Warum der Valentinstag scheiße ist und ich trotzdem Blumen gekauft habe

Erst heute früh stolperte ich via Twitter über ein ziemlich cooles Erklärvideo zur romantischen Liebe. Das Konzept der romantischen Liebe ist, wenn man mal näher hinsieht und auch nur einen kleinen Funken Verstand besitzt, ziemlich irre: Da gibt es einen anderen Menschen, pardon: einen Seelenverwandten, der einen intuitiv und vollständig versteht, die eigenen Interessen und Wünsche teilt oder zumindest von ganzem Herzen unterstützt und mit dem man quasi auf rosa Wolken durchs Leben schwebt. Nun gut, natürlich ist das überzeichnet und in dieser Extremform scheinen auch die wenigsten an diese Idee zu glauben, aber doch durchzieht sie jeglichen Hollywood-Kitsch und drängt sich so immer wieder in unser Bewusstsein.

Mein persönliches Problem mit der Idee von der romantischen Liebe ist auch weniger die intensive Liebe und Zuneigung, die Menschen in Paarbeziehungen zu finden suchen, sondern vielmehr die Exklusivität, mit der dieser Wunsch einhergeht. Jeder Mensch hat zahlreiche Bedürfnisse, die niemals von einer einzigen Person erfüllt werden können, und es ist schlichtweg unverschämt, für deren Erfüllung eine andere Person außer sich selbst verantwortlich zu machen. Hier liegt aus meiner Sicht in vielen Paarbeziehungen der Hund begraben. Hinzu kommt, dass dieser Fokus auf die alles fordernde und alles erfüllende Zweierbeziehung häufig noch mit einem Absolutheitsanspruch vertreten wird, der bei mir schnell einen Würgreiz auslöst. Selbst in Situationen, in denen die eigene Beziehung – möglicherweise noch aufgrund mangelnder Selbstverantwortung! – scheiße läuft, wird an der Idee der romantischen Liebe als alleinseligmachendem Lebenskonzept krampfhaft festgehalten und es wird davon ausgegangen, dass es genau das ist, was nicht nur einem selbst, sondern auch allen anderen zum dauerhaften Glück verhilft.

Okay, ihr merkt, ich schreibe mich in Rage, doch mein immer mehr beziehungsanarchistisch schlagendes Herz macht bei diesem Thema auch ordentlich Radau. Ich liebe die verschiedenen Facetten von Liebe und Intimität, ich liebe Freundschaften, Bekanntschaften und ein buntes Netz an sozialen Beziehungen, und ich möchte keine dieser Beziehungen abwerten, nur weil ich auch eine „romantische Paarbeziehung“ führe. Und ja, natürlich ist mein Partner mir wichtiger und steht mir auch emotional näher als eine x-beliebige Kommilitonin oder der Postbote. Es geht mir vielmehr darum, dass diese eine, einzelne Beziehung nicht mittels bestimmter Konventionen mein ganzes weiteres Beziehungsleben bestimmt. Mein Partner wird niemals alle meine Interessen teilen, alle meine geheimen Wünsche erahnen und mir für alle Themen ein interessanter, aufmerksamer Gesprächspartner sein. Genauso wenig werde ich diese Rolle für ihn einnehmen können. Daher ist es mir wichtig, andere Menschen in meinem Leben zu haben, mit denen ich den eigenen Interessen nachgehen kann, die mich unterstützen und ermutigen und denen ich selbst eine Freundin sein kann.

Ich habe das Gefühl, der Anspruch an romantische Liebesbeziehungen ist viel zu hoch, als dass auch nur irgendwer ihn erfüllen könnte. Die gemeinsame Entscheidung, miteinander und in Liebe alt zu werden, scheint mir völlig ausreichend in ihrem Anspruch und ihren Konsequenzen. Wie genau dieses Ziel umgesetzt wird, sollte nicht durch Ideen, Konzepte und Konventionen von außen bestimmt werden, sondern jedes Paar darf und soll seinen eigenen gemeinsamen Weg finden.

Der Valentinstag nun verkörpert durch all seine verkitschte und kommerzialisierte Romantik nun so ziemlich all das, was ich in meinem Leben wie die Pest zu meiden suche. Ich will Tragik statt Kitsch, Minimalismus statt Kommerz und echte, aufrichtige Beziehungen statt einer romantischen Seifenblase. Und weil es meinem Partner glücklicherweise genauso geht, gab es niemals einen Anlass, zum Valentinstag Bärchen, Herzchen oder Blümchen zu kaufen, zu verschenken oder geschenkt zu bekommen. Dennoch erwischte mich dieses Jahr der Konsumwunsch aus der Kalten. Ende Januar sah ich all die Bärchen und Herzchen und Blümchen auf den Werbetafeln und dachte mir: „Hach…“

Natürlich hätte diesen mir durch die Werbeindustrie eingeredeten Wunsch wegdrängen können und mich einmal mehr für Minimalismus und gegen Konsum entscheiden können. Stattdessen identifizierte ich mich selbst als Konsumopfer und machte das Beste draus: Da mir völlig klar war, dass das mit echter Liebe nix zu tun hatte, und da ich meinem Partner diesen Blödsinn ganz sicher nicht aufdrücken würde, bestellte ich auf einem entsprechenden Internetportal einen Blumenstrauß samt Karte und Macarons. Und weil ich den Valentinstag immer mit einem bestimmten Freund verbringe und darum nicht daheim bin, ließ ich ihn mir einen Tag später nach Hause liefern.

So habe ich nun einen wunderschönen Rosenstrauß mit allem Kitsch der Welt von genau dem Menschen bekommen, der mit Hingabe und Freude die Verantwortung für die Erfüllung meiner Bedürfnisse übernimmt und dem ich wichtig genug bin, auch mal auf einen absolut bescheuerten Konsumwunsch einzugehen – mir selbst.

Zwischen den Zeilen (Jahresrückblick 2016)

Zwischen all den Zeilen hier ist viel passiert. Immer mehr Menschen kennen mein Gesicht und die Pseudonymität hat sich langsam, aber sicher überlebt. Größtenteils fühlt sich das gut an, doch manchmal hebt es auch die Hürde für Beiträge und ich spüre die neugierigen Blicke auf meiner selbstgestrickten Wortkleidung.

2016-tumblr

Mein Blog hat sich im letzten Jahr verändert, mit dem #augustbreak2016 von Susannah Conway und dem #lovember der Vorgärtnerin habe ich mir zwei Mal Stichworte ins Haus geholt, an denen ich entlang schreiben konnte. Dabei waren die Fremdvorgaben nicht Last, sondern vielmehr Entlastung: Ich konnte etwas von mir zeigen, ohne selbst den Titel setzen zu müssen.

Alle weiteren Texte waren rar gesäht:

Meinem Beitrag „Es sind immer die kleinen Dinge“ wurde dank Christinas Verlinkung besondere Aufmerksamkeit zuteil, was mich sehr gefreut hat. Die Arbeit an meinem Ahnungen-Zyklus in den drei Monaten intensivster Examensvorbereitung hat mich einiges an Kraft und Nerven gekostet, sodass ich den Zyklus anschließend in meinem Beitrag „Die Perspektive einer Sätzeschieberin“ reflektiert habe. Viel leichter war es da, schöne Draußenbilder zusammenzustellen, gerade weil diese Beiträge für mich meinen textlastigen Blog immer wieder ein wenig auflockern. Im Anschluss an das Emergent Forum habe ich kurz Über Wahrheit und Schönheit. nachgedacht und nun zum Jahreswechsel auch mal eine Predigt von mir eingestellt. Mit meinem Prosatext „Abschiedsgruß“ habe ich wohl einige Leser*innen verschreckt, die mutmaßten, das wäre das Ende meines Blogs. Aber nein, ich habe nicht vor aufzuhören –

Ich habe nur das Gefühl, nicht mehr bloß langsam zu sein, sondern in einem Meer an Ungesagtem zu ertrinken. Zu viele Texte haben es nicht auf diesen Blog geschafft, obwohl sie fertig in der Schublade liegen oder sogar im Print bereits veröffentlicht wurden. Und noch mehr Texte haben es nicht einmal aufs Papier geschafft, blieben irgendwo zwischen Kopf und Herz und Fingerspitzen hängen oder manifestierten sich ausschließlich in meinen berühmten „ein Drittel Gedicht und fünf Schlusssätze“.

Schreiben ist mein Medium. Wenn ich nicht schreibe, dann kann ich nicht loslassen und wenn ich nicht loslasse, dann ertrinke ich (gerade so, wie es Erin in ihrem Gedicht schreibt). Natürlich muss nicht alles auf dem Blog landen, ganz sicher nicht, doch mir scheint, als hätte mich mit dem Durchsichtigwerden meines Alter Ego auch ein wenig ihr Mut verlassen. Und dem will ich 2017 entgegensteuern. Die selbstgesteckten Grenzen überschreiten, die Schere im Kopf zurück in die Schublade legen und Fiktionales ohne Angst vor realen Fragen veröffentlichen. Denn zwischen all den Zeilen hier ist viel passiert.

Auf ein Neues!

#LOVEmber – Eines Tages, wenn ich groß bin …

Glücklicherweise habe ich der Vorgärtnerin schon von Anfang an gesagt, dass ich nur sporadisch beim LOVEmber mitmachen werde. Dabei gefällt mir der Untertitel „Ode an den vernachlässigten Monat“ ausgesprochen gut, was vermutlich weniger daran liegt, dass der November bei mir ein vernachlässigter Monat ist, als vielmehr daran, dass ich Oden liebe. Ja, eines Tages, wenn ich groß bin, schreibe ich vielleicht noch eine weitere Abschlussarbeit, Diplomarbeit oder Doktorarbeit und dann über poetologische Oden, denn ich habe, wie auch die geneigte Leserin schon feststellen durfte, sowohl einen Hang zur Poetologie – nach Juli Zeh also zu dem Metier, dem sich Schriftsteller zuwenden, um sich vorm Schreiben zu drücken – als auch zur Ode, die sich schon im dritten Semester leise in mein Herz geschlichen hat. Ein Herzensthema also und vielleicht finde ich eines Tages, wenn ich groß bin, auch ein größeres Zeitfenster, mich diesem Thema zu widmen. (Oder ich fange heimlich, still und leise einfach jetzt schon damit an.)

Lyrik an sich ist für mich die schönste Kleinigkeit der Welt, es ist Wortmusik, und ich wünsche mir, dass auch eines Tages, wenn ich groß bin, immer noch ein Gedichtband auf meinem Nachttisch liegt oder sich zerfleddert in meiner Handtasche befindet. „FÜR MEHR GEDICHTE IM ALLTAG“, so könnte eine Initiative heißen, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, einmal gründen würde; Gedichte nicht nur in der U-Bahn, sondern auch sonst im öffentlichen Raum, auf der Rückseite der Wartenummerzettel beim Finanzamt zum Beispiel oder auf den Papiertüten der Bäckerei am Eck. Ich könnte jetzt schon anfangen, Gedichte zu verbreiten, nicht nur virtuell, sondern analog, Lyrik zum Anfassen, die ich auf Papier drucke und dann mitnehme,…

…vielleicht sogar auf die Weltreise, die ich eines Tages, wenn ich groß bin, machen möchte und die sich in meinem Kopf bereits auf ein paar einzelne Ziele sowie eine Reise mit der Transsib verkürzt hat. Ich möchte durch die Mongolei reisen und durch Sibirien, und eines Tages, wenn ich groß bin, werde ich Russisch lernen – mit ein paar Worten habe ich schon angefangen -, dann bin ich besser gewappnet für die Transsib. Ich werde Zeit brauchen für meine Reise, Wochen oder Monate, und ich hoffe so sehr, dass ich sie mir eines Tages, wenn ich groß bin, auch nehmen werde, dass ich meine Herzenswünsche nicht ein ums andere Mal zurückstelle, sondern mein inneres Navigationsgerät mich langfristige Vorbereitungen treffen lässt und ich schließlich mit Kopf und Herz und Bauch den Kairos ergreifen kann.

#aprillove2015 – When I was small

Puppenstube

Die Zeit rast.
Sie stoppt weder an roten Ampeln,
noch an meiner Unfähigkeit
Barbies Traumhaus wegzuwerfen.
Und ich,
wünsche mich zurück in eine Zeit,
als ich mit offenen Knien auf dem Boden saß
und die Welt ein kleiner Ort war.
Gerade mal so groß wie mein Herz.
Nachts träumte ich von geflügelten Pferden
und bei Tag war ich es, die über Wolken flog.
Meine Gedanken waren gemalte Bilder,
jedes Spiel eine Realität
und meine Hoffnung glich rosa Zuckerperlen…
einfach furchtbar,
einfach das Beste, das es geben konnte.
Ich hatte Lust
auf jeden Tag, jede Reise, jeden Traum…
auf mich,
auf mich in zehn Jahren…

Und heute,
habe ich Lust
noch einmal auf die Knie zu gehen.
Mit offener Haut
und Farbe im Herzen.
Ich spiele weiter,
auf großen Wiesen
einer kleinen Welt.

(c) Milla

Weitere Texte von Milla gibt es hier und hier.

Reflektion.

Lange glaubte ich, irgendwas sei bei mir wohl falsch gelaufen. Wenn ich ehrlich bin, kann ich diesen Gedanken auch jetzt nicht so leicht abschütteln. Während bei anderen das Netz an Antworten immer größer und dichter wird, vergrößert sich bei mir nur das Meer an Fragen. An Fragen, Hinterfragen, Zweifeln. Da steckt man mich bzw. da stecke ich mich selbst in ein Studium, in der Überzeugung, diesem Studium als Subjekt gegenüberzustehen und auch – gegenüberstehen zu bleiben. Hier das Studium auf der einen Seite, da das Ich auf der anderen Seite, ein wunderbares Eins-zu-eins. Und das ist ja auch ganz richtig: Lehrinhalte hinterfragen, nicht alles einfach so schlucken, sich seine Veranstaltungen bewusst auswählen, auch nicht jede Methodik gleich übernehmen…. Ja, es gibt dieses Gegenüber: Das Studium dort, ich hier. Dennoch ist es auch genau diese kritische und reflektierende Haltung, in der mich die Jahre an der Universität geschult haben und immer noch schulen. Als Tutorin ermuntere ich Studienanfänger dazu, erst einmal die zu bearbeitende Fragestellung zu hinterfragen bevor sie darauf antworten. Gut, ich mache das nicht aktiv, doch wenn mir ein solches Hinterfragen auffällt, registriere und lobe ich es. Hat das jemand auch bei mir so gemacht? Wer hat mir den Reflektionszwang ins Ohr gesetzt? Und mich damit – zumindest gefühlt – untauglich für die Wirklichkeit gemacht? Ich weiß, ihr werdet mir widersprechen. Es ist das Lob, das ich am häufigsten höre: Ich sei so unglaublich reflektiert. Wie das nur ginge und ob ich einen Rat hätte. Dabei sehe ich selbst noch so viel Luft nach oben. Ich sehe Menschen, die einen Grad an Reflektion haben, der mein Vorstellungsvermögen beinahe übersteigt, Menschen, die Fragen haben, so wie ich, doch denen es scheinbar mühelos gelingt, ihre Fragen so zu formulieren, dass sie als Antworten erscheinen. Ich will das auch. Ich will das ganz unbedingt. Werde ich diesen Punkt jemals erreichen? Zurückblicken können auf meine Verwirrung und Unsicherheit? Vermutlich liegt der Fehler auch hier schon in der Frage. Diesen Punkt gibt es nicht. Er existiert nicht als Punkt, als Aha-Erlebnis, Bekehrung, als dieser eine Moment, ab dem alles anders war. Ein Kommilitone riet mir, mit dem Zustand des Unfertigseins, des dauerhaften Prozesses und des vielen, vielen Fragens Frieden zu schließen. Immer auf der Suche bleiben, neue Fährten aufnehmen und noch mehr Fragen entdecken. Aber dennoch im Reinen mit mir selbst, Akzeptanz, es ist so, und es wird sich – ich wage es kaum auszusprechen – mein Leben lang wohl nicht mehr ändern.

Liebeserklärung an: How I met your Mother

Die Blogosphäre ist voll von Beiträgen über How I met your mother. Nahezu jeder findet diese Serie klasse, herausragend, unterhaltsam, lustig und einfach nur gelungen. Der Witz, die Dialoge, die Freundschaften, die charakteristischen Vor- und Rückblenden… diese Serie ist ein Lichtblick neben Serien, die ich hier nicht nennen sollte.

Und trotzdem komme auch ich nicht umhin, hier zu erklären: Ich finde diese Serie großartig! Und vor allem: Ich liebe Barney Stinson. Jaja, schreit es mir ins Gesicht: Alle finden Barney toll. Aber ich, ich finde ihn WIRKLICH toll.

Auf tumblr schrieb jemand: Bei How I met your mother geht es nicht darum, wie Ted die Mutter trifft, sondern es geht darum, wie Barney und Robin sich treffen, Bros werden, sich verlieben und schließlich heiraten. Und je länger ich die Serie schaue, desto mehr muss ich dem zustimmen.

Barney und Robin sind beide nicht unbedingt die Besten darin, ihre Gefühle zu zeigen, und das macht sie für mich so echt und liebenswert. Auch gegenüber dem jeweils anderen zeigen sie sich oft cooler als sie es sind. Doch dann sitzt Robin heulend unter dem Tisch oder Barney hat seine Sekunde, die ewig dauert, als Robin sich doch für Kevin entscheidet.

Ich liebe den Abend, an dem Barney Robin tröstet, nachdem ihr Jugendfreund aus dem „Sandcastles in the Sand“-Video ihr zum zweiten Mal den Laufpass gegeben hat. Wie er auf alle coolen Sprüche verzichtet und sie aufmuntert. Und wie sie schließlich auf Robins Sofa sitzen und wieder und wieder das Musikvideo schauen.
Oder die Szene, in der sie im Auto sitzen und sagen: Ach, wie gut war das, dass wir uns nicht geküsst haben. Und sich dann doch küssen.
Und dann gibt es natürlich noch eine Szene, auf die ich doch sehr gespannt bin…

Aber was das Beste an der Serie ist:

Ich sitze nicht davor und wünsche mir ein Leben wie das von Ted, Marshall, Lilly, Barney und Robin… nein, ich wünsche mir keine Freunde, mit denen ich jeden Abend in einer Bar abhängen kann, die immer für mich da sind und an allem Anteil nehmen, was ich mache und fühle. Ich wünsche mir auch keinen Partner, der nicht nur mein Freund und Mann, sondern auch mein „Bro“ und somit bester Kumpel ist.

Sondern wenn der Abspann läuft, kehre ich zurück in mein eigenes Leben… ich lese meine Emails und lass mich von lieben Nachrichten überraschen, ich rufe eine Freundin an, obwohl wir uns erst vor wenigen Stunden gesehen haben, ich schaue auf und vor mir steht ein Teller voller Pfannkuchen, weil da jemand gemerkt hat, dass ich hungrig bin.

Ich brauche mir die Freundschaften aus HIMYM nicht zu wünschen, weil ich sie längst in meinem Leben habe. Und das ist das Beste an dieser Serie: Sie zeigt mir, wie unglaublich dankbar ich für mein eigenes Leben sein kann.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen guten Rutsch in ein wundervolles Jahr 2014!

September

Letzte Woche habe ich mit aller Kraft versucht, den Sommer noch ein wenig zu halten. Ich trug ein schönes kurzes Sommerkleid zur Arbeit und lies mich auch am Freitag, als es schon kühler wurde, nicht von kurzärmligem Oberteil und halboffenen Schuhen abhalten – auch wenn im Rest des Büros bereits viele auf 3/4 oder langarm umgestiegen waren.

Meine Sommer bestehen oft aus viel Arbeit, viel Schreibtisch und viel Vertrösten. Schon ein einzelner Tag in der Sonne oder draußen im Garten bedeutet für mich dann am Ende das, was man im Rückblick als „schöne Sommertage“ ansieht. Ich weiß, dass man als Student „ja alle Freiheiten hat“, auch mal die Hausarbeiten Hausarbeiten sein zu lassen und dass das anderen oftmals auch ganz gut gelingt. Dennoch besteht mein Sommer in der Rückschau oft aus der Frage „Wo ist die Zeit nur hin?“ und dem Gedanken an strahlenden Sonnenschein draußen und blasse Haut drinnen.
Macht aber nix!

Ich genieße trotzdem, was ich an Sommererinnerungen habe: im selbst aufgeblasenen Schwimmbecken plantschen, Himbeeren pflücken bzw. „sie mir in den Mund wachsen lassen“, mein neues Lieblingskleid tragen, auf dem Freakstock sogar ein wenig braun werden – genauso wie eine bestandene Prüfung und eine abgegebene Hausarbeit im letzten Semester sowie einen super Job in der vorlesungsfreien Zeit.

Der August verging wirklich wie im Fluge!

Jetzt heißt es, sich mit dem kommenden Herbst anfreunden. Mit letzten Sommertagen, die einem vielleicht noch wie Juli oder August erscheinen werden. Mit Dunkelheit am Morgen. Mit einem hoffentlich wunderschönen September, der bei mir schon voller Pläne ist!

Was sind eure schönsten Sommererinnerungen?
Und mit welchen Wünschen startet ihr in den Herbst?