#augustbreak2016 – Little

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Da saßen wir auf den Felsen und sahen die Sonne im Meer versinken. Sie hatte unseren ganzen Tag erleuchtet und war nun ein goldener Feuerball am Horizont. Ich musste an eine Stelle aus dem „Kleinen Prinzen“ denken, der ja auch die Sonnenuntergänge liebt, und auf seinem kleinen Planeten nicht so lang auf den nächsten warten muss. Im Gegenteil, er konnte immer seinen Stuhl ein paar Meter weiterschieben, um erneut das Spektakel am Abendhimmel zu betrachten.

»Eines Tages sah ich den Sonnenuntergang dreiundvierzig Mal!«

»Du weißt doch, wenn man sehr traurig ist, hat man Sonnenuntergänge besonders gern …«

Aber wir waren nicht traurig, wir genossen das Gefühl, selbst auf einem kleinen Planeten zu sitzen, der uns in dem Moment, als die Sonne unterging, groß und klein zugleich erschien. In solchen Augenblicken fallen mir immer wieder die Verhältnismäßigkeiten auf, mit denen wir uns durchs Universum bewegen: eine kleine Erde, eine große Sonne und ein noch viel größeres Bezugssystem.

IMG_20160829_175522Unfassbar für den Geist, beeindruckend für die Seele.

#augustbreak2016 – Favourite mug

Ich könnte euch, wäre ich zuhause, mühelos meine Lieblingstasse präsentieren. Ich habe sie nicht, weil sie besonders schön ist, sondern weil ich sie von meinem Patenkind vor einigen Jahren geschenkt bekam. Sie hat eine gute Größe und ist glücklicherweise recht stabil.
Allerdings schreit mir dieses Stichwort gerade viel zu laut „Wohlstandsgesellschaft“ ins Gesicht. Nach der Lieblingstasse zu fragen, setzt voraus, dass das Gegenüber mehrere Tassen besitzt, aus denen es vermutlich verschiedene Getränke wie Kaffee oder Tee trinkt. Dabei haben viele Menschen nicht mal Zugang zu sauberem Trinkwasser. Die Menschen auf der Flucht leben von der Hand in den Mund, Familien teilen sich das Lebensnotwendigste.

Aus einem Berg an Geschirr hingegen die liebste Tasse auszuwählen, zeigt zumindest mir einmal mehr, wie privilegiert ich bin. Ich bin so reich, dass ich mir als Tourist gleich alle drei Tassen kaufen könnte, die ich heute in einem kleinen Laden entdeckt habe. Kurz habe ich gezögert, ob mir die obere als Kitsch nur ein müdes Lächeln entlocken soll oder sie eine ernst gemeinte Aufforderung darstellt. Erstrebenswert ist es jedenfalls:
„Make art, not war.“

#augustbreak2016 – Peaceful

Acht Sekunden Seelenruhe, oder: Kuhranzennacht in Kroatien.

Gestern Abend lag ich im Trampolin und genoss den Ausblick auf einen phänomenalen Sternenhimmel. Die Grillen zirpten ihr Nachtkonzert, der dünne Stoff auf meiner Haut sorgte mit der Restwärme eines sonnigen Tages für eine angenehme Temperatur und ein leises Lüftchen wehte durch den Garten. Peaceful – friedlich, was könnte dafür besser passen als dieser Moment?

Da meine Kamera nicht gut genug für Millionen und Abermillionen von Sternen und anderem astronomischem Gedöns ist, müsst ihr nun leider in den schwarzen Nachthimmel starren. Dafür ist das Grillengezirpe jedoch gut zu hören.

[Raph Elle ist schon schlafen gegangen… und gibt Tipps für friedlichen Schlaf.]

#augustbreak2016 – Three

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Drei Generationen, drei Ehepaare, drei Haushalte am dritten Urlaubstag.

Das sind also die Menschen, die ich auch noch in 30 Jahren kennen werde, dachte ich gestern, als wir abends zusammen auf der Terrasse saßen. Das Konzept Schwiegerfamilie ist wirklich ein seltsames. Da kommen Menschen in dein Leben und bleiben einfach – ohne, dass du sie bewusst eingeladen hast. Natürlich kannst du wie bei allen Beziehungen entscheiden, wieviel an Nähe oder Distanz du willst. Dennoch bleiben sie durch den gewählten Partner mit dir verbunden.

Ich habe es mit meiner Schwiegerfamilie ziemlich gut getroffen – klar, sonst wäre ich wohl nicht mit ihnen in den Urlaub gefahren, der ja bekanntlich jeder noch so guten Freundschaft ein Ende setzen kann. Im echten Leben wohnen wir nah genug, um spontan für 1-2 Tage vorbeizukommen, und weit genug, um diesen Besuch auch anzukündigen. Wir haben schon ein paar Jahre und Umzüge miteinander verbracht, um zu wissen, wann man Dinge besser in Watte packt und wann man mit der Tür ins Haus fallen darf. Auf drei Worte reduziert, würde ich alle als freundlich, humorvoll und großzügig beschreiben – drei Eigenschaften, von denen auch der Rest der Menschheit gern mehr haben dürfte :-)

[Raph Elle stellt euch heute drei Serien vor, in denen Frauen im Mittelpunkt stehen. Für Serienjunkies ein Muss!]

#augustbreak2016 – Squares

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Nach Quadraten musste ich heute nicht lange suchen – sie tauchten direkt vor meiner Nase auf. Durch das vorgegebene Stichwort verpasst ihr nun leider den fabelhaften Blick aufs Meer, den wir von unserer Picknickdecke aus hatten.
Im See baden ist schon schön, doch im großen, weiten Meer zu schwimmen ist für mich nahezu unübertroffen. Ich sende euch entspannte Grüße aus einem gelungenen zweiten Urlaubstag!

Ps. Schaut bei Raph Elle vorbei, bei ihr gibt’s einen wunderbaren Rant ;)

#augustbreak2016 – Clouds


Ein Schnappschuss von gestern, an dem mir besonders der Kontrast von Wolken und Blättern gefällt. Ansonsten hab ich aufgrund akuter Urlaubsvorbereitungen die letzten beiden Stichwörter verpasst, mir aber über „5 years ago“ schon einige Gedanken gemacht, sodass ich den Beitrag später nachreichen werde. Den nächsten Post gibt’s dann schon aus dem Urlaubsort (wenn es mir dann gelungen ist, mich von der Katze zu verabschieden…).

Weitere wolkige Aussichten finden sich bei Raph Elle.

Rom, du ewige Stadt + Tipps

Wenn Florenz angesichts alter Bauten, Kirchen und Plätzen beeindruckend ist, so ist Rom umwerfend. Überhaupt kann in Sachen „Überreste aus einer anderen Zeit auf engem Raum“ wohl keine andere Stadt Rom das Wasser reichen. Der Ehrenname „Die ewige Stadt“ besteht zu Recht, in Rom kann man abtauchen in vergangene Zeiten und wird dabei ein tiefes Gefühl für Dauer und Beständigkeit empfinden.

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Im August sind die Römer ausgeflogen und die Stadt ist von Touristen überfüllt. Das muss man wissen und damit leben oder sich einfach einen anderen Reisezeitpunkt suchen. Im Folgenden geht es mir dieses Mal weniger um „Das muss man gesehen haben!“-Tipps als vielmehr um grundsätzliche Reiseüberlegungen. Denn DASS sich Rom als Reiseziel lohnt, steht für mich außer Frage.

Variante A: komfortabel, spontan, teuer

Anreise: Flug
Unterkunft: Hotel, zentral gelegen

Diese Variante ist für Leute, die auch gern mal einen Kurzurlaub übers Wochenende machen. 3 Tage Rom, das ist angesichts der Sehenswürdigkeiten natürlich kurz, doch um inspiriert und zufrieden wieder heimzukommen, genau richtig. Hier würde ich einen Flug buchen, ein zentral gelegenes Hotel auswählen und dadurch so viel wie möglich Zeit in der Stadt statt auf der Strecke verbringen. Wir hatten eine Unterkunft, die etwas außerhalb lag, und auch wenn es die Metro und Busse gibt, haben wir doch einiges an Zeit in den öffentlichen Verkehrsmitteln verbracht. Wer zentral wohnt, kann sich trotzdem ein 48-Stunden-Ticket für Bus und Bahn kaufen, ist allerdings viel schneller am Zielort.

Rom ist grundsätzlich teuer und das gilt selbstverständlich auch für Restaurants und Imbissbuden. Wer nicht lange nach einem günstigeren Lokal suchen will, tut gut daran, entsprechend Geld einzuplanen. Gerade im Viertel rund um die Spanische Treppe gibt es tolle Restaurants, die allerdings auch ihren Preis haben. Wenn man das im Voraus weiß, kann man ohne schlechtes Gewissen zuschlagen.

Ein Tipp: Im Urbana47 (in der Via Urbana 47) im Viertel Monti gibt es herausragend gutes Essen. Gehobene Küche, leckerer Wein und ein ganz eigener Einrichtungsstil. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und den Abend genossen!

Türen

Variante B: einfach, organisiert, nicht ganz so teuer

Anreise: Auto, Bahn oder Flug
Unterkunft: AirBnB o.Ä.

Diese Variante ist gut geeignet für Schnäppchenjäger, Pfadfinder und den studentischen Geldbeutel. Man suche sich eine Unterkunft über AirBnB o.Ä., die ein wenig außerhalb gelegen und dadurch etwas günstiger ist. Eine Privatunterkunft ist im Gegensatz zum Hotel natürlich viel individueller und spannender. Wir hatten eigentlich nur ein Zimmer gebucht, dann aber für die 3 Tage die ganze Wohnung für uns. So erhält man einen authentischen Blick ins ‚römische Leben‘. Wir hatten auch das Glück, dass unser Gastgeber uns im Voraus den Kühlschrank vollpackte und wir jeden Morgen ein leckeres Frühstück genießen konnten – und das in unseren ‚eigenen‘ 4 Wänden und nicht im Hotel mit zig anderen Menschen.

Möchte man auch tagsüber nicht so viel Geld ausgeben, muss man clever planen. Auch das Essen ‚auf die Hand‘ ist meist teuer, also halte ich es für sinnvoll, sich nach einem ausgiebigen Frühstück zuhause ein Vesper für unterwegs einzupacken. Hier muss man natürlich gut aufpassen, welche Lebensmittel auch die Hitze vertragen, z.B. Äpfel, Nektarinen, Karotten, Müsliriegel, Vollkornbrot mit geräucherter Wurst/Schinken, Landjäger, Nüsse/Studentenfutter… Dann braucht man sich einfach nur eine Bank oder ein anderes lauschiges Plätzchen suchen und ist tagsüber gut verpflegt. Abends heißt es dann, die Heimreise antreten, im Supermarkt einkaufen und zuhause kochen. So haben wir es an einem Abend gemacht und diesen sehr genossen. Alle Fenster auf und das Leben im Stadtteil hautnah mitbekommen.

Colloseum1
Tipps

Vom Programm her würde ich in beiden Fällen zunächst die typisch touristische Hop-on-Hop-off-Bustour machen. Es gibt preislich unterschiedliche Varianten ab 18 Euro pro Person. Man kann auswählen, ob man einmal komplett durchfährt, ob das Ticket für diesen Tag oder für 24h gilt, usw. Am ersten Abend setzten wir uns also oben in einen solchen Bus, hatten einen tollen Blick über die ganze Stadt, dazu einige Infos über den Audioguide im Ohr und konnten uns einen ersten Eindruck verschaffen. Das würde ich definitiv wieder so machen!

Grundsätzlich gilt: In Rom gibt es so vieles zu sehen, dass es mir bei einem Kurztrip geradezu verrückt erscheint, Geld für einen Museumsbesuch auszugeben, wenn man eine große Menge an Sehenswürdigkeiten schlicht zu Fuß ‚erlaufen‘ kann. Dafür sollte man natürlich geeignetes Schuhwerk anziehen, die Füße werden es einem danken!

Dennoch stellt sich die Frage nach den Klassikern: Vatikan und Colloseum – ja oder nein? Lohnt sich ein Besuch? Eine geführte Tour? Oder kann man drauf versichten? Wir haben das Colloseum nur von außen gesehen, aber eine Vatikantour gemacht und diese Frage anschließend heiß diskutiert. Unser Fazit zum Vatikan: Mach es, wenn du es wirklich machen willst und interessiert bist! Wenn es für dich nur ein Punkt auf einer allgemeinen Rom-To-Do-Liste ist, du aber kein eigenes Interesse oder einen persönlichen Bezug dazu hast, dann kannst du dir Zeit & Geld sparen. Wenn du dich allerdings dafür entscheidest, wähle eine geführte Tour! Du wirst dir sonst nur beim Warten in den Schlangen die Beine in den Bauch stehen und einen ordentlichen Sonnenbrand holen.

Unsere Vatikantour haben wir mit Maya Tours gemacht und können es auch weiterempfehlen. Der Preis betrug ca. 50 Euro pro Person und wir umgingen damit ein doppeltes Anstehen in den Schlangen: Es gibt nämlich eine zum Petersdom und eine zu den Vatikanischen Museen. Mit der Tour ging es erst durch die Museen und dann von hinten her in den Petersdom. Der Vatikan war natürlich auch voll mit Touristen, obgleich unser deutschsprachiger Führer meinte, es wäre heute ja eher wie bei einer Privataudienz. Sollte das stimmen, möchte ich mit ihm nicht tauschen! Maya Tours bieten auch Führungen durch das Colloseum an – sicher auch keine schlechte Idee. Ich persönlich war aber auch schon mit dem Colloseum von außen glücklich!

Alle weiteren Reisetipps, die ich euch geben könnte, habe ich selbst von anderen Blogger*innen abgekupfert: Immer, wenn ich in den letzten Jahren auf einen interessanten Rombeitrag stieß, speicherte ich mir den Link in einem Lesezeichenordner und konnte nun im Vorfeld der Reise eine schöne Liste zusammenstellen. Dazu gehörten u.a. Eis bei Giolitti und Espresso im Caffè Sant’Eustachio. Außerdem lernte ich aus den Tipps von Freundinnen, dass man in den meisten Restaurant gut und günstig Pizza zum Mitnehmen bekommt, was ich mir gerade für abends auch sehr gut vorstellen kann – hier findet sich draußen bestimmt ein schönes Plätzchen. 

Fazit

Rom ist eine Reise wert – ja, eindeutig. Allerdings würde ich persönlich diese Stadt nicht mehr im August bereisen und mich in Zukunft für eine der beiden oben beschriebenen Varianten entscheiden. In beiden Fällen kann man es sich so richtig gut gehen lassen und eine Stadt entdecken, die schon beim bloßen Vorbeigehen viel zu bieten hat.

Habt ihr auch Tipps für Rom? Ich freue mich über Hinweise und Feedback!

Traumstadt Florenz + Tipps

Man darf es ja keinem sagen (und schreibt es darum auf sein Blog), aber der ausschlaggebende Faktor für meinen Florenzbesuch lag in einem kleinen Tweet, der mich sehr neugierig gemacht hat:

Dieser Hinweis komplettierte mein aus der Ferne sehr positives Bild von Florenz und motivierte mich dazu, mir die Stadt genauer anzuschauen. Umso frustrierender war es für mich, die ersten Tage im Hotelzimmer zuzubringen. Da war ich schon in meiner potentiellen Traumstadt, aber konnte den Fuß nicht vor die Tür setzen!

1. Markthalle und Kirche San Lorenzo

Dafür genoss ich es schließlich umso mehr, durch die Straßen zu bummeln, gemütlich in einem kleinen Café zu frühstücken und dem Treiben der Stadt zuzuschauen. Dank dieses Blogposts von Francesca verpassten wir es nicht, die große Markthalle anzuschauen, deren Restaurantbereich im ersten Stock allerdings erst um 10 Uhr öffnet. Anschließend ging es in die Kirche San Lorenzo, was auch Francescas Vorschlag entspricht, ich aber ganz vergessen hatte. San Lorenzo ist die älteste Kirche in Florenz, die 393 geweiht wurde. Für die Kirche zahlt man 4,50 Euro Eintritt und kann auch den wunderschönen Innenhof daneben und einen Bereich im Keller ansehen. Schaut man nur von außen durch den kleinen Spalt der Kirchentür, sieht der Raum lange nicht so beeindruckend aus wie von innen. In den Seitenbereichen sind verschiedene Gemälde, von denen mich dieses hier besonders berührte. Es wurde von Pietro Annigoni im Jahr 1963 und zeigt Josef mit Jesus. Ebenfalls sehr inspiriend war für mich die Darstellung der 26jährig verstorbenen Berta Moltke Withfield, wie sie von einem Engel in den Himmel getragen wird (hier und hier im Detail). Leider zeigen die Bilder es von der rechten Seite, mir hat die Sicht von links noch sehr viel besser gefallen. Wie der Engel seinen Arm um ihre Taille legt, ist wunderschön anzusehen.

2. Eine Messe in Santa Croce

Wenn es einen Zeitpunkt gibt, an dem Florenz von Touristen noch mehr überfüllt ist als im August, dann sind es eindeutig die Sonntage im August. Sie bilden sozusagen den touristischen Höhepunkt. Der Dom hat nur nachmittags für ein paar Stunden geöffnet (lange und noch längere Schlangen garantiert) und wenn man sich nicht vorsieht, hat man gleich drei Selfie-Sticks auf einmal gekauft. Also ließen wir uns am Sonntag einfach treiben (vielleicht ein wenig wie Isabella es hier in Punkt 1 empfiehlt) und landeten so auf den Treppen von Santa Croce.

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Blick auf die Piazza di Santa Croce

Spontan entschieden wir, die Messe in der Franziskanerkirche zu besuchen. Es ist angenehm kühl und ruhig, niemand läuft herum und knipst unermüdlich Fotos, so können wir wirklich in der Kirche ankommen. Auf gefalteten Blättern steht der Ablauf des Gottesdienstes samt allen gesprochenen Worten (außer der Predigt) und dank Lateinkenntnissen und der Tatsache, dass ich, naja, nicht ganz fachfremd bin, kann ich gut folgen. Ich mag es, Gebete und Bekenntnisse im Wechsel zu sprechen, es ist inhaltlich dicht und erfordert höchste Konzentration, es ist Einkehr und Achtsamkeit. Nach dem Gottesdienst gehen wir auf den Priester zu und bitten um Gebet für uns. Er ist angesichts meiner Italienischbrocken zwar sichtlich irritiert, doch nachdem die Frage dann ankam, sagt er uns zu, bei der nächsten Messe an uns zu denken. Auch nicht schlecht.

3. Mit dem Roller ins Umland

Unsere Rollerfahrt hatte ich schon erwähnt und ich kann es nur empfehlen! Wir liehen hier zwei Roller aus und düsten von Florenz aus gen Süden. Zunächst einmal hinauf auf den Piazzale Michelangelo, von wo aus man wirklich einen traumhaften Blick über die Stadt hat.

Blick vom Piazzale Michelangelo

Blick vom Piazzale Michelangelo

Anschließend nahmen wir die Schnellstraße 222, die Via Chiantigiana, und fuhren zunächst nach Greve, um uns im Supermarkt mit ausreichend Wasser und Lebensmitteln für ein Picknick einzudecken. Anschließend ging es weiter bis Castellina. Hätten wir mehr Zeit gehabt, wären wir sicher noch nach San Gimignano gefahren, um dort all die Türmchen zu bewundern. So jedoch machten wir immer wieder an schönen Stellen Halt, genossen die Natur und fanden auch ein lauschiges Plätzchen für unser Picknick. Ein Traumtag mit Sonnenbrand inklusive!

Fazit

Über die Innenstadt von Florenz mit all ihren Sehenwürdigkeiten könnte man nun sicher fünf weitere Blogposts verfassen, doch ich beschränke mich hier auf den Hinweis, sich einen guten Stadtplan zuzulegen und die Gassen, Kirchen und Plätze selbst zu erlaufen. Ausruhen könnt ihr euch in der Loggia dei Lanzi, einem Arkadenbau mit Blick auf die Piazza della Signoria. Angeblich darf man sich hier zu Zeiten des Hochbetriebs nur 15 Minuten aufhalten, doch wenn man nicht nur von Statue zu Statue eilt, sondern sich an den Seiten auf die Stufen setzt, kommt diese Verschnaufpause sehr gelegen. Spätestens an diesem Ort wusste ich – trotz Menschenmassen, Hitze und zu vielen Handykameras -, dass Florenz eine Stadt für mich ist. Kunst, Kultur und pulsierendes Leben, gepaart mit einer träumerischen Leichtigkeit sowie der Möglichkeit, sich einfach in einen schönen Garten oder Park zu legen und in den Himmel zu schauen – da kann das Herz aufatmen.

Blick vom Ponte Vecchio

Blick vom Ponte Vecchio

Ich hoffe, ich habe euch ein wenig Lust auf einen Florenztrip gemacht. Ganz bestimmt werde ich wiederkommen und mir all das ansehen, wofür dieses Mal die Zeit fehlte.
Habt ihr noch Tipps? Immer her damit!

„Italienurlaub klingt so 90er!“

[Sommerklänge]

Das jedenfalls war mein Gedanke und Satz auf meinen Lippen, als wir die Grenze passierten. Wir fuhren im Auto nach Italien, da wurden Kindheitserinnerungen wach. „Voll 90er!“ ist eh so ein Kommentar, der meist eher auf Kindheits- oder Jugenderlebnisse hinweist als auf ein profundes Verständnis der Geschichte und des Lebensgefühls.

Der Italienurlaub im August scheint allerdings auch heutzutage noch genauso beliebt zu sein. Jedenfalls trafen wir zahlreiche andere Touristen bzw. rannten in 19274792 weitere Urlauber hinein. Neben der Hitze (Klimaanlage auf 28°C wurde als kühl empfunden) waren die Menschenmengen in den Großstädten wohl das erschlagendste. Aber wir hatten es ja so gewollt! (In Zukunft: nie wieder.)

Mit diesem Beitrag will ich euch um einige meiner Urlauberkenntnisse bereichern, außerdem plane ich noch zwei weitere Beiträge mit Tipps für Florenz und Rom.

BäumeUrlaubserkenntnis Nr. 1: Geheime Wünsche erfüllen sich.

Als wir die erste Mautstelle hinter uns ließen, fragte ich mich, wie das italienische System wohl so funktionierte. Die Autobahnen waren jedenfalls privatisiert und wie sah es wohl mit der gesundheitlichen Versorgung aus? Ich rief gedanklich all meine Vorstellungen von Staat und Organisation ab und wollte gern wissen, was davon wirklich zutraf und was einfach nur Klischee war. Doch wie sollten wir das in einem kurzen Urlaub herausfinden? Ach, dachte ich, vielleicht machen wir ja eine Erfahrung mit der italienischen Polizei! Das wäre doch was, auf so einem italienischen Polizeirevier! (Mein Mann später: Wie konntest du nur so was denken!!)

Erstmal passierte nichts, wir fuhren weiter über die Autobahn, kamen in einen Stau und auf einmal musste mein Mann abrupt abbremsen. Wir hätten beinahe einen Unfall gebaut! Aber wir konnten weiterfahren, die nächste Raststätte raus, erstmal von dem Schock erholen. Da sahen wir, dass wir vorne kein Nummernschild mehr hatten! Ein Anruf beim ADAC informierte uns darüber, dass wir das bei der Polizei zur Anzeige bringen sollten. Grund dafür ist, dass jemand anderes sich ja das Nummernschild greifen und Schindluder damit treiben könnte.

Da wir noch keine Ahnung vom Unterschied zwischen der Polizia und den Carabinieri hatten, fanden wir uns kurze Zeit später in einem sehr gut abgesicherten und dennoch leicht marode wirkenden Revier der Carabinieri wieder und erklärten via Google Translate unsere Situation. Der Polizist war Mitte 30, recht locker und cool und wohl auch ein wenig amüsiert über unseren Besuch. Wir bekamen einen Wisch mit Stempel und Unterschrift und waren nun für alle Polizisten gewappnet, die uns im restlichen Urlaub wegen fehlendem Kennzeichen noch aus dem Verkehr winken sollten…

ToskanaUrlaubserkenntnis Nr. 2: Man fährt, wo man fahren kann.

Diese Erkenntnis hatte ICH ja schon lange, weswegen mein Mann zu einem eher besorgten Beifahrer mutiert ist. Für Italien ist man damit jedoch gut dran. In diesem Land kümmert sich anscheinend keiner so recht um die Verkehrsregeln, um ein Rechtsfahrgebot oder Überholverbote. Und es funktioniert trotzdem! Man muss einfach ein wenig konzentrierter Auto fahren, was auch nicht schadet, und die Augen aufmachen. Während dem Abbiegevorgang in der Innenstadt außen überholt zu werden, kann einem jedoch trotzdem kurz das Herz stehen lassen…

Der italienische Verkehr ist schnell, unruhig und macht Spaß. Aufmerksamkeit ist ein Muss und dann kommt man zügig von A nach B, denn wozu auch auf durchgezogene Linien oder Abbiegeverbote achten?

AussichtUrlaubserkenntnis Nr. 3: Manch einer ist für die wilde Natur nicht geeignet.
(Oder: Die medizinische Versorgung in den Städten. Ihr ahnt es.)

Für die erste Woche hatten wir eine wunderschöne, ziemlich abgelegene kleine Unterkunft auf einem Berg gebucht. Die Aussicht war traumhaft, das Haus ein altes, ursprüngliches Gebäude, wir waren wirklich in der Pampa und die Erholung garantiert. Dachten wir. Leider fing es schon am ersten Abend an, dass die Insekten meine Beine liebten und sich ein Stich an den anderen reihte. In der Dorfapotheke gab es eine Frau, die ein wenig Englisch sprach und mir erstmal Cortisontabletten für Kinder verkaufte. Im Lauf des zweiten Tages wurden die Stiche immer schlimmer, groß und heiß und rot, sodass ich auch mit Eiswürfeln nicht dagegen ankam. (Schon seit Jahren habe ich Probleme mit massiven allergischen Reaktionen auf Stiche.) Ich verbrachte den Tag abwechselnd auf dem Bett und auf der Terasse sitzend, die Beine kühlend. (Wenigstens hatte ich so noch etwas von der Aussicht.)

Bereits am Abend beschlossen wir, dass es in der rauhen Natur für mich keinen Sinn hatte. Am nächsten Morgen siedelten wir nach Florenz in ein kleines, nettes Hotel über. „Weil dein Körper ja nur in einem klimatisierten Hotelzimmer funktioniert!“ Dort kam der Touristenarzt direkt aufs Zimmer, verpasste mir zwei Spritzen und gab mir einen Medikamentenplan. Medizinische Versorgung? Check. (Heimlich jubelte ich über die Auslandkrankenversicherung, die ich kurz zuvor noch abgeschlossen hatte. Man könnte sagen, in weiser Voraussicht, aber mein Name ist Hase…) Nach 3 Tagen im Hotelzimmer ging es mir dann auch wieder besser und ich hatte beschlossen, das beste draus zu  machen und widmete mich meiner Urlaubslektüre.

MeerUrlaubserkenntnis Nr. 4: Wenn alles schief geht, muss man ein Risiko eingehen.

ADAC, Polizei, Apotheke, Stornierung der Unterkunft, Arzt und Auslandskrankenversicherung hatten wir nun also durch. Was sollte nun noch schief gehen? Nur die Mehrkosten lagen mir im Magen. Das Bargeld neigte sich schon dem Ende zu und als es mir endlich wieder besser ging, wollten wir so gerne zwei Roller mieten, um ein wenig in der Toskana herumzudüsen. Kostenfaktor 55,- Euro pro Tag, das war erschwinglich. Als Sicherheit brauchte es nur eine funktionierende Kreditkarte. Die Betonung liegt auf funktionierend, denn das war unsere leider nicht. Wir probierten es mit Tesa und probierten es nochmal und nochmal, doch aus unerfindlichen Gründen war unsere Kreditkarte hinüber. Aber vielleicht schrieb sich der Rollerverleih die Daten ja auch nur auf? Wir beschlossen, es trotzdem zu versuchen. Füllten die Formulare aus, bekamen zwei Helme und Infos über mögliche Routen… bis uns die Kreditkarte zum Problem wurde. Einzige Alternative: 1000 Euro in bar als Sicherheit da lassen.

Hätte man mich vor diesem Urlaub gefragt, ich hätte gesagt: Niemals nicht trage ich 1000 Euro Bargeld durch Florenz und lasse sie in einem Rollerverleih! Doch die sich multiplizierenden kleinen und großen Katastrophen hatten einen anderen Menschen aus mir gemacht ;-) Also spazierten wir zwei Straßen weiter an einen Geldautomaten und überzogen erstmal unser Konto. Der Automat spuckte leider immer nur 250 Euro auf einmal aus, was jedes Mal zu Herzklopfen und Bangen führte, ob noch was kommen würde. Aber am Ende hat alles geklappt, wir ließen das Geld in der Stadt, fuhren mit den Rollern los und bekamen es abends vollständig wieder zurück. Man könnte auch sagen: Was deine Nerven nicht zum Reißen bringt, macht Drahtseile aus ihnen.

Meer

Wie ihr lesen könnt, habe ich einen an- und aufregenden Urlaub zu verbuchen. Die erhoffte Ruhe und Muße machte sich zeitweise zwar rar, doch am Ende war von beidem noch etwas dabei. Und so starte ich mit neuem Mut und erhöhter Risikobereitschaft in die nächste Blogrunde!

Liebe Grüße! Mathilda