auf unsrer Insel zu stranden
Ich will einen Sommer lang nur tanzen.

Raph Elle schreibt heute über die eigene Widersprüchlichkeit, für mich sehr verständlich :)

#augustbreak2016 – My face

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Normalerweise verberge ich mich in Wörtern und ich weiß auch nicht, was ein Gesicht darüber hinaus noch aussagen soll. Doch ja, auch das bin ich und neben einem kritischen Blick wird mir ein freundliches Gesicht nachgesagt, das zumeist ein Lächeln für bekannte und unbekannte Andere hat.
Ich bin selbst noch ein wenig überrascht, wie leicht es mir fällt, dieses Bild von mir zu veröffentlichen, aber 4 Jahre Bloggen haben wohl ihr Übriges getan.
Weiterhin entspannte Sommergrüße!

[Bei Raph Elle gibt’s heute handgemachte Kosmetik für’s Gesicht.]

#augustbreak2016 – Today is…

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Heute ist Reisetag, daher klingt dieser Beitrag sicher ein wenig nach Schulaufsätzen wie „Mein schönstes Ferienerlebnis“. (Nebenbei bemerkt ist dies mein erster Blogpost, den ich komplett vom Handy schreibe – ich hoffe, es sieht am Ende trotzdem nach was aus….) Die Nacht war kurz bzw. nicht vorhanden, da wir zuvor noch meinen Mann von der Arbeit abholen mussten. So hieß es für mich aufstehen um halb 2 und schließlich Abfahrt in den Urlaub um halb 5. Ich war froh, erstmal eine Runde im Auto schlafen zu können. Auf dem Rastplatz gab es für alle ein reichhaltiges Frühstück, das wir uns eingepackt hatten: Brot, Brötchen, Käse, Wurst, gekochte Eier, Tomaten, Gurken, selbstgebackener Hefezopf… Da ich im Vorfeld schon Vignetten und Sondermautgebühren bezahlt hatte, kamen wir mit nur wenigen weiteren Stops (und so gut wie keinem Stau, auch schön!) heute Nachmittag am Zielort an. Nun bin ich zugegebenermaßen ziemlich müde, blicke aber dennoch mit Freude und ein wenig Spannung einem zweiwöchigen Familienurlaub entgegen. (Nur die Katze vermisse ich natürlich, aber wer hätte da auch etwas anderes vermutet…)
Heute ist… ein anstrengender, aber durchaus schöner erster Urlaubstag.
Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

[Bei Raph Elle ist heute Ausbruchsstimmung, das erinnert mich stark an #4 Spontan wegfahren I.]

#augustbreak2016 – Yellow

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Ich hülle mich in Gelb.

Als Kind war gelb die Farbe, mit der ich am wenigsten anfangen konnte. Gelb wie Galle, gelb wie der Neid, das waren die Stichworte, die ich damit verband. Dementsprechend fand sich diese Farbe kaum in meinem Kleiderschrank oder meinem Zimmer. Ich hatte noch keine Ahnung vom warmen Sonnengelb, vom kräftigen Senfgelb oder schimmernden Goldgelb. Erst in den letzten Jahren entdeckte ich die gelben Vorzüge. Ich trage ungemein gern gelbe Tshirts, Schals oder kombiniere auch eine gelbe Strickjacke auf intensives Grün oder Blau. Ich fühle mich wohl darin – und nach und nach fallen mir auch einige wenige gelbe Kleidungsstücke aus meiner Kindheit ein: Beispielsweise ein schönes gelbes Tshirt meiner Mutter, das ich als Jugendliche irgendwann ausborgte.
Auf dem gezeigten Bild seht ihr mich (ja, tatsächlich: mich), 15jährig und in einem gelben Sommerkleid bei der Aufführung von „Romeo und Julia“. Wie jeder natürlich gut erkennen kann, handelt es sich hier um die Balkonszene, bei der ich als Julia auf dem „Balkon“ stehe und meinen Romeo anschmachte, der gerade eben diesen erklimmt. Also wem das nicht auf Anhieb klar war! :-D

PS. Ich habe versucht, mit etwas Bildbearbeitung das Maximum aus diesem alten und irgendwann eingescannten Foto rauszuholen. Ich hoffe, ihr wisst dies in den Kommentaren zu würdigen ;)

[Bei Raph Elle gibts heute ein gelbes Getränk.]

#augustbreak2016 – Beneath my feet

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Am heutigen Tag: viel Straße. Nach einem gemütlichen späten Frühstück bei Freunden stand der Rückweg von der Hochzeit an und wie schon bei der Hinfahrt gerieten wir dabei in einen Stau. Da war die Freude umso größer irgendwann den Boden der heimischen Wohnung betreten zu können. Die Katze war schmusebedürftig wie nie und als sie sich schließlich zum Dösen auf ihren Platz verzog, gönnte auch ich mir ein spätes Schläfchen.
Alles in allem ein ruhiger Sonntag!

#augustbreak2016 – Sweetness

„Blaubeeren gibt’s doch nur im Märchen“, meinte mein Mann, als ich diese süße Frucht so bezeichnete, wie es seiner Meinung nach nur Kinder tun. Für Süßes bin ich nicht so zu haben, ich mag herzhaftes Essen und auch im sonstigen Leben hat bei mir nur ausgesprochen wenig eine Zuckerglasur.
(Wenn ich darüber nachdenke, fällt mir im Prinzip auch nur die Katze ein. Sie läuft mit ihrem #hach-Effekt aber auch außer Konkurrenz.)
Das Wort „süß“ folgt bei mir meist auf ein „zu“ (zum Beispiel für Getränke wie Eistee oder Cola) und es taugt mir auch nicht zur Beschreibung menschlichen Verhaltens (hier bevorzuge ich „lieb“ und „freundlich“). Zugegeben, manchmal nutze ich es etwas klischeehaft, wenn ich über Mädchen spreche, die ich gerade erst kennenlerne und über die ich sonst nicht viel zu sagen weiß. Jedoch sollte doch eigentlich schon der Wörterbucheintrag deutlich machen: „Süß“ ist in erster Linie eine Geschmacksrichtung. Für Himbeeren, Brombeeren oder – Heidelbeeren.

[Für Raph x Elle hingegen hat „Süße“ ein recht großes Bedeutungsspektrum. Lesenswert.]

#augustbreak2016

Ich glaube, ich brauche einen kleinen Schubser. Und auch wenn mir bisher nur in Teilen klar ist, was sich im August so ereignen wird, will ich es wagen und wie schon mit #aprillove2015 einen Monat lang mit Bild und Wort verbringen.

Susannah Conway hat dafür eine Liste mit Stichworten für jeden Tag zusammengestellt. Manche gab es schon vor eineinhalb Jahren; manche sprechen mich mehr, manche weniger an, doch ich bin selbst ganz zuversichtlich und gespannt, was daraus entstehen wird!

Schließt euch gern mit euren Fotos oder kurzen Texten an! 

The August Break

Sommertage

Kaum eine Wolke am Himmel, nur ein paar weiße Fäden wie die Reste eines Spinnennetzes hängen im Blau. Schon morgens direkt den Bikini unter die Kleidung gezogen, Handtuch & Picknickdecke eingepackt, und mit dem Fahrrad ab an den See. Wir liegen auf der Wiese, meine Urlaubslektüre bleibt unberührt, ich genieße die Ruhe und den Blick auf das Wasser. Ein Schmetterlingspaar flirrt durch die Luft. Das Gras unter den Füßen gehe ich zum See, spüre die glatten Steine, tauche meinen Fuß in das von der Sonne aufgewärmte Wasser. Ich liebe es, im See zu baden, vergesse Zeit und Raum dabei, schaue in den blauen Himmel und beobachte, wie ein Vogel seine Kreise zieht, um schließlich kurz über der Wasseroberfläche ein Insekt zu fangen. Wir schwimmen hinüber zum Steg, wo all die Menschen sind. Ihr Lachen und Jauchzen klingt dennoch fern in meinen Ohren, ich kehre zurück zur Mitte, tauche kräftig ein mit Armen und Beinen und schwimme glücklich zu unserem Platz zurück. Beschwingt sausen wir mit den Rädern nach Hause, freuen uns am satten Grün der Wiesen und dem Gelb der Felder. Mit Eiskaffee und Johannisbeerkuchen geht es in den Garten, ich pflücke ein paar Himbeeren, von der Hand in den Mund, und genieße die Behaglichkeit unter dem großen Birnbaum. Die Katze besucht uns und die Enten schnattern ein wenig vor sich hin. Sommertage auf dem Dorf, ihr seid so unglaublich schön.

Rom, du ewige Stadt + Tipps

Wenn Florenz angesichts alter Bauten, Kirchen und Plätzen beeindruckend ist, so ist Rom umwerfend. Überhaupt kann in Sachen „Überreste aus einer anderen Zeit auf engem Raum“ wohl keine andere Stadt Rom das Wasser reichen. Der Ehrenname „Die ewige Stadt“ besteht zu Recht, in Rom kann man abtauchen in vergangene Zeiten und wird dabei ein tiefes Gefühl für Dauer und Beständigkeit empfinden.

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Im August sind die Römer ausgeflogen und die Stadt ist von Touristen überfüllt. Das muss man wissen und damit leben oder sich einfach einen anderen Reisezeitpunkt suchen. Im Folgenden geht es mir dieses Mal weniger um „Das muss man gesehen haben!“-Tipps als vielmehr um grundsätzliche Reiseüberlegungen. Denn DASS sich Rom als Reiseziel lohnt, steht für mich außer Frage.

Variante A: komfortabel, spontan, teuer

Anreise: Flug
Unterkunft: Hotel, zentral gelegen

Diese Variante ist für Leute, die auch gern mal einen Kurzurlaub übers Wochenende machen. 3 Tage Rom, das ist angesichts der Sehenswürdigkeiten natürlich kurz, doch um inspiriert und zufrieden wieder heimzukommen, genau richtig. Hier würde ich einen Flug buchen, ein zentral gelegenes Hotel auswählen und dadurch so viel wie möglich Zeit in der Stadt statt auf der Strecke verbringen. Wir hatten eine Unterkunft, die etwas außerhalb lag, und auch wenn es die Metro und Busse gibt, haben wir doch einiges an Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht. Wer zentral wohnt, kann sich trotzdem ein 48-Stunden-Ticket für Bus und Bahn kaufen, ist allerdings viel schneller am Zielort.

Rom ist grundsätzlich teuer und das gilt selbstverständlich auch für Restaurants und Imbissbuden. Wer nicht lange nach einem günstigeren Lokal suchen will, tut gut daran, entsprechend Geld einzuplanen. Gerade im Viertel rund um die Spanische Treppe gibt es tolle Restaurants, die allerdings auch ihren Preis haben. Wenn man das im Voraus weiß, kann man ohne schlechtes Gewissen zuschlagen.

Ein Tipp: Im Urbana47 (in der Via Urbana 47) im Viertel Monti gibt es herausragend gutes Essen. Gehobene Küche, leckerer Wein und ein ganz eigener Einrichtungsstil. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und den Abend genossen!

Türen

Variante B: einfach, organisiert, nicht ganz so teuer

Anreise: Auto, Bahn oder Flug
Unterkunft: AirBnB o.Ä.

Diese Variante ist gut geeignet für Schnäppchenjäger, Pfadfinder und den studentischen Geldbeutel. Man suche sich eine Unterkunft über AirBnB o.Ä., die ein wenig außerhalb gelegen und dadurch etwas günstiger ist. Eine Privatunterkunft ist im Gegensatz zum Hotel natürlich viel individueller und spannender. Wir hatten eigentlich nur ein Zimmer gebucht, dann aber für die 3 Tage die ganze Wohnung für uns. So erhält man einen authentischen Blick ins ‚römische Leben‘. Wir hatten auch das Glück, dass unser Gastgeber uns im Voraus den Kühlschrank vollpackte und wir jeden Morgen ein leckeres Frühstück genießen konnten – und das in unseren ‚eigenen‘ 4 Wänden und nicht im Hotel mit zig anderen Menschen.

Möchte man auch tagsüber nicht so viel Geld ausgeben, muss man clever planen. Auch das Essen ‚auf die Hand‘ ist meist teuer, also halte ich es für sinnvoll, sich nach einem ausgiebigen Frühstück zuhause ein Vesper für unterwegs einzupacken. Hier muss man natürlich gut aufpassen, welche Lebensmittel auch die Hitze vertragen, z.B. Äpfel, Nektarinen, Karotten, Müsliriegel, Vollkornbrot mit geräucherter Wurst/Schinken, Landjäger, Nüsse/Studentenfutter… Dann braucht man sich einfach nur eine Bank oder ein anderes lauschiges Plätzchen suchen und ist tagsüber gut verpflegt. Abends heißt es dann, die Heimreise antreten, im Supermarkt einkaufen und zuhause kochen. So haben wir es an einem Abend gemacht und diesen sehr genossen. Alle Fenster auf und das Leben im Stadtteil hautnah mitbekommen.

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Tipps

Vom Programm her würde ich in beiden Fällen zunächst die typisch touristische Hop-on-Hop-off-Bustour machen. Es gibt preislich unterschiedliche Varianten ab 18 Euro pro Person. Man kann auswählen, ob man einmal komplett durchfährt, ob das Ticket für diesen Tag oder für 24h gilt, usw. Am ersten Abend setzten wir uns also oben in einen solchen Bus, hatten einen tollen Blick über die ganze Stadt, dazu einige Infos über den Audioguide im Ohr und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen. Das würde ich definitiv wieder so machen!

Grundsätzlich gilt: In Rom gibt es so vieles zu sehen, dass es mir bei einem Kurztrip geradezu verrückt erscheint, Geld für einen Museumsbesuch auszugeben, wenn man eine große Menge an Sehenswürdigkeiten schlicht zu Fuß ‚erlaufen‘ kann. Dafür sollte man natürlich geeignetes Schuhwerk anziehen, die Füße werden es einem danken!

Dennoch stellt sich die Frage nach den Klassikern: Vatikan und Colloseum – ja oder nein? Lohnt sich ein Besuch? Eine geführte Tour? Oder kann man drauf versichten? Wir haben das Colloseum nur von außen gesehen, aber eine Vatikantour gemacht und diese Frage anschließend heiß diskutiert. Unser Fazit zum Vatikan: Mach es, wenn du es wirklich machen willst und interessiert bist! Wenn es für dich nur ein Punkt auf einer allgemeinen Rom-To-Do-Liste ist, du aber kein eigenes Interesse oder einen persönlichen Bezug dazu hast, dann kannst du dir Zeit & Geld sparen. Wenn du dich allerdings dafür entscheidest, wähle eine geführte Tour! Du wirst dir sonst nur beim Warten in den Schlangen die Beine in den Bauch stehen und einen ordentlichen Sonnenbrand holen.

Unsere Vatikantour haben wir mit Maya Tours gemacht und können es auch weiterempfehlen. Der Preis betrug ca. 50 Euro pro Person und wir umgingen damit ein doppeltes Anstehen in den Schlangen: Es gibt nämlich eine zum Petersdom und eine zu den Vatikanischen Museen. Mit der Tour ging es erst durch die Museen und dann von hinten her in den Petersdom. Der Vatikan war natürlich auch voll mit Touristen, obgleich unser deutschsprachiger Führer meinte, es wäre heute ja eher wie bei einer Privataudienz. Sollte das stimmen, möchte ich mit ihm nicht tauschen! Maya Tours bieten auch Führungen durch das Colloseum an – sicher auch keine schlechte Idee. Ich persönlich war aber auch schon mit dem Colloseum von außen glücklich!

Alle weiteren Reisetipps, die ich euch geben könnte, habe ich selbst von anderen Blogger*innen abgekupfert: Immer, wenn ich in den letzten Jahren auf einen interessanten Rombeitrag stieß, speicherte ich mir den Link in einem Lesezeichenordner und konnte nun im Vorfeld der Reise eine schöne Liste zusammenstellen. Dazu gehörten u.a. Eis bei Giolitti und Espresso im Caffè Sant’Eustachio. Außerdem lernte ich aus den Tipps von Freundinnen, dass man in den meisten Restaurant gut und günstig Pizza zum Mitnehmen bekommt, was ich mir gerade für abends auch sehr gut vorstellen kann – hier findet sich draußen bestimmt ein schönes Plätzchen. 

Fazit

Rom ist eine Reise wert – ja, eindeutig. Allerdings würde ich persönlich diese Stadt nicht mehr im August bereisen und mich in Zukunft für eine der beiden oben beschriebenen Varianten entscheiden. In beiden Fällen kann man es sich so richtig gut gehen lassen und eine Stadt entdecken, die schon beim bloßen Vorbeigehen viel zu bieten hat.

Habt ihr auch Tipps für Rom? Ich freue mich über Hinweise und Feedback!